Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Burnout - arbeits- und PKV-rechtich

19.04.2011 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich befinde mich in einer Führungsposition in der Automobilzulieferer-Branche.

Vom eigenen Ehrgeiz und Erfolgswillen getrieben, habe Jahre lang sehr hart gearbeitet und damit maßgeblich zum Erfolgen meines Arbeitgebers beigetragen.
Meine Karriere habe ich immer vor alles andere gestellt.

Da ich so gut arbeitete, wurde mir immer mehr Arbeit übertragen und zudem meine persönlichen Ziele in eine unerreichbare Höhe geschraubt, so dass bereits vor Monaten einen Schwächeanfall erlitt. Seit dem bin ich nicht mehr leistungsfähig und ständig erkältet, habe Atembeschwerden, Schlafstörungen etc.

Meinem Arbeitgeber habe ich nichts gesagt und einfach weiter gearbeitet.
Auch meinem Arzt habe ich nicht die Ursache meiner Krankheiten verraten, da ich Angst habe, meine PKV dann nicht mehr wechseln zu können.

Ich habe mich nun wegen einer Grippe krank schreiben lassen, um dem täglichen Arbeits-Wahnsinn zu entfliehen.

Aktuell sehe ich keine Chance, in absehbarer Zeit zur Arbeit zurückkehren zu können.

Wenn mir mein Arbeitgeber kündigt, weil ich nicht mehr leistungsfähig bin, wird sich das schnell in der Branche herumsprechen, so dass ich dort später keinen Job mehr bekommen werde.

Wenn ich kündige, bekomme ich kein Arbeitslosengeld. Würde ich Arbeitslosengeld bekommen, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen kündigen muss?

Was kann ich tun, um meine Krankenversicherungs-Historie sauber zu halten?

Ich bin z. Z. rat- und hilflos. – Was soll ich nur tun?

Vielen Dank im Voraus.

19.04.2011 | 19:36

Antwort

von


(571)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beanworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Im Hinblick auf Ihre Krankenversicherungs-Historie kann ich Ihnen leider keine Patentlösung anbieten. Im Leben der meisten Privatversicherten kommt leider irgendwann der Moment, in dem die Versicherung von einer ernstzunehmenden Erkrankung erfährt, die einen Wechsel unmöglich macht. Dies lässt sich manchmal auch nicht mehr steuern, z.B. bei einem Schlaganfall.

Sie können zwar noch selbst entscheiden, ob Sie zum Arzt gehen und was Sie diesem erzählen, Ihre Erkrankung ist aber ebenso ernst zu nehmen wie etwa ein Schlaganfall. Daher müssen Sie leider in den versicherungsrechtlich sauren Apfel beißen und sich in ärztliche Behandlung begeben, auch wenn eine andere Krankenkasse Sie später ablehnen würde. Ihre Gesundheit geht solchen rein finanziellen Erwägungen vor. Sie sind bereits privat krankenversichert und können hier eine gute Behandlung erwarten.

Also reden Sie bitte offen mit Ihrem Arzt, sorgen Sie dafür, dass Sie die richtige Therapie erhalten und wieder arbeitsfähig werden.

Nun zur arbeitsrechtlichen Fragestellung:

Ich gehe davon aus, dass Ihr Arbeitgeber mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt, so dass auf Sie das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet. Ich gehe weiter davon aus, dass Sie nicht zur organschaftlichen Vertretung Ihres Unternehmens berechtigt sind (GmbH-Geschäftsführer, Vorstand einer AG). Anderenfalls bitte ich um Mitteilung

In diesem Fall würden Sie Kündigungsschutz nach dem KSchG genießen. Ihr Arbeitgeber könnte Sie nur kündigen, wenn feststeht, dass Sie gar nicht mehr in der Lage sind, Ihre Arbeit zu erledigen. Und dies können Sie selbst nicht sagen, da Sie nur von "absehbarer Zeit" schreiben. Vorher müsste er außerdem im Wege eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements prüfen, wie er Ihren Arbeitsplatz besser gestalten kann. Wenn er dies nicht macht, sind seine Aussichten im Prozess besonders schlecht. Ohnehin sind die Aussichten eines Arbeitnehmers im Kündigungsschutzprozess eher gut.

Wenn es sich aber im Rahmen der ärztlichen Behandlung herausstellen sollte, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen GENERELL nicht mehr in der Lage sind, ihren derzeitigen Arbeitsvertrag zu erfüllen, könnten Sie sich dies ärztlich bescheinigen lassen und VORAB Kontakt mit dem zuständigen Arbeitsamt aufnehmen. Wenn ärztlich bescheinigt ist, dass Ihre Arbeit sie krank macht, liegt nämlich ein wichtiger Grund für eine Eigenkündigung vor, der eine Sperrzeit gemäß § 144 Abs. 1 SGB III verhindert. Diese Frage sollte aber möglichst VOR Ausspruch der Kündigugn mit der Arbeitsagentur geklärt sein.

Also:
Sie gehen bitte zum Arzt und reden offen darüber, was Ihnen fehlt, und lassen sich behandeln. Im Rahmen der Therapie entscheiden Sie dann bitte gemeinsam mit dem Arzt, ob Sie auf Ihren Arbeitsplatz zurückkönnen. Ggf. ist Ihr Arbeitgeber auch im Wege des Wiedereingliederungsmanagements bereit, Ihnen eine andere Aufgabe zuzuweisen, die Sie weniger belastet. Alternativ suchen Sie einen neuen Arbeitsplatz oder prüfen den Weg einer Eigenkündigung, aber dann bitte mir vorheriger Abstimmung mit der Arbeitsagentur.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

(571)

Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89198 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Rechtsanwältin Frau Dr. Scheibeler hat meine Fragen zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet. Ich empfehle sie deshalb jederzeit gern weiter. Vielen Dank nochmals Frau Dr. Scheibeler. Mit freundlichen Grüßen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr präzise, ausführlich und mit einem guten Rat vesehende Antwort. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Beratung! ...
FRAGESTELLER