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Buchung u Bezahlung von Hotelzimmer durch 2 versch Personen - Recht auf Erstattung?

| 03.11.2017 13:17 |
Preis: 60,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Ein Hotelzimmer in Austria wurde von Person A (aus Deutschland) schriftlich gebucht. Zusammen mit Person B (aus Deutschland) wurde das Zimmer genutzt. Person B hat die Hotelrechnung, die auf Person A ausgestellt war (weil Buchende), vor Ort per ec-/credit Karte bezahlt. Person B verlangt 50% des Betrages von Person A.
Muss Person A grundsätzlich bezahlen?
Muss Person A bezahlen, wenn mündlich besprochen wurde, dass sie 50% zahlen wird?
Kann Person B den Gesamtbetrag der Rechnung von Person A einklagen?

Mittlerweile hat Person A veranlasst, dass an Person B die bezahlte Rechnung auf den Namen/inkl. Adresse von Person B zugesendet wurde.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage , die ich Ihnen wie folgt beantworte:



Frage 1:
"Muss Person A grundsätzlich bezahlen?Muss Person A bezahlen, wenn mündlich besprochen wurde, dass sie 50% zahlen wird?"


Im Außenverhältnis ( also zwischen Hotel und buchender Person A) ist Person A allein zahlungspflichtig.

Im Innenverhältnis ( also zwischen Person A und B) richtet sich die Zahlungspficht nach den konkret vorgenommenen Absprechen. Da nach Ihrer Schilderung Person B den vollen Preis zahlte und eine mündliche Absprache hinsichtlich einer hälftigen Teilung bestand, hat Person B auch den Anspruch von Person A den halben Preisanteil zu fordern.


Frage 2:
"Kann Person B den Gesamtbetrag der Rechnung von Person A einklagen?"


Die geänderte Rechnung bildet nunmehr den tatsächlichen Zustand ab ( Zahlung der Gesamtsumme vor Ort durch Person B). Aber auch hier würde einer Forderung des Gesamtbetrags zweierlei gegenübestehen, nämlich zum einen die mündiche Absprache und zum anderen die geänderte Rechnung.

Person B wäre daher besser beraten, auch nur den vereinbarten Anteil einzufordern, da dieses den Tatsachen entspricht und im Zivilprozess Wahrheitspflicht herrscht (§ 138 ZPO).


Bevor aber gleich geklagt wird, sollte man zunächst im Guten versuchen die Angelegenheit zu klären, da hier offenbar Missverständnisse oder nachträgliche Differenzen zugrunde liegen. Lässt sich nichts im Guten klären, so sollten Person B ihren Anspruch unter Schilderung der konkreten Tatsachen und unter Fristsetzung von A schriftlich und nachweisbar einfordern.Erst nach Ablauf dieser Frist sollte dann ggf. Klage erhoben werden.

Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Raphael Fork
-Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2017 | 14:00

Wenn nun Person A die Bezahlung von Person B als Einladung aufgefasst hat und daher eine hälftige Bezahlung nicht mehr sieht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2017 | 19:23

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage , die ich Ihnen wie folgt beantworte:


Nachfrage 1:
"Wenn nun Person A die Bezahlung von Person B als Einladung aufgefasst hat und daher eine hälftige Bezahlung nicht mehr sieht?"


Dann sind es zunächst einmal drei Dinge, die ein wenig ungewöhnlich anmuten:

1.) Wie konnte sich Person B trotz der mündlichen Absprache eingeladen fühlen ?

2.) Wieso zahlte Person A überhaupt vor Ort ?

3.) Warum wurde dann im Nachgang die Rechnung geändert ?


Im Streitfall müsste dann eine sog. Beweisaufnahme durchgeführt werden. Anhand dieser müsste dann der Richter bewerten, ob die vorgetragenen Tatsachen eine hälftige Beteiligung von Person B an den Kosten rechtfertigen. Dabei trägt grundsätzlich diejenige Partei die Beweislast, welche sich auf für sie günstige Umstände beruft. gelingt ein solcher Beweis nicht, kann man einen Prozess allein aus diesem Grunde verlieren.

Es läuft also im Endeffekt auf die Klärung der Frage hinaus, ob und warum B die Zahlung vor Ort übernahm. Geschah dies, weil er die Rechnung allein tragen wollte, kann er grundsätzlich nicht später eine Beteiligung einfordern.

Übernahm er hingegen die Rechnung ohne den Hintergedanken A von den Kosten gänzlich zu entlasten, so ist die abgesprochene hälftige Aufteilung der Kosten regelmäßig üblich und praktikabel.


Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Raphael Fork
-Rechtsanwalt -

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Bewertung des Fragestellers 05.11.2017 | 13:14

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