Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

BtmG: Nicht ernst gemeintes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln

04.11.2013 01:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Handeltreiben mit BTM

Hallo,

der Fall schildert sich wie folgt:
Vor ungefähr 4 Wochen war ich mit mehreren Personen in einer für uns fremden Stadt auf Kneipentour. Nach einer ziemlich intensiven Nacht durch Alkoholkonsum kam ein Freund von mir auf die Idee (Dies war etwa um 3 Uhr morgens), sich in die Fußgängerzone zu stellen, um so zu tun, als würde er Drogen verkaufen, um die Reaktion der Leute abzuwarten, da die Idee in diesem Moment ziemlich lustig klang, obwohl er wirklich nicht die Absicht hatte, auch keine Drogen besaß und einfach nur sturzbetrunken einer dummen Idee folgte. Ich stellte mich dazu, so betrunken, wie ich war und machte mit. Nach einiger Zeit gerieten wir an Polizisten in Zivil. Wir wurden "festgehalten", mehr Polizisten kamen, wir wurden durchsucht, jedoch hatten wir selbstverständlich keinerlei Betäubungsmittel dabei, kamen beide aus Städten, die 100 Kilometer von dem Ort (Was man auch in den Ausweisen gesehen hatte und das Handeltreiben mit Drogen meiner Meinung nach ja erschwert, wenn man in dem Fall keine dabei hat) entfernt sind und waren komplett ortsfremd mit keinerlei Kontakten. Außerdem waren wir mit Taxi dort und somit gab es auch kein Fahrzeug von uns vor Ort, in welchem man hätte Drogen verstecken können. Wir beide wurden auch nach einem Fahrzeug gefragt, aber erklärten, dass wir mit dem Taxi da waren. Wir beide waren zudem, wie bereits erwähnt, stark alkoholisiert, was man mir auch deutlich ansehen konnte, da ich torkelte, als ich versuchte, meine Schuhe anzuziehen und ich mich nicht mehr klar ausdrücken konnte. Wir beide wurden ständig dazu gedrängt, zu verraten, wo die Drogen versteckt seien. Jedoch haben wir bei jeder Frage darauf geantwortet, dass das alles nur ein dummer Scherz sei und wir niemals die Absicht hatten, irgendetwas zu verkaufen, damit nichts am Hut haben und hier auch niemanden kennen würden, von dem wir so etwas bekommen würden. Wir erklärten auch, dass wir vorher in mehreren Kneipen waren und dort Alkohol tranken. Am Ende wurden wir einfach laufen gelassen. Die ganze Situation war im Endeffekt mehr als skurril, was man den Polizisten auch anmerkte.
Mein Bekannter hat bereits einen Btm-Eintrag aufgrund von Cannabis-Erwerb.
Ich hatte bis jetzt noch nie mit der deutschen Justiz zu tun.

Bis jetzt kam noch nichts von irgendeiner Staatsanwaltschaft.
Mit den meisten Menschen, mit denen ich darüber geredet habe (Zum Teil auch angehende Juristen im fortgeschrittenen Semester), meinten, dass ich nichts zu befürchten habe, da kein Staatsanwalt sich damit befassen wollen würde, da der ganze Sachverhalt der Arbeit nicht wert wäre. Stimmt das?
Kann ich davon ausgehen, dass ich mit einem blauen Auge davonkomme oder ich tatsächlich ein Strafverfahren zu befürchten habe?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Unter Handeltreiben ist jedes

"Eigennützige Bemühen zu verstehen, das darauf gerichtet ist, den Umsatz mit Betäubungsmitteln zu ermöglichen oder zu fördern, selbst wenn es sich nur um eine einmalige oder auch nur vermittelnde Tätigkeit handelt", so der Bundesgerichtshof.

Beim Handeltreiben handelt es sich somit um ein reines Unternehmensdelikt und kein Erfolgsdelikt.
Damit ist bereits der auch strafbar, der noch gar keine Drogen besitzt.

Die Einschätzung von Mitstudenten ist daher falsch.

Es ist daher damit zu rechnen, dass eine Anklage erfolgen kann.

Zudem erhalten Sie erst von der Polizei Post, dann wird das Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
und Diplom-Ökonomin Dr. Corina Seiter, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2013 | 02:34

Sehr geehrte Frau Seiter,

ich danke Ihnen für ihre Antwort.

"Es ist daher damit zu rechnen, dass eine Anklage erfolgen kann."

Heißt das, dass es trotzdem - beispielsweise aufgrund des Sachverhalts - nicht zu einer Anklage kommen muss? Ich verstehe nicht ganz, wie wahrscheinlich das aufgrund des geschilderten Sachverhalts ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.11.2013 | 08:44

Ich rechne eher damit, dass es zu einer Verfolgung kommt - vor allem, wenn aufgrund des Sachverhaltes keine weiteren rechtlichen Maßnahmen ergriffen werden - der Staatsanwaltschaft bleibt dann keine andere Wahl, sie können das zwar glauben, aber da es nicht darauf ankommt (s.o. Unternehmensdelikt unabhängig vom tatsächlichen Besitz der "Ware") wären die "Chancen" wohl 90:10, dass das verfolgt wird.

Wenn hier jedoch frühzeitig anwaltlich mit Polizei und Staatsanwaltschaft verhandelt wird, gehe ich davon aus, dass das Verfahren eingestellt werden kann.

Gerne helfen wir hier weiter.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69322 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr kompetenter Fachanwalt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
100 Punkte! Meine Frage wurde sehr schnell, verständlich, ausführlich und freundlich beantwortet! Das noch dazu zu einer sehr späten Uhrzeit und die Antwort auf meine Rückfrage erhielt ich 15 Min. später. Wirklich top und zu ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage ist vollständig beantwortet worden. ...
FRAGESTELLER