Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bundespolizei Heilfürsorge, Klage / Einspruch / Beschwerde erheben.

04.05.2020 22:24 |
Preis: 35,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fabian Fricke


Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich befinde mich bei der Bundespolizei in der Ausbildung und bin somit verbeamtet und über die Heilfürsorge der Bundespolizei versichert, was an und für sich ja schön ist, aber in der Ausbildung ein absolutes NO GO. Ich schilder Ihnen Einschränkungen die ich massivst erleide und mir das nicht länger gefallen lassen möchte.
Ich darf mir bei dieser Versicherung mein Arzt nicht wirklich selbst aussuchen, ich muss vorher jedes mal zu unserem PÄD (Polizei Ärztlichen Dienst), da schaut sich ein Arzt dann an was ich will und entscheidet ob ich überwiesen werde oder er behandelt ... bei jeder Überweisung bekommen sie volle Akteneinsicht, was ich auch nicht will.
Heute wurde mir sogar eine Überweisung untersagt, der Arzt sei ja der Facharzt und wenn ich ihm nicht vertraue sei es mein Problem, ich könnte ja Privat zu dem Arzt gehen und die Kosten selbst tragen.

Eine Versichertenkarte bekommen wir in der Ausbildung ebenfalls nicht ausgestellt, so ist es uns gar nicht erst möglich ohne Wissen des Arztes (PÄD) einen anderen Arzt aufzusuchen.
Ich habe bei der Heilfürsorge bereits angefragt, ob es möglich sei, mich behandeln zu lassen ohne Überweisung und die Rechnung einfach zuzusenden, da dadurch auch keine Mehrkosten entstehen, das wurde simple beantwortet "Der Päd ist für mich zuständig, ich soll mich an den Dienstweg halten und auch die Frage wird nur vom PÄD beantwortet.
Das schlimme daran ist, das der PÄD kündigungsbefugt ist, er kann jederzeit die polizeidienstunfähigkeit feststellen, wenn denn was sein sollte, aber auch will ich nicht, das der Arzt alles weiß oder nur er behandelt .. abgesehen davon, das ich die Ärzte vor Ort auch nicht mag.

Nun wollte ich zu einem Arzt und wurde abgelehnt, da wegen Corona der PÄD nurnoch Notfälle annimmt, ein 2tes mal wollten wie wissen, wie der Arzt heißt, fax nummer etc, also wird die Überweisung wenn es denn wirklich eine gibt nur auf den Arzt ausgestellt und direkt zugefaxt, das Original bekommen wir. Die stellen aber auch immer derart komische fragen über die anderen Ärzte, ist er das kann er das, darf er das, was ich so gar nicht beantworten kann und ob ich da schon war und wieso er und bla bla.
Ich will mir einfach meine Ärzte selbst aussuchen und nicht um erlaubnis bitten, und dann noch NEIN gesagt zu bekommen..

nun konkret die Fragen: Schwerpunkt natürlich auf Frage 1.

1.) ist es möglich die Heilfürsorge zu verklagen etc.. um diesen Vorgang abzuändern und uns endlich Versicherungskarten auszuhändigen ?

2.) Habe ich die Möglichkeit einfach zu einem Arzt zu gehen, als Privatpatient und die Rechnung in Vorkasse zu begleichen und diese im Nachgang dann bei der Heilfürsorge einreichen und das Geld verlangen ?

3.) Wäre es notfalls möglich, das ich mich doppelversicher ? eine PKV abschließe ? oder eien GKV um das ganze zu umgehen ?

Ich hab teilweise Angst zu diesem Arzt zu gehen, da ich beamter auf widerruf bin und kein Arzt bin, weiß ich auch nicht was die Folgen sein können, ein Kollege wurde gekündigt weil er ein eingewachsenen Zähnagel hat, OP = Sportausfall ca. 2 Monate ist nicht tragbar ..

Ich hatte nun beschwerden und hab mehrere Monate gewartet mich an den Arzt ranzutasten..

Ich hoffe Sie können mir da echt helfen, Mit freundlichen Grüßen

Einsatz editiert am 06.05.2020 00:53:14

Sehr geehrter Fragesteller,

bedauerlicherweise werden Sie mit dem aktuellen Zustand zunächst einmal leben müssen, die Heilfürsorge ist leider keine Krankenkasse im eigentlichen Sinne und eine freie Arztwahl gibt es hier nur begrenzt.

Bei einigen gefahrgeneigten Berufsgruppen hat sich der Staat dazu entschieden aufgrund seiner Fürsorgepflicht (und auch aus finanziellen Erwägungen) dazu entschieden für die Betroffenen keine Versicherung abzuschließen, sondern eine Sachleistung zu gewähren. Das heißt, dass es statt der "normalen" Krankenversicherung die Möglichkeit gibt direkt den angestellten Arzt aufzusuchen. Dieser ersetzt dann die freie Arztwahl, von der Sie sonst bei einem Angestelltenverhältnis bei einem privaten Arbeitgeber Gebrauch machen können.

Zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1. Verklagen der Heilfürsorge
Dies wird leider nichts bringen, da es hier keine Versichertenkarten gibt, sondern Sie nur Anspruch auf den Arzt des PÄD haben. Soweit Sie überwiesen werden können Sie die Kosten der weiteren Arztes einreichen, es besteht aber nur ein Anspruch auf eine Behandlung die der eines Kassenpatienten entspricht.

2. Einreichen einer Rechnung
Dies ist leider nicht möglich. Sie müssen vorher eine Überweisung durch den Arzt des PÄD vorlegen, ansonsten ist keine Erstattung möglich.

3. Doppelversicherung
Vollmitglied in der GKV oder PKV können Sie nicht werden, dies wäre vermutlich auch viel zu teuer. Es gibt aber zahlreiche Möglichkeiten sich hier zusätzlich zu versichern und dann auch unter Umständen eine Leistung zu erhalten, die über das bei der GKV übliche hinausgeht.

Für die Zukunft besteht die Hoffnung, dass es immer wieder Diskussionen um die Abschaffung der Heilfürsorge gibt bzw, könnten Sie im Laufe der Karriere auch mal in den Genuss von Beihilfe kommen, dann haben Sie freie Arztwahl. Zumindest beim Zahnersatz und bei Krankenhausaufenthalten bietet die Beihilfe dann etwas bessere Leistungen als eine GKV.

Aktuell besteht aber leider keine freie Arztwahl, falls es am Wochenende keinen verfügbaren Arzt des PÄD gibt können Sie zumindest dann versuchen sich durch einen anderen Arzt behandeln zu lassen und die Kosten hierfür nachreichen.

Ich bedauere Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können und wünsche Ihnen aber dennoch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 78835 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr verständlich. Alles in allem "wie man es erwartet". Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort auf die Frage kam schnell und hat uns sehr weitergeholfen. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich habe an einem Sonntag (!) innerhalb von zwei Stunden eine umfassende Antwort erhalten und möchte mich bei Herrn Rechtsanwalt Burgmer herzlich bedanken. ...
FRAGESTELLER