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Buchung einer Ferienwohnung im Internet

| 02.04.2012 17:23 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


11:04
Ich habe im Januar über Casamundo angefragt, ob eine bestimmte Ferienwohnung in Korsika frei sei und als Antwort erhalten: "Herzlichen Dank für Ihre verbindliche Buchungsanfrage". 2 Stunden später bekam ich die Bestätigung vom Anbieter, dass sie frei ist und ich sie hiermit verbindlich gebucht hätte. Diese Bestätigung sollte ich nochmal mit einem Klick auf einen Link bestätigen, was ich nicht gemacht habe. Stattdessen habe ich sofort(30 Minuten später)zurückgeschrieben, dass ich mich doch für eine andere Wohnung entschieden habe und diese Wohnung nicht mehr mieten möchte. Daraufhin bekam ich die Antwort, dass dies nicht mehr möglich sei, da ich definitiv gebucht hätte und die Stornierungskosten in Höhe von 265 Euro (30% der Miete) zahlen müsse. Für eine Wohnung in Korsika, 50 m vom Meer!! Kann das rechtens sein? Vielen Dank für Ihre Antwort!
02.04.2012 | 18:34

Antwort

von


(563)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

In Ihrem Fall ist zunächst von Interesse, wo der Vermieter seinen Sitz hat und welches Recht auf den Mietvertrag Anwendung finden soll. Möglicherweise richtet sich Ihr Fall nach italienischem Recht. Ggf. können Sie hierzu in der Nachfrage weiter ausführen.

Soweit deutsches Recht gilt, ist Folgendes festzuhalten:

Ob Sie im Januar einen verbindlichen Reisevertrag geschlossen haben, hängt davon ab, wie Ihre damalige Erklärung auszulegen ist. Ich habe mir hierzu das Portal Casamundo einmal angeschaut und festgestellt, dass bei den einzelnen Wohnungen bzw. Häusern die Verfügbarkeit mittels eines Kalenders angezeigt wird. Die freien Tagen sind grün gekennzeichnet, bereits vermietete Zeiten sind rot hinterlegt.

Sie können dann in der Maske Ihre Kontaktdaten und den gewünschten Anreisetermin angeben, eine Zahlungsart wählen, bestätigen dass Sie die AGB zur Kenntnis genommen haben und dann mittels des grünen Buttons "Buchung" die Buchung durchführen. Die AGB scheinen je nach Veranstalter ganz unterschiedlich zu sein, auch zur Frage der Rechtswahl und des pauschalierten Schadenersatzes. Dies wäre also die Stelle, an der Sie einmal nachsehen sollten, welches Recht zur Anwendung kommen soll.

Wenn Sie diese Maske ausgefüllt haben, ist Ihre Erklärung so auszulegen, dass Sie ein Angebot auf Buchung der Ferienwohnung abgegeben haben. Etwas Anderes wäre der Fall, wenn Sie lediglich über das Kontaktformular eine E-Mail geschickt haben mit der Anfrage: "Ist die Ferienwohnung xy auf Korsika vom.. bis... noch frei?", da dies gerade nicht die verbindliche Bestellung der Wohnung beinhaltet, sondern nur eine Anfrage bezüglich deren Verfügbarkeit. Ggf. können Sie auch hierzu im Rahmen der Nachfrage weiter ausführen.

Es kommt also ganz wesentlich darauf an, wie Sie seinerzeit die Anfrage über Casamundo durchgeführt haben. Bei dieser Anfrage müssten Ihnen dann auch die AGB, wonach Sie bei einem Rücktritt 30 % der Miete zahlen müssen, zur Kenntnis gebracht worden sein. Zumindest müssten Sie durch Anklicken "Ja, ich habe die AGB gelesen und bin einverstanden" diesen zugestimmt haben, auch wenn Sie sie nicht gelesen haben.


Im Hinblick auf die pauschalierten Schadenersatzforderung ist selbst im Falle einer verbindlichen Buchung und Mitteilung der Pauschalierung in den AGB zu prüfen, ob die Klausel, aus der sich die Stornierungskosten von 30 % ergeben, gemäß § 309 Nr. 5 BGB verstößt. Dies ist dann der Fall, wenn die Pauschale den nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge zu erwartenden Schaden übersteigt oder Ihnen nicht ausdrücklich der Nachweis gestattet wurde, dass der Schaden nicht entstanden oder wesentliche niedriger ist. Wenn also sich eine solche Klausel nicht zusätzlich in den AGB an der Stelle findet, an der die Zahlung von 30 % der Kosten genannt ist, sind diese AGB schon aus diesem Grund unwirksam. Den üblichen Schaden bei einer leer stehenden Wohnung müsste zudem der Veranstalter beweisen und so belegen, dass die von ihm gewählte Quote von 30 % angemessen ist.

Außerdem wäre insbesondere auch noch von Interesse, ob die Wohnung nach Ihrer am gleichen Tag versandten "Stornierungs-E-Mail" wieder vermietet werden konnte. Ggf. können Sie dies während Ihres Urlaubs einmal nachprüfen, wenn Ihre jetzt gebuchte Wohnung in der Nähe liegt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 04.04.2012 | 10:47

Vielen Dank für Ihre Auskunft. Nach Ihren Angaben ist es schon möglich, dass ich das Haus auf diese Weise vrbindlich gebucht habe ohne es zu wollen. Der ursprüngliche Vermieter nennt sich bungalow.net und sitzt wohl in Holland oder Belgien. Ich habe nochmal auf der Seite von Casamundo nachgeschaut und gesehen, dass das betreffende Haus mittlerweile vermietet ist zu dem fraglichen Zeitpunkt. Mir wurde in der letzten Email eine Frist von 7 Tagen eingeräumt, die Stornokosten zu bezahlen. Wie soll ich drauf reagieren?
Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.04.2012 | 11:04

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Eine verbindliche Handlungsanweisung zu erteilen ist schwierig, da ich immer noch nicht weiß, ob überhaupt deutsches Recht Anwendung findet. Auf der Seite des Vermieters bungalow.net kann ich die AGB nicht finden. Sie müssten bei der Buchung des konkreten Bungalows auf Casamundo abgerufen werden können.

Wenn deutsches Recht Anwendung findet, muss sich der Reiseveranstalter das anrechnen lassen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistung erwerben kann, § 651 i Abs. 2 BGB . Wenn er also den Bungalow zum gleichen Preis anderweitig vermieten konnte und ihm kein Schaden entstanden ist, kann er keine Stornokosten verlangen.

Sie sollten also nochmals in den AGB nachschauen und prüfen, ob deutsches Recht Anwendugn findet. Wenn ja, zahlen Sie nichts. Wenn nein, müssten Sie den Fall nach dem vereinbarten Recht nochmals prüfen lassen.

Bewertung des Fragestellers 04.04.2012 | 12:35

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.04.2012
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