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Business Angel - Struktur der Beteiligung

21.06.2013 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sebastian Scharrer, LL.M., Dipl.-Jur.


Sehr geehrte Damen und Herren,

für folgenden Sachverhalt benötige ich eine erste juristische Einschätzung:

Ich plane zukünftig als "Business-Angel-Investor" aktiv zu werden. Dabei möchte ich (zukünftige) Unternehmen während Ihrer Seed- bzw. Start-up-Phase finanziell unterstützen.

Derzeit kommen konkret 3 Projekte in Frage, die ich mit jeweils knapp 5.000 Euro als Minderheitsgesellschafter (GmbH) unterstützen möchte. Mit den Gründern habe ich mich bereits grundlegend über die Konditionen (Geschäftsanteil, Rechte, Pflichten, Exit, ...) geeinigt.

Meine Frage zielt jetzt auf die Beteiligungsstruktur ab. Dabei sehe ich aktuell folgende Möglichkeiten:

1) Beteiligung als Privatmann

2) Gründung einer "Holding" die sich dann an den 3 Gesellschaften beteiligt

3) Gründung 3er Gesellschaften (z.B. UGs) die sich dann jeweils an einem Unternehmen beteiligen


In meinem BA-Umfeld habe ich alle 3 Konstrukte bereits gesehen. Mein derzeitiger Favorit ist aber Variante 1, da der Vorbereitungsaufwand minimal ist.

Welche Variante wäre aus Ihrer Sicht empfehlenswert? Habe ich bei der Beteiligungsform als Privatmann ein größeres Haftungsrisiko?


Vielen Dank für Ihre Auskunft.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.) Beteiligung als Privatmann
Die Beteiligung als Privatmann, ohne Gesellschafter zu werden, ist nur aufgrund eines Darlehns möglich. Diese Variante hat den Vorteil, dass Sie dieses Darlehn entweder direkt an den Gründer vergeben können. Hierdurch können Sie das Insolvenzrisiko minimieren, da nicht die Gesellschaft Schuldnerin wird, sondern der Gesellschaftsinhaber. Eine andere Variante wäre es, das Darlehn an die Gesellschaft zu vergeben und die Gesellschafter für dieses Darlehn selbstschuldnerisch Bürgen zu lassen. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass hierbei ein fest zu zahlender Betrag als Zinszahlung vereinbart werden kann. Nachteilig kann dies allerdings steuerrechtlich sein. Um dies Überprüfen zu lassen, empfehle ich Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden. Des Weiteren können Sie keinen Gewinn durch den Verkauf eines Gesellschafteranteils erzielen.

Selbstverständlich können Sie auch direkt Gesellschafter werden. Dies hat den Vorteil, dass Sie direkten Einfluss auf die Geschicke der Unternehmen gewinnen könnten. Allerdings könnte hierdurch ein Konzern entstehen (vgl.2.). Ein weiterer Nachteil ist das Risiko, dass Sie eingehen würden. Würde eine Gesellschaft insolvent, so würden Sie Ihre Einlagen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Ist die Gesellschaften nicht haftungsbeschränkt (z.B. GbR, OHG), so würden Sie mit Ihrem gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten haften. Daher ist diese Variante nur dann zu empfehlen, wenn die anderen Unternehmen haftungsbeschränkt sind.

2.) Gründung einer Holding
Bei der Gründung einer Holding werden weitere Kosten entstehen. Insbesondere, wenn Sie eine Kapitalgesellschaft gründen wollen, müssen Sie z. B. mit Kosten für die Beurkundung des Gesellschaftsvertrages rechnen. Des Weiteren müssen Sie bei einer Kapitalgesellschaft mindestens einmal im Jahr eine Gesellschafterversammlung abhalten, wodurch ein erheblicher Aufwand entstehen kann. Problematisch an dieser Variante ist, dass ein Konzern entstehen könnte, wenn Sie sich an den 3 Gesellschaften beteiligen. Hierbei entsteht ein Konzern, wenn Sie mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben können. Auf den tatsächlich ausgeübten Einfluss kommt es hierbei nicht an. Dies kann auch bei einer Minderheitenbeteiligung der Fall sein. Dies hätte zur Folge, dass das gesamte Konzernrecht Anwendung finden würde. Das Konzernrecht ist in § 17 ff., 291ff AktG für alle Gesellschaften geregelt. Unter anderem beinhaltet das Konzernrecht besondere Haftungsvorschriften.

Ein Vorteil diese Variante wäre, wenn ein Unternehmen insolvent wird. In diesem Fall würde nur das Vermögen der Holding den Gläubiger zu Verfügung stehen, wenn das Tochterunternehmen nicht haftungsbeschränkt war.


3. Gründung von 3 UG
Die Gründung von jeweils einer UG ist nicht nur teuer, sondern hätte, wie die Holdinggesellschaft, unter Umständen einen Konzern zu folge. Vorteilhaft hieran wäre allerdings, dass bei der Insolvenz eines Unternehmens, dass nicht haftungsbeschränkt war, nur die jeweilige UG für die Schulden des jeweiligen Unternehmens haften würde. Diese Variante stellt daher die sicherste Variante für Sie da, wenn Sie sich direkt als Gesellschafter beteiligen wollen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Diese kann nur eine erste Einschätzung der Rechtslage darstellen und nicht eine anwaltliche Beratung ersetzten. Selbstverständlich stehe ich Ihnen für weitere Fragen zu Verfügung.

Über eine positive Bewertung werde ich mich freuen.

Ihr Rechtsanwalt aus Mainz

Sebastian Scharrer LL.M.
www.mainzer-rechtsanwaltskanzlei.de
Tel: (06131) 49 76 66 2

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2013 | 14:51

Sehr geehrter Herr Scharrer,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Bei den 3 Gesellschaften handelt es sich jeweils um eine GmbH. Ich würde bei Variante 1 also als GmbH-Gesellschafter einsteigen.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hafte ich dann nur mit der Einlage und das Konzernproblem würde hier auch nicht bestehen, korrekt?

Ich möchte nur sichergehen, dass im Insolvenzfall einer der Gesellschaften mein Privatvermögen (bis auf die geleistete Einlage) unberührt bleibt.


Besten Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2013 | 15:04

Sehr geehrte Fragestellerin,
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich haften Sie nur in diesem Fall mit Ihrer Einlage. Allerdings bleiben Ihre persönliche Haftungsmöglichkeiten aus unerlaubter Handlung bestehen.

Ein Konzern kann auch in diesem Fall entstehen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie eine beherrschende Stellung bei dem jeweiligen Unternehmen einnehmen. Dies ist dann der Fall, wenn Sie faktisch über die Geschicke der Gesellschaft bestimmen können. Dies hat den Grund, dass Sie aufgrund der anderen Beteiligung ein anderes Interesse haben könnten, als die jeweilige Tochtergesellschaft.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen auch hinsichtlich der Nachfrage weitergeholfen. Diese kann nur eine erste Einschätzung der Rechtslage darstellen und nicht eine anwaltliche Beratung ersetzten. Selbstverständlich stehe ich Ihnen für weitere Fragen zu Verfügung.
Über eine positive Bewertung werde ich mich freuen.

Ihr Rechtsanwalt aus Mainz
Sebastian Scharrer LL.M.
www.mainzer-rechtsanwaltskanzlei.de
Tel: (06131) 49 76 66 2

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