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Brandschaden und Abrechnung Hausratversicherung

| 25.10.2012 08:45 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr verehrte Damen und Herren,

ich hoffe, dass Sie meine untenstehenden Fragen (4 Stück) zeitnah beantworten können.

Sachverhaltsschilderung

Am 20.08.2012 hat es in unserer Mietwohnung in der Küche wohl aufgrund eines technischen Defekts am Cerankochfeld (die Einbauküche gehört uns und wurde nicht mitvermietet) gebrannt. „Wohl" deswegen, weil die Ursache des Brandes nicht festgestellt werden konnte. Es könnte theoretisch auch möglich sein, das man unbeabsichtigt an einen Schalter gekommen ist und dadurch ein Kochfeld eingeschaltet wurde.

Ich habe jetzt die Abrechnung der Hausratversicherung erhalten und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass diese wo es geht, Kürzungen vorgenommen hat. Zu den wesentlichen Punkten:

1.
Die Hausratversicherung (HR-Vers.) hat mitgeteilt, dass der Sachverständige (SV) in seinem Gutachten mitgeteilt hat, dass der Schadensfall durch einen Betriebsschaden am Herd entstanden sei. Dieser ist nicht versichert, so dass bei der Erstattung ein Abzug vorgenommen werden muss.

Der SV hat beim Ortstermin jedoch mitgeteilt, dass er selbst mangels Kenntnis nicht urteilen kann, woher der Schadensfall kam. Untersuchungen am Gerät wurden von ihm keine vorgenommen.

Frage:
Sind die Angaben des SV, wodurch der Schadensfall ausgelöst wurde, überhaupt verwertbar, wenn dieser dazu gar keine Feststellungen bzw. Untersuchungen gemacht hat?

Innerhalb den geltenden VHB 2008 habe ich unter „Brand" nichts darüber gefunden, dass ein Betriebsschaden vom Versicherungsfall ausgeschlossen ist. Auch steht dort nichts darüber, dass bei einem technischen Defekt des Gerätes, durch welchen der Brand ausgelöst wurde, ein Abzug vorgenommen wird. Selbst die grob fahrlässige Herbeiführung eines Versicherungsfalles ist mit der Police abgedeckt.

Frage:
Hat die HR-Vers. hier Recht? Woraus soll/ kann sich derartiges ergeben? Wo steht das in den VHB 2008?

2.
Die HR-Vers. hat zugleich mitgeteilt, dass Schäden am Gebäude bzw. Gebäudeteilen nicht mitversichert sind. Daher wurde wohl auch unsere Rechnung für den Ersatz der zerbrochenen Fensterscheibe nicht erstattet. Ich habe bei derselben Gesellschaft jedoch neben der Hausratversicherung zugleich eine Glasversicherung, wonach solche Schäden – Zerbrechen von Glas ungeachtet der Ursache – abgedeckt sind. Bei der telefonischen Schadensmeldung wurde mir mitgeteilt, dass alles unter einer Schaden-Nr. läuft und später dann intern verrechnet wird. Ich kann die Glasscheibe zur Gefahrenabwehr austauschen lassen. Der Schaden am Glas ist nicht unmittelbar durch den Brand eingetreten. Die Scheibe wurde von dritter Seite aus eingeschlagen, um das Feuer löschen zu können.

Frage:
Hat die HR-Vers. hier Recht oder kann ich die Erstattung der Kosten (dafür habe ich ja die Glasversicherung) verlangen?

3.
Ich habe auch Kosten für Eigenleistungen (Aufräumen, säubern der Haushaltsgegenstände) mit einem ortsüblichen Stundenansatz i.H.v. € 15,-- (netto) und mit den detailliert aufgeführten Stunden geltend gemacht. Die Versicherung hat diesen Betrag um rd. 45% gekürzt, ohne hierzu jedoch Ausführungen zu machen.

Frage:
Welcher pauschale Stundenansatz wird i.d.R. anerkannt?


Gibt es zu den gestellten Fragen entsprechende Rechtsprechungen (bitte ggfl. Urteile und Fundstellen angeben)?

Bereits jetzt bedanke ich mich für Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1)
Soweit Betriebsschäden ausgeschlossen sind, geht es dabei um Sachen, die bestimmungsgemäß der Wärme ausgesetzt sind und daher einer höheren Brandwahrscheinlichkeit unterliegen.
Da Sie sagen, dass Ihren VHB kein solcher Ausschluss zu entnehmen ist, kann sich die Versicherung auch nicht hierauf berufen. In der Tat ist diese Klausel in den Musterbedingungen VHB 2008 nicht mehr vorgesehen.
Daher kann sich die Versicherung auch nicht darauf berufen.

Aber selbst wenn die Bestimmung enthalten ist, bedeutet dies nicht automatisch einen Anspruchsausschluss, da sich in diesem Zusammenhang viele Einzelfragen ergeben. Hierauf kann aber erst bei Kenntnis aller Einzelheiten eingegangen werden.

