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Blöde Aktion im Internet


16.12.2010 13:11 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke



Guten Tag

ich habe vor zwei Tagen wohl etwas unglaublich dummes gemacht was ich mittlererweile sehr bereue und mich auch unglaublich über meine eigene Aktion ärgere.

Ich habe mich auf einer sogenannten Singelbörse im Internet angemeldet und habe mich als ein 17 jähriges Mädchen ausgegeben. Dazu habe ich mir Bilder von einem Forum im Internet besorgt die dort eine große Anzahl von Bildern haben und die auch über 18 sind also nichts illegales. Nachdem ich mich angemeldet habe habe ich mit ein paar Leuten geschrieben und habe dann mit einem intensiver gechattet und wir haben dann bei ICQ weitergeschrieben.
Anfangs war es ganz normal aber dann wurde die Sache immer intimer und wir haben auch intimere Bilder getauscht.
Jedeoch hatte ich i-wann die Nase voll und bin mir auch meiner Dummheit bewusst geworden und habe mich dann durch einen Vorwand verabschiedet. Jedoch hat er mir dann am nächsten Tag eine SMS geschrieben in der er mir drohte das er meine Handynummer und die Bilder ins Internet stellen würde. Um die Bilder war es mir egal da von dieser Person sowieso dutzende Fakeaccounts bei diversen Communitys existieren aber um meine Handynummer hab ich mir eben sorgen gemacht. Also habe ich weiter mit ihm geschrieben und er wollte als Dankeschön dafür das er meine Nummer nicht ins Internet stellt noch mehr intime Fotos. Die habe ich ihm dann auch gegeben. Naja und dann haben wir halt weitergeschrieben und er wollte sich auch mit mit mir treffen am nächsten Tag und telefonieren. Was ich dann verneint habe. Daraufhin ging es wieder los mit ja er stellt sowohl Telefonnummer als auch Bilder ins Internet wenn ich das nicht mache usw. Als ich ihm dann dann gestanden habe das ich nicht ehrlich im gegenüber war hat er gemeint ja dann werd ich mein blaues Wunder erleben er habe meine Ip Adresse usw. und ja wird damit jetzt alles mögliche machen. Daraufhin habe ich mich dafür entschuldigt. Die einzige Reaktion von seiner Seite aus war das er sich davon nicht kaufen könnte und ich schon was besseres geben müsste dafür das er nichts ins Internet stellt. Daruafhin hab ich im dann gestanden das ich eg ein Typ bin wodurch er dann total ausgeflippt ist und mir mit der Polizei gedroht hat. ...

Ich hab da jetzt wenn ich ehrlich bin tierische Angst vor und weiß garnicht was ich machen soll. Ich hab mich auch mehrmals bei ihm entschuldig aber das hat ihn wenig interessiert was ich im Grunde auch verstehen kann. Warum ich das genau getan habe kann ich auch nicht wirklich verstehen aber ich bin selber schon des öfteren verarscht worden und wollte einfach diesmal auf der anderen Seite stehen. Liegt auch möglicherweiße an meinen starken Depressionen die ich momentan habe ich weiß es nicht und das soll jetzt auch keine Entschuldig oder Ausrede sein.

Jetzt zu meiner Frage was denken sie was mich erwarten würde wenn er wirklich zur Polizei gehen wird?

Und des Weiteren würde mich interessieren was passiert wenn die Polizei sagt das das Mädchen garnicht 19 ist sondern 17. Ich bin halt der Meinung das sie auch wie 19 aussieht und es so auf diesem Forum gestanden ist. Jedoch kann man dem Internet in keinster weiße trauen. Was kann da auf mich zukommen da es ja dann strafbar wäre oder da es ja auch intime Fotos waren. Weil die Polizei weiß ja dann auch nicht das wahre Alter dürfen die dann einfach Schätzen?

Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen das ich mit Kinderpornografie oder Jugendpornografie absolut nichts am Hut habe und auch in keinster weiße vorbestraft bin und ich mich für mich selbst frage wo meine Moral eigentlich abgeblieben ist. Ich bin einfach tierisch verzweifelt jetzt und hab sau Angst das ich da jetzt mit einer harten Strafe belegt werde. Sowas wie Gefängnis oder so.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Sie sich als jemand anderes ausgegeben, also über Ihre Identität gelogen haben. Dies ist als solches vielleicht moralisch zu beanstanden aber nicht strafrechtlich relevant. Lügen als solches ist nicht strafbar. Etwas anderes ergibt sich nur dann, wenn die Lüge den Zweck verfolgt, einen anderen zu täuschen, damit dieser eine Vermögensverfügung vornimmt. Dann handelt es sich um Betrug. (Dies wäre z.B. der Fall, wenn Sie Ihren Chat-Partner um Geld gebeten hätten, damit sie - die 17-Jährige - ihn besuchen kommen kann). Von solchen Handlungen haben Sie nichts erwähnt. Daher vermag ich an der Tatsache, dass Sie dieses Benutzerprofil unter falschen Identitätsangaben eingerichtet haben, nichts Strafbares zu erkennen.

So bleibt lediglich die Frage, ob Sie sich durch das Versenden der pornographischen Fotos strafbar gemacht haben. Hier kommt eine Strafbarkeit wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften nach § 184c StGB in Betracht. Eine Strafbarkeit kann aber nur gegeben sein, wenn die abgebildete Person im Zeitpunkt der Herstellung der Fotos noch minderjährig war. Da in Deutschland die Unschuldvermutung gilt, haben nicht etwa Sie den Beweis der Volljährigkeit zu erbringen, sondern umgekehrt: Die Strafverfolgungsbehörden müssen die Minderjährigkeit beweisen. Bloßes Schätzen reicht keinesfalls.

Selbst wenn dieser Beweis erbracht werden könnte, handelt es sich um ein Vorsatzdelikt. Vor dem Hintergrund der BGH-Rspr. muss der Vorsatz des Täters auch die Minderjährigkeit umfassen (BGHSt 9, 271). Strafbar sind Sie also nur, wenn Sie zumindest in Kauf genommen haben, dass die abgebildete Person noch minderjährig ist. Haben Sie hingegen darauf vertraut, dass die abgebildete Person volljährig ist, liegt keine Strafbarkeit vor. Dies gilt umsomehr, da der Internetseitenbetreiber, von dessen Seite diese Fotos stammen, den Hinweis erteilt hatte, dass alle abgelichteten Personen volljährig seien.

Im Ergebnis ist es daher äußerst unwahrscheinlich, dass Ihnen eine Straftat nachgewiesen werden könnte. Selbst wenn dem so wäre, ist nicht von einer Freiheitsstrafe auszugehen. Der Strafrahmen des § 184c StGB sieht Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor. Da Sie nicht einschlägig vorbestraft also Ersttäter sind und der Fall nicht als besonders schwer einzustufen ist, würde hier aller Voraussicht nach eine Geldstrafe gegen Sie verhängt werden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2010 | 15:03

Zu diesem Thema hätte ich noch eine Frage:

"" Dies gilt umsomehr, da der Internetseitenbetreiber, von dessen Seite diese Fotos stammen, den Hinweis erteilt hatte, dass alle abgelichteten Personen volljährig seien. ""

Also auf der Seite wo ich diese Bilder herhabe stand unter den Bildern >> Name ist 19 Jahre alt<< reicht das dann schon als Hinweis aus oder hätte dies zum Beispiel in den AGB''s stehen müssen? In den AGB''s steht nur das Kinderpornografie nicht gedulet wird. Also von demher gehe ich davon aus dass das was unter den Bildern steht war ist.

Damit möchte ich mich bei ihnen auch noch für ihre schnelle und kompetente Antwort bedanken.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2010 | 15:06

Sehr geehrter Fragesteller,

soweit nicht von vornherein klar ist, dass diese Bilduntertitelung unwahr ist (wenn es sich eindeutig um ein Kind gehandelt hätte o.ä.), durften Sie auf die Wahrheit vertrauen, so dass dies ausreicht.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

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