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Buchverkäufer braucht Hilfe bei Ust-Erklärung via Elster

| 28.06.2016 09:01 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park


Guten Morgen,

ich verkaufe gebrauchte Bücher und bin kein Kleinunternehmer mehr, muss also Ust zahlen. Nun mache ich zum ersten Mal meine Steuererklärung für 2015 selbst mit Elsteronline und habe folgende Fragen:

1. Ich verkaufe Bücher bei Amazon (und habe eine USt-Id) und fand auf der Amazon-Seite kürzlich die Information, dass die Verkaufsgebühren nicht umsatzsteuerpflichtig sind, wenn man eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer übermittelt hat.
http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=3486601#ausnahme

Ist es so, dass ich die Ust abführen muss, sie mir aber wiederholen kann? Kann man dies Nullsummenspiel nicht einfach lassen? (Es handelt sich um einen Betrag von ca. 38,00 EUR)
Welche Zeilen der Ust-Erklärung bei Elster muss ich verwenden?

2. Buchverkäufe ins Nicht-EU-Ausland und an Kollegen mit Ust-Id innerhalb der EU sind ja umsatzsteuerfrei. In einigen Rechnungen habe ich aus Versehen trotzdem Ust. ausgewiesen. Muss ich sie auch abführen? Muss ich dem Kunden, wenn er es verlangt, die von ihm zu viel gezahlte Ust erstatten? Was droht mir?

3. Ich schreibe Buchbesprechungen für ein Dienstleistungsunternehmen und bekomme pro Besprechung ein kleines Honorar. Auf den Gutschriften ist keine Ust ausgewiesen. Ich muss also auch keine abführen? Handelt es sich also um eine „Umsatzsteuerfreie, nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahme"? (Zeile 15 bei Elster)

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

1. Ich habe den von Ihnen zur Verfügung gestellten Link geprüft. Hier scheint es in der Tat so zu sein, dass die Verkaufsgebühr jedenfalls dann von Amazon netto in Rechnung gestellt wird, wenn Sie Amazon Ihre USt-ID-Nummer zur Verfügung gestellt haben. Dies ist Ihrem Vortrag nach geschehen.

Es wird also grundsätzlich keine Umsatzsteuer auf die Verkaufsgebühr berechnet, wenn Sie die von Amazon beschriebenen Voraussetzungen einhalten. Hier müssen Sie sich also nichts zurück holen, Sie müssen auch nicht mit der Vorsteuer verrechnen.

Meiner Auffassung nach liegen steuerfreie Umsätze i.S.d. § 4 Nr. 8 UStG vor. Hier wäre Zeile 24 und 48 des Vorsteueranmeldungsformulars zu nutzen.

2. Haben Sie USt auf Ihren Rechnungen ausgewiesen und diese auch vereinnahmt, so müssen Sie diese an das Finanzamt abführen. Sollten Sie USt vereinnahmen, aber nicht abführen, könnte der Straftatbestand der Steuerhinterziehung nach § 370 AO vorliegen. Ihnen würde ein Ermittlungsverfahren drohen, ggf. sogar eine Verurteilung.

3. Meines Erachtens handelt es sich hier um steuerbare Umsätze nach § 1 Abs. 1 UStG. Die 75,00 EUR sind somit der Bruttobetrag. Hiervon sind grundsätzlich 19% als Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Dies gilt insbesondere auch deswegen, weil Sie selbst vortragen nicht mehr unter die Kleinunternehmerregel i.S.d. § 19 UStG zu fallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.06.2016 | 11:01

Vielen Dank für die Antwort.

Zu 1: Ich habe noch nicht verstanden, warum die Amazongebühren umsatzsteuerfrei sind, hat es etwas mit dem B2B-Handel innerhalb der EU zu tun?

Zu 2: Muss ich dem Kunden, wenn er es verlangt, die von ihm zu viel gezahlte Ust erstatten?

Zu 3: 75 EUR ?
Die Buchbesprechungen sind ja nicht Teil meines Buchverkauf-Gewerbes, haben doch daher mit der nicht mehr geltenden Kleinunternehmerregel nichts zu tun?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.06.2016 | 11:19

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfragen.

Zu 1: Ganz recht, die Umsatzsteuerfreiheit ergibt sich ja nur, wenn Sie Ihre Unternehmereigenschaft i.S.d. UStG nachweisen können. Ansonsten würde Ihnen Amazon 19% Umsatzsteuer berechnen. Dies geht zurück auf § 15 UStG.

Zu 2: Hier wäre die bereits vereinnahmte USt meiner Auffassung nach an das Finanzamt abzuführen. Sollte die USt noch nicht im Rahmen der USt-Voranmeldung an das Finanzamt gemeldet worden sein, kann unproblematisch diese wieder an den Kunden herausgegeben werden. Die alte Rechnung wäre zu stornieren, eine neue Rechnung zu erstellen.

Liegt eine USt-Voranmeldung bereits vor, so kann eine Erstattung nur über eine Berichtigung derselbigen laufen. Auch dies ist über Elster möglich. Kommt es im Zuge der Berichtigung zu der Erstattung durch das Finanzamt, so könnten Sie die USt auch wieder an den Kunden auskehren.

Zu 3: Ist diese Dienstleistung nicht Teil des Buchhandels, so wäre hier in der Tat keine Umsatzsteuerpflicht gegeben, wenn Sie bzgl. der Buchbesprechungen weiterhin Kleinunternehmer sind.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 06.07.2016 | 17:43

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"Vielen Dank für Ihre Antworten.
in diesem Rechtsforum bekam ich auf meine Fragen ganz andere Antworten, als von Ihnen.
Da mich dies doch etwas verunsichert hat, keine fünf Sterne.
http://www.123recht.net/Umsatzsteuer-auf-Verkaufsgebuehren-bei-Amazonde-Marketplace-__f505969.html
Als Laie hat man´s nicht leicht.
Viele Grüße
"
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihr feeedback. Ich warne eindringlich davor Steuerratschläge von Fremden, die in einem öffentlichen Forum unter Alias Steuerberatung tätigen, ohne hierzu befugt zu sein. Wie in diesem Beitrag ganz recht ausgeführt wurde, ich bin zur steuerlichen beratung von Mandanten berechtigt, ich bezweifele, dass dies Ihre "Freunde" im Forum auch sind. Aber wie bei allem gilt die Weißheit, "wer nicht will, der hat schon". Schönen Abend noch, Alex Park