Darüber hinaus ist das Vorliegen eines solchen Ausschlussgrundes von dem Versicherer zu beweisen. Wenn Ihnen das Gutachten des Sachverständigen vorliegt, schauen Sie dieses danach durch, ob er die Feststellungen, auf die sich der Versicherer beruft, darin auch tatsächlich getroffen hat.

Die Versicherung kann sich natürlich auf das Gutachten berufen. Im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens hätte dieses Gutachten aber ohnehin eine untergeordnete Bedeutung. Prozessrechtlich stellt es nur sogenanntes quaifiziertes Parteivorbringen dar. Letztlich müsste ein eigenes, durch das Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten über die Sachlage entscheiden.

Aber natürlich ist es Ihnen unbenommen bereits in der Verhandlung mit dem Versicherer den Wert des Gutachtens anzugreifen. Dies sollten Sie auch unbedingt tun.

Es ist Ihnen in diesem Zusammenhang natürlich unbenommen, eigene Feststellungen treffen zu lassen, insofern die Geräte noch einer Untersuchung zugänglich sind.
Ggf. können Sie sich auch mit der Versicherung über die Durchführung eines Sachverständigenverfahrens einigen, der diese Frage mitumfasst.

2)
Richtig ist zunächst, dass die Glasscheibe Gebäudebestandteil ist und damit nicht primär von vom Versicherungsschutz umfasst ist.

Da die Scheibe jedoch in Ausübung der Löschungsarbeiten zu Bruch ging, um eine weitere Ausbreitung zu des Brandes zu verhindern bzw. den Brand einzudämmen, könnte argumentiert werden, dass eine schadensmindernde Maßnahme vorlag. Zu solchen waren Sie gem. § 82 VVG verpflichtet und können in Zusammenschau mit § 85 VVG die aus der Maßnahme entstandenen Kosten geltend machen.

3)
Bezüglich der von Ihnen erbrachten Arbeitsleistung lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Dies entscheidet sich danach, welche Kosten angefallen, wenn diese Arbeit durch eine professionelle Kraft übernommen worden wäre. Entscheidend ist hierbei der Netto-Betrag. Unter diesem Gesichtspunkt halte ich Ihre Forderung in Höhe von 15 € für zu hoch angesetzt. Ich halte einen Satz von 9,50 € für realistisch und angemessen.

Zuletzt weise ich darauf hin, dass eine abschließende rechtliche Bewertung erst nach Einsicht in sämtliche Unterlagen und in Kenntnis aller Einzelheiten möglich ist. Eine anwaltliche Geltendmachung der übrigen Posten kann daher sinnvoll sein. Zudem erhöht dies den Druck auf den Versicherer und fördert die Kompromissbereitschaft. Die Kosten werden bei berechtigter Forderung von dem Versicherer getragen.

Gerne stehe ich Ihnen hierzu zur Verfügung. Die räumliche Entfernung spielt diesbezüglich keine Rolle. Das hier gezahlte Honorar würde angerechnet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2012 | 12:20

Sehr verehrter Herr Meyer,

herzlichen Dank für die rasche und ausführliche Beantwortung. Diese hilft mir beim weiteren Vorgehen mit der Versicherung sicherlich. Eine Nachfrage habe ich noch in Bezug auf die lfd. Nr. 2.

Ihre Einschätzung hinsichtlich der Erstattung der Kosten für die Glasscheibe sehen Sie aufgrund den §§ 82, 85 VVG. Dies wohl alleine aus der Betrachtung der Hausratversicherung. Richtig?

Wäre unabhängig davon nicht auch eine Erstattung der Kosten aus der separaten Glasversicherung gegeben, da das Zerbrechen ja nicht durch den Brand geschehen ist.?
(Letzteres habe ich auch mit meiner Anfrage gemeint)

Nochmals herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.10.2012 | 15:47

Sehr geehrte Fragestellerin,

sofern eine Regulierung des Schadens über die Hausratversicherung nicht erfolgt, kann eine solche über die Glasversicherung erfolgen.

Die beiden Ansprüche stehen dabei in einem Alternativverhältnis, d.h. zur Vermeidung einer Doppelversicherung Regulierung nur aus einem Versicherungsverhältnis verlangt werden.

So wie ich Ihre Sachverhaltsschilderung verstehe, hat die Versicherung die Regulierung auch bereits zugesagt.

Aus welchem Versicherungsvertrag die Leistung stammt, spielt m.E. in Ihrem Fall daher keine Rolle, da dasselbe Versicherungsunternehmen betroffen ist. Eine Unterscheidung ist daher eher rein akademischer Natur.

Falls ich Sie hinsichtlich der Regulierungszusage falsch verstanden haben sollte, können Sie den Sachverhalt gerne richtig stellen. Da hier nur eine einmalige Nachfrage möglich, können Sie dafür meine E-Mail-Adresse nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

A. Meyer

Bewertung des Fragestellers 25.10.2012 | 15:53

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