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Briefe öffnen, Nachsendeantrag stellen - vor Erbausschlagung

27.01.2020 14:15 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater ist gestorben und ich bin die einzige Erbin. Da ich davon ausgehe, dass mein Vater mir Schulden hinterlässt, überlege ich ob ich innerhalb der Frist von 6 Wochen das Erbe ausschlage.

Ich wohne nicht im selben Ort meines Vaters und muss ja Verwaltungs- und Führsorgemaßnahmen für den Nachlass vornehmen bzw. Entscheidungsgrundlagen für oder gegen die Annahme ermitteln. Darf ich, vor Ausschlagung des Erbes, dazu Post aus dem Briefkasten entnehmen und diese öffnen und sogar einen Nachsendeantrag bei der Post stellen damit ich nicht immer zur Mietwohnung fahren muss? Oder wird diese Maßnahme schon als Annahme durch konkludentes Handeln ausgelegt?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Verwaltungs- und Fürsorgemaßnahmen bezüglich des Nachlasses sind nicht schädlich.

Im Einzelnen:

Eine Annahme des Erbes kann ausdrücklich oder aber auch konkludent durch schlüssiges Verhalten erfolgen. Letzteres bedeutet, man zeigt durch sein Verhalten, dass man die Erbschaft antreten will. Eine konkludente Annahme der Erbschaft ist anzunehmen, wenn der Erbe objektiv erkennbar zum Ausdruck bringt, Erbe sein und die Erbschaft behalten zu wollen; ein konkreter Annahmewille ist nicht erforderlich..

Auch der vorläufige Erbe hat aber das Recht zur Verwaltung des Nachlasses; bei der Auslegung einer Annahme durch schlüssiges Verhalten ist deshalb Zurückhaltung geboten.

Die Annahme ist nach der Rechtsprechung regelmäßig zu bejahen bei:

- Erbscheinsantrag
- Grundbuchberichtigung auf den Erben
- Verpfändung des Erbteils
- Geltendmachung des Herausgabeanspruchs gegen einen Erbschaftsbesitzer
- Verfügung über Nachlassgegenstände (wichtigster Fall)
- Erfüllung von Nachlassforderungen über die laufende Verwaltung hinaus

Letzteres kann schon dann der Fall sein, wenn ein Ausgleich von Nachlassschulden stattfindet.

Das alles ist aber hier noch nicht der Fall und ein Nachsendeantrag kann nach meiner Meinung nicht schädlich sein, ebenso wenig das Öffnen der Post. Das sind reine Verwaltungsmaßnahmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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