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Bürodienstleistung - Hab ich mich Strafbar gemacht - Auftragsgeber unseriös

14.03.2009 23:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


BITTE VERSCHIEBEN SIE DIE ANFRAGE, SO DASS SIE NICHT MEHR ÖFFENTLICH EINSEHBAR IST.

Sehr geehrte Rechtsanwältin,
sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich wohnhaft im EU-Ausland biete Bürodienstleistungen mit Call Center Service an.

Ich habe einen Auftragsgeber in Deutschland, welcher mit beauftragt hat Kunden anzurufen ob diese Ihre Mitgliedschaft verlängern oder beenden möchten.

Bei sämtlichen Anrufen kam es mir vor, dass die Kunden niemals Mitglied bei der Firma meines Auftragsgebers waren und es sich um eine Abzocke handelt, vorallem da die meisten zwischen 50-79 Jahre alt waren.

Jedenfalls sagten die "Kunden" dass Sie beenden möchten.

Am Anfang wurde der Betrag dann vom Konto des Kundes via Lastschrift abgebucht, für dass Einreichen der Lastschrifen an die Bank über Starmoney war ich auch verantwortlich, und habe daher sämtliche Lastschriften bei der Bank des Auftragsgeber eingereicht.

Nun hat aber die Bank meinem Auftragsgebers die Lastschrift-Berechtigung entzogen.

Daher sagte mein Auftragsgeber, wenn der Kunde beenden möchte, müsse er seine letzte Rechnung via Nachname beim Briefträger der Deutschen Post bezahlen.

Selbstverständlich war ich für dass versenden dieser Briefe im Auftrag meines Auftragsgebers auch verantwortlich.


Ca. 70-80% der Briefe via Nachname wurden nicht abgeholt und gingen mit dem Vermerk verweigert an die Deutsche Anschrift meines Auftragsgebers zurück.

Dass Geld wurde dann von der DP, direkt auf dass Konto des Auftragsgeber überwiesen.

Da dass Konto vom Auftragsgeber nun auch gesperrt wurde, fragte er mich ob ich kurzzeitig mein Konto zu Verfügung stellen könnten bis er ein neues hätte, ich sagte dummerweiße ja.

Nun wurden die Nachname Sendungen auf mein Konto überwiesen.

Ich habe die Briefe über ein Internet Dienst versendet, dieser Dienst hat nun meinen Account wegen Verdacht auf missbräuchliche nutzung des Nachname Services gesperrt. Soweit ich weiß wurde aber keine Anzeige gestellt.

Jedenfalls taucht mein Name bei der Bank des Auftragsgeber auf und bei dem Anbieter worrüber ich die Briefe versendet habe.

Ich habe mit dem Auftragsgeber einen Bürodienstleistungsvertrag abgeschlossen.

Nun möchte ich zum Ende des Monats die Geschäftsbeziehung mit meinem Auftragsgeber beenden, da mir dass alles zu unseriös ist.

Meine Angst ist jetzt nur, dass gegen meinem Auftragsgeber Anzeigen wegen Betruges oder Abzocke bzw. Telefonwerbung erstattet wurde und ich da mir reingezogen werde da ich ja für den Büroservice (Briefe, Call Center, Lastschriften einreichen etc.) verantwortlich war.

Ich würde gerne demnächst nach D fliegen um meine Heimat zu besuchen und habe Angst dass ich am Flughaben vllt. festgenommen werde weil ich die Briefe versendet habe und ein teil des Geldes über mein Konto lief.

Habe ich mich in irgendeiner Form Strafbar gemacht bzw. kann ich in Deutschland festgenommen werden? Wenn ja warum und wie soll ich mich verhalten? Was ist dass schlimmste was mir passieren kann?

Ich bin Deutscher Staatsbürger und lebe im EU Ausland

Ich bitte um eine ausführliche Antwort, vielen Dank!

Aber normal habe ich mich doch nicht Strafbar gemacht, oder??


Vielen dank
LG

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst danke ich für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Nach Ihren Angaben hat sich Ihr Arbeitgeber des Betrugs in zahlreichen Fällen strafbar gemacht. Auch wenn die Tat im Ausland gegangen wurde, so trat der Taterfolg in Deutschland ein. Die Tat kann daher von den deutschen Strafverfolgungsbehörden nach deutschem Recht verfolgt werden.

Was Ihre Handlungen betrifft, so liegt in objektiver Hinsicht eine Beihilfehandlung vor, die grundsätzlich ebenfalls strafbar ist. Voraussetzung ist jedoch zudem, dass Sie vorsätzlich gehandelt haben. Davon wird man ab dem Zeitpunkt ausgehen können, in dem sich Ihre Zweifel an der Rechtmäßigkeit zu einem sicheren Wissen verdichtet haben oder haben mussten.

Für ein wenig problematisch halte ich es, dass Sie Ihrem Arbeitgeber Ihr Konto zur Verfügung gestellt haben. Daraus könnten die Strafverfolgungsbehörden den Vorwurf der Mittäterschaft konstruieren. Ich empfehle Ihnen dringend, zukünftige Transaktionen keinesfalls mehr über Ihr Konto laufen zu lassen. Neben der strafrechtlichen Sanktion haften Sie zivilrechtlich auch für die Rückzahlung der unberechtigt vereinnahmten Beträge.

