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Buchungsbestätigung erhalten, jedoch keine Tickets

| 22.03.2014 20:26 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Luftbeförderungsverträge kommen durch Abgabe übereinstimmender Willenserklärungen (Angebot und Annahme) zu Stande.

Eine Buchungsbestätigung stellt grundsätzlich nur die Bestätigung des Einganges des Angebotes des Fluggastes und keine Bestätigung des Beförderungsvertrages dar. Zum Vertragsschluss ist grundsätzlich eine Reisebestätigung erforderlich.

Wir haben einen Flug nach Südafrika gebucht. Zuerst teilte das Reisebüro mit, dass keine Flüge mehr gebucht werden können. Ca. 2 Wochen später erhalten wir eine Buchungsbestätigung. Diese Buchungsbestätigung wird am nächsten Tag wieder vom Reisebüro storniert. Tickets haben wir keine Erhalten.

Können wir, basierend auf Buchungsbestätigung und mitgesandter Rechnung trotzdem auf Aushändigung von Tickets bzw. Schadensersatz bestehen?

22.03.2014 | 21:49

Antwort

von


(37)
Gutenbergplatz 1
65187 Wiesbaden
Tel: 0611-991660
Web: http://reiserechtsexperte.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Frage auf dem Portal 123Recht.net, die ich gerne unter Berücksichtigung des von Ihnen vorgetragenen Sachverhaltes beantworte.

In Ihrem Fall ist leider eine Beantwortung der Frage ohne Einsichtnahme in die Unterlagen nicht möglich. Sie teilen mit, Sie haben einen Flug nach Südafrika gebucht. Diese Aussage stellt genau genommen das Ergebnis einer rechtlichen Bewertung dar. Diese rechtliche Bewertung kann allerdings nur nach Auslegung der Erklärungen, die Ihnen nach meiner Einschätzung schriftlich vorliegen, vorgenommen werden.

Im einzelnen:

Der Beförderungsvertrag kommt zu Stande durch Abgabe zwei übereinstimmender Willenserklärungen. Hierbei gibt grundsätzlich der Fluggast das Angebot zum Abschluss eines Vertrages ab, das entweder durch die Fluggesellschaft oder den Vermittler angenommen wird.

Ich unterstelle, dass Sie ein wirksames Angebot zum Abschluss eines Beförderungsvertrages abgegeben haben. Zur Annahme dieses Angebotes, die zum Vertragsschluss führen würde, ist eine dahingehende Willenserklärung des Vermittlers bzw. der Fluggesellschaft erforderlich. Die erste Erklärung des Reisebüros lautete, dass keine Flüge mehr buchbar seien. Damit wurde eine Annahme nicht erklärt, sondern abgelehnt. Sie teilen weiter mit, dass Sie zwei Wochen später eine Buchungsbestätigung erhielten, die allerdings einen Tag darauf vom Reisebüro storniert wurde. Hier wird es nun rechtlich interessant. Eine Buchungsbestätigung stellt grundsätzlich keine Annahme eines Angebotes dar, vielmehr stellt die Buchungsbestätigung lediglich die Bestätigung des Eingangs der Buchungserklärung des Fluggastes dar. Allerdings ist merkwürdig, dass der Buchungsbestätigung die Rechnung beigefügt war. Der rechtsgeschäftliche Inhalt dieser Buchungsbestätigung kann von mir daher nur ausgelegt werden, wenn ich diese Dokumente zur Einsichtnahme vorliegen habe. Ich bitte um Verständnis, dass eine Beurteilung eines Dokuments, welches ich nicht lesen kann, unmöglich ist.

Sollte es sich wirklich nur um eine Buchungsbestätigung gehandelt haben, so wäre mit dem Zugang dieses Dokuments bei Ihnen noch kein Vertrag zu Stande gekommen.

Sollte es sich allerdings um eine Reisebestätigung gehandelt haben, führte diese tatsächlich zum Vertragsschluss. Damit wäre der Beförderungsvertrag wirksam zu Stande gekommen.

Unterstellt, der Vertrag ist zu Stande gekommen, ist das weitere Dokument, nämlich die "Stornierung" durch das Reisebüro einer rechtlichen Bewertung zu unterziehen. Grundsätzlich kann der Vertragspartner nicht ohne weiteres einen Vertrag beseitigen, es sei denn, der Rücktritt ist gesetzlich eingeräumt oder wurde vertraglich vorbehalten. Dies ist allerdings bei Luftbeförderungsverträgen unüblich. In der Stornoerklärung könnte allerdings eine Anfechtung zu sehen sein. Ob dies der Fall ist, kann ich ebenfalls nur nach Einsichtnahme in die Dokumente beurteilen. Allerdings kann ein Vertrag nicht ohne weiteres angefochten werden. Es dürfte hierzu konkreter Anfechtungsgründe, um den Vertrag wirksam zu beseitigen.

Sollte der Vertrag wirksam zu Stande gekommen sein, haben Sie einerseits Anspruch auf Beförderung, das heißt Aushändigung von Flugtickets (die es in Zeiten der elektronischen Tickets allerdings nicht mehr gibt), andererseits macht sich die Fluggesellschaft schadenersatzpflichtig, soweit die Beförderung nicht ermöglicht wird.

Für eine weitergehende Betreuung Ihres Vorganges stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Hopperdietzel
Rechtsanwalt
Spezialist für Reise- und Luftverkehrsrecht


Ergänzung vom Anwalt 30.03.2014 | 19:17

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen vorgelegte Buchungsbestätigung vom 17. März 2014 stellt nach meiner Einschätzung wirklich nur die Bestätigung des Eingangs einer Buchung dar. Eine Annahme des Angebotes zum Abschluss eines Beförderungsvertrages oder eines Reisevertrages kann ich hierin nicht sehen, da beispielsweise die Konkretisierung der Flüge (Flugnummer, Flugzeiten) fehlt. Es fehlen Hinweise darauf, dass Ihnen die Teilnahme an einer konkreten Flugreise versprochen wird.

Allerdings lässt die E-Mail des Reiseveranstalters, mit der vorgenannte Buchungsbestätigung verschickt wurde, Gegenteiliges erkennen. Hier ist nun ausdrücklich von Buchung und verbindlicher Bestätigung die Rede. Soweit der Reiseveranstalter dazuschreibt, dass alle Informationen zu Ihrer Buchung sowie die Zahlungshinweise im beigefügten Dokument gefunden werden können, unterstreicht das die soeben geäußerte Auffassung. Der Vertrag dürfte somit wirksam zustande gekommen sein.

Nach meiner Einschätzung ist zu einem Anfechtungsgrund des Veranstalters von diesem noch nicht hinreichend vorgetragen worden.

Ich halte nach derzeitiger Einschätzung den Reiseveranstalter für leistungspflichtig.

Bewertung des Fragestellers 01.04.2014 | 16:53

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