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Bruchteilgemeinschaft Grundstück

| 26.10.2018 10:26 |
Preis: 30,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Eine Verschiebung der Grundstücksgrenze muss immer durch notariell beurkundeten Vertrag und amtliche Änderung von Kataster und Grundbuch erfolgen. Ein Überbau auf das Grundstrück des Nachbarn ohne Eigentumsänderung ist im Regelfall unzulässig.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Besitzer eines Reihenhauses. Insgesamt stehen drei Reihenhäuser nebeneinander.
Jedes Reihenhaus steht auf eigenem Grund und Boden.

Vor diesen Reihenhäuer befindet sich eine Verkehrsfläche, diese gehört zu je 1/3 den Eigentümern der Reihenhäuser.
Ebenfalls gehört mir ein Flurstück (alleiniges Eigentum) welches als Stellplatz für mich dient.
Ich möchte gerne grundsätzlich auf diesem Flurstück eine Garage errichten.
Da mein Grund und Boden dort allerdings nur 2,75m breit ist und alle gängigen Fertiggaragen eine Breite von mindestens 2,95m aufweisen, müsste ich auf 4m länge ca. 30cm auf das Gemeinschaftsgrundstück bauen.

Meine Frage dazu lautet:
Einfach so darf ich diese Garage sicherlich nicht errichten, da es sich ja um eine bauliche Veränderung handelt. Reicht dafür die Zustimmung eines Nachbarn oder müssen dazu beide zustimmen? Reicht es, wenn wir dazu einen einfachen schriftlichen Text aufsetzen oder muss dies beim Notar geschehen?

Oder kann ich es nur erwirken, in dem die beiden Nachbarn mir jeweils ihr drittel des Eigentums verkaufen?
Was gerade mal knapp 2qm entspricht.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Beste Grüße
26.10.2018 | 11:25

Antwort

von


(188)
Marktstätte 32
78462 Konstanz
Tel: 07531 - 808 798
Tel: : 07751 - 802 604
Web: http://www.kanzlei-plewe.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sehen das richtig: einfach so überbauen dürfen Sie nicht.
Gegebenenfalls könnten Sie mit den Eigentümern beider Grundstücke aushandeln, dass Ihnen der Überbau (bei unveränderter Grundstücksgrenze) genehmigt wird. Üblicherweise wird dabei allerdings eine Entschädigung fällig, eine sogenannte „Überbaurente". Allerdings macht das die Sache kompliziert, weil eigentlich nach dem Gesetz das auf einem Grundstück stehende Gebäude dem Eigentümer des Grundstücks gehört. Dann würde ein Teil der Garage auch den Nachbarn gehören. Das macht vermutlich wenig Sinn, weil es auch bei einem späteren Verkauf Probleme bereiten würde.

Ich empfehle Ihnen folgende Vorgehensweise:

Zunächst sollten Sie sich beim örtlichen Bauamt erkundigen, ob irgendwelche örtlichen Bauvorschriften (Bebauungsplan etc.) gegen Ihr Vorhaben sprechen.
Dann besprechen Sie Ihr Vorhaben mit beiden (!) Nachbarn und bitten Sie darum, dass Ihnen von dem gemeinschaftlichen Grundstück ein Teil verkauft wird. Im Grundbuch kann dieser Streifen von 30 cm dann Ihrem Grundstück (auf dem Sie die Garage bauen wollen) zugeschrieben werden, so dass sich Ihr Garagengrundstück einfach nur vergrößert. Das wäre die sauberste Lösung, denn dann haben Sie auch für die Zukunft klare Verhältnisse, wenn eines Tages die Eigentumsverhältnisse an Ihrem Grundstück oder den anderen Grundstücken durch Verkauf oder Vererbung wechseln.

Wenn die Nachbarn zustimmen, müssen Sie in jedem Fall zum Notar und die Übertragung dort beurkunden lassen. Außerdem wird eine amtliche Vermessung erforderlich, weil das Kataster und das Grundbuch geändert werden müssen. Sie sollten in diesem Notarvertrag auch gleich die unwiderrufliche Zustimmung der Nachbarn aufnehmen lassen, dass die Nachbarn mit dem geplanten Garagenbau einverstanden sind.

Falls die Nachbarn nicht bereit sind, das Gemeinschaftsgrundstück in der benötigten Größe an Sie zu verkaufen, sehe ich keine Möglichkeit, wie Sie Ihr Vorhaben realisieren können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Karin Plewe
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht

Bewertung des Fragestellers 26.10.2018 | 11:34

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4,8/5,0

Vielen Dank für die Einschätzung der Sachlage!


ANTWORT VON

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