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Bolonka zwetna Welpe Miro von unseriösem Züchter!


| 17.11.2008 20:34 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
ich kaufte mir im Beisein eines Zeugen einen ausdrücklich verlangten Rassehund, einen Welpen Bolonka Zwetna, der allerdings nur 10 Monate alt wurde von einem gewerblichen Züchter. Dieser Züchter ist Mitglied eines Rassehundeverein IXX e.V.
Der Kaufvertrag schließt für mich alle Rechte aus!
Als letzten Satz: Der Käufer erkennt mit seiner Unterschrift alle Bedingungen des Kaufvertrages an und verzichtet auf Schadenersatz und Gewährleistungsansprüche!
Nach 2 Wochen war der Hund bereits krank und zeigte Darmprobleme, Röcheln wie Erstickungsanfälle, Belastungsprobleme beim Spaziergang, sowie später ein unerklärbares abknicken der Hinterhand.
Diese Symptome waren 3 Tierärzten bekannt und nicht verifizierbar.
Alle Tierärzte rieten mir schnellstens 3 Milchzähne dem Hund zu entfernen, da einer der Milchzähne bereits Entzündet war.
Als dies nun in einer namhaften Tierklinik in Hofheim/Ts gemacht wurde, verstarb der Hund während der OP.
Die Ärzte versichern keinen Fehler gemacht zu haben und waren ratlos. Es hatte vorher eine Untersuchung des Hundes seitens der Tierklinik stattgefunden.
Ihre Beurteilung nach dem Operationstod: Der Hund hatte ein nicht bekanntes, offenbar neurologisches orthopädisches Problem, was nur per CT ermittelt hätte werden können. Da dies aber auch nur in Narkose möglich gewesen, hätte der Hund diese Untersuchung mit Sicherheit auch nicht überlebt.
Grund ist offensichtlich das der Hund nicht narkotisiert werden konnte.
So gesehen hatte ich einen kranken Hund von dem Züchter gekauft, im guten Glauben auf seine gemachten Angaben, der Hund wäre von seinem Tierarzt als gesund befunden. Wußte der Züchter von den Risiken und hat mir deshalb diesen Kaufvertrag vorgelegt? Auch hatte er, bzw seine Frau im Verkaufsgespräch von einer Narkose ausdrücklich abgeraten. Warum?
Auf meine Mitteilung vom Versterben des Hundes während der Milchzahnentfernung, hat mir die Züchterin eine Abfuhr gegeben mit dem Vorhalt: "Warum haben sie nicht auf mich gehört, ich hatte doch von der Narkose abgeraten".
Ich stehe auf dem Standpunkt, daß der Hund beim Kauf bereits krank gewesen sein muß und der Züchter/in davon wußte, so kann ich diese ausschließenden möglichen Risiken im Kaufvertrag und der Narkosewarnung nur deuten.

Unter Google, sind Versuche meines Zeugen sichtbar für diese unglaubliche Kaufangelegenheit, als Laie darüber aufklärende Auskünfte zu erhalten. Der Züchter hatte sich dazu verweigert!
Für diese Maßnahme habe allerdings auch ich und mein Zeuge von dem Züchter beauftragten Anwalt eine Unterlassungsverpflichtungserklärung erhalten, mit der Aufforderung den geschilderten Sachverhalt bei Androhung von 20.000 € zu dementieren, nicht wieder öffentlich zu wiederholen, bzw auch mit dem Angebot einer einvernehmlichen Regelung.
Mein Zeuge hat Anzeige wegen Nötigung erstattet § 240, weil er das garnicht kann als Zeuge der Staatsanwaltschaft!

Ich hatte bereits zuvor einen Strafantrag wegen Betrug gegen den Züchter gemeinschaftlich handelnd zusammen mit dem Rasseverein IXX e.V. gestellt. Über diesen Verein erhielt ich sehr schlechte Auskünfte im Internet.
Auch fühle ich mich betrogen, weil dieser an mich verkaufte Hund kein wirklich als "Rasse" anerkannter Hund gewesen ist.
Darüber, ob dieser Hund Bolonka zwetna ein Rassehund ist, gibt es bis jetzt kein richterliches Urteil!
Es fehlen, um als Bolonka zwetna Rassehund in Deutschland eingestuft zu werden die entsprechenden Zuchtpapiere, die der russische Verband bisher nicht freigegeben hat!
Bitte um Auskunft für eine Erfolgsaussicht hinsichtlich der Schadenersatzforderung über 900 € Kaufpreis, plus 600 € Rechnungen für die erwähnten Krankheitsbehandlungen bzgl. meines Hundes Bolonka zwetna Miro.
MfG

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Sehr geehrter Ratsuchender,

bei der Beantwortung gehe ich davon aus, dass Sie den Hund als Privatmann gekauft haten.

Denn dann werden Ihre Chancen, die Kaufpreis zurück zu erhalten und auch Schadensersatz zu bekommen, nicht schlecht stehen.

Die Klausel im Kaufvertrag, der aber noch im Einzelnen genau geprüft werden muss, dürfte nämlich unwirksam sein.

Wenn dieser Vertrag für eine Vielzahl von Fällen vorformuliert ist, wovon bei einem Züchter aber meistens auszugehen ist, ergibt sich dieses nach den Regeln zu den in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, so dass diese Klausel nach § 309 BGB insgesamt unwirksam wäre.

Ansonsten ergeben sich die Rechte aus § 437 BGB, da der Haftungsausschluss hier wegen § 444 BGB nicht greifen wird, da schon der Rassehund hier mangels vorliegen der Rassespezifikation nicht gewährleistet ist. Dass ein Urteil insoweit noch nicht vorliegt, ist dabei irrelevant; ggfs. mag das zuständige Gericht das Ersturteil dazu sprechen.


Zu beachten ist, dass der Hund hier aufgrund seines jungen Alters nicht etwa als "gebraucht" einzustufen ist, sondern als "Neuware" ( BGH, Urteil vom 15.11.2006, Az.: AZ.: VIII ZR 3/06 ), so dass die Geweislastumkehr nach § 476 BGB eingreifen wird. Es wird also zu Ihren Gunsten dann vermutet werden, dass der Mangel, der zum Tod des Tiers geführt hat, bereits bei Übergabe vorgelegen hat, wenn zwischen Mangel und Übergabe nicht mehr als sechs Monate vergangen sind.

Das ist leider so nicht aus Ihren Angaben erkennbar, so dass anhand von den genauen Daten auch dieses vielleicht noch herangezogen werden kann.


Die Vielzahl der Einzelpunkte sprechen aber für einen günstigen Ausgang eines Verfahrens, so dass Sie einen Kollegen vor Ort den Vertrag zur Prüfung und Geltendmachung Ihrer Ansprüche vorlegen sollten.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Bewertung des Fragestellers 19.11.2008 | 06:27


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FRAGESTELLER 19.11.2008 4/5.0
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