Es ist davon auszugehen, dass gegen Ihren Auftraggeber (und nun auch aufgrund der Benennung Ihres Kontos) auch gegen Sie strafrechtliche Ermittlungen laufen. Eine vorläufige Untersuchungshaft halte ich nicht für ausgeschlossen, da Sie im Ausland leben und damit stets die Gefahr der Fluchtgefahr besteht. Ob nun aber bereits ein Haftbefehl für Sie vorliegt, kann ich nicht beurteilen (das muss keinesfalls so sein).

Da bei der Einreise aus dem europäischen Ausland (sofern das Land dem Schengen-Abkommen beigetreten ist) keine Personenkontrollen stattfinden, ist eine Festnahme bei einem Besuch in Deutschland jedoch bereits aus praktischen Gründen unwahrscheinlich.

Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit empfehlen, die Tätigkeit für Ihren Arbeitgeber unverzüglich zu beenden. Es wäre auch überlegenswert, sich mit den Strafverfolgungsbehörden in Deutschland in Verbindung zu setzen. Dies würde die Glaubhaftigkeit Ihrer Aussage (Sie hätten von dem Betrug bislang nichts gewusst) deutlich erhöhen, so dass Sie in diesem Falle möglicherweise sogar straflos blieben.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.03.2009 | 15:22

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Lehmann,
vielen dank für Ihre ausführliche Antwort.

Nun würde ich gerne noch folgende Nachfrage stellen.

1.)

A.) Gehen wir davon aus, dass nur "einige (10-20) " Leute eine Anzeige gestellt haben, wie hoch ist die Gefahr dass ein Europäischer Haftbefehl rausgeht?

B.) Gehen wir davon aus, dass "mehrere( 50-75)" Leute eine Anzeige gestellt haben, wie hoch ist die Gefahr dass ein Europäischer Haftbefehl rausgeht?

2.) Sollte ich in Deutschland verurteilt werden, was für eine Strafe droht mir, meinen Sie einfach eine Bewährungsstrafe oder eine Freiheitsstrafe? Es wird ja nicht unbedingt die Höchststrafe angewendet, was sagen Ihre Erfahrungen was man für eine Strafe bekommen wird?



Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.03.2009 | 02:59

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Anzahl der Anzeigenerstatter ist für das Strafmaß nach meinem Ermessen von untergeordneter Bedeutung. Entscheidender ist die Höhe des eingetretenen Schadens sowie es letztlich (mangels Zahlung) die Anzahl der Fälle, in denen es bei einem versuchten Betrug geblieben ist. Um dies zu ermitteln, sind die Strafverfolgungsbehörden nicht unbedingt auf eine Strafanzeige angewiesen.

Die Voraussetzungen für die Ausstellung eines europäischen Haftbefehls liegen hier vor. Ob ein solcher tatsächlich beantragt wird, darüber kann und möchte ich keine Prognose abgeben. Letztlich hängt dies auch von der Arbeitsauslastung der zuständigen Staatsanwaltschaft ab. Da mir zudem weder die Schadenshöhe noch der Umfang der (zu beweisenden) Betrugsversuche bekannt sind und ich über Ihre persönlichen Verhältnisse (Vorstrafen, Familienstand ect.) nicht informiert bin, ist eine Einschätzung des zu erwartenden Strafmaßes beim besten Willen nicht möglich. Eine Freiheitsstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird, erscheint mir hier nach einer ersten unverbindlichen Einschätzung allerdings keinesfalls zwingend zu sein. Eine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden würde sich in jedem Falle deutlich strafmindernd auswirken.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.03.2009 | 02:59

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Anzahl der Anzeigenerstatter ist für das Strafmaß nach meinem Ermessen von untergeordneter Bedeutung. Entscheidender ist die Höhe des eingetretenen Schadens sowie es letztlich (mangels Zahlung) die Anzahl der Fälle, in denen es bei einem versuchten Betrug geblieben ist. Um dies zu ermitteln, sind die Strafverfolgungsbehörden nicht unbedingt auf eine Strafanzeige angewiesen.

Die Voraussetzungen für die Ausstellung eines europäischen Haftbefehls liegen hier vor. Ob ein solcher tatsächlich beantragt wird, darüber kann und möchte ich keine Prognose abgeben. Letztlich hängt dies auch von der Arbeitsauslastung der zuständigen Staatsanwaltschaft ab. Da mir zudem weder die Schadenshöhe noch der Umfang der (zu beweisenden) Betrugsversuche bekannt sind und ich über Ihre persönlichen Verhältnisse (Vorstrafen, Familienstand ect.) nicht informiert bin, ist eine Einschätzung des zu erwartenden Strafmaßes beim besten Willen nicht möglich. Eine Freiheitsstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird, erscheint mir hier nach einer ersten unverbindlichen Einschätzung allerdings keinesfalls zwingend zu sein. Eine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden würde sich in jedem Falle deutlich strafmindernd auswirken.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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