Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
509.068
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bitte um fristlose Kündigung

05.09.2011 09:22 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Um den Sachverhalt darzustellen, poste ich den Brief, den ich vor zwei Monaten meinem alten Vermieter geschickt habe, um ihm darum zu beten, den Mietvertrag fristlos zu kündigen. Nach zwei Monaten, die er sich nicht gemeldet hat, fordert er Schriftlich für diese Zeit noch weitere Mieten. Die Mail von ihm steht ganz unten. Es geht hier jetzt insgesamt um eine Forderung laut Vermieter von 1.200,- €.

Sehr geehrter Peter,

Sabrina hat mir mitgeteilt, dass du mir eine Mahnung wegen Mietschulden schreiben willst. Mir war nicht klar, dass Sabrina und Gary die Miete nicht voll gezahlt haben. Das macht die Sache ein wenig komplizierter. Ich wohne seit Februar nicht mehr in der S***Straße und bin auch recht kurzfristig umgezogen. Da ich wichtige Haushaltsgegenstände wie Waschmaschine und Kühlschrank in meine neue Wohnung nahm und ich den beiden nicht den Boden unter den Füßen wegnehmen wollte, habe ich die Miete erst mal weiter gezahlt und nicht gekündigt, damit sie keine weiteren 400 € für die Kaution aufbringen mussten.

Die beiden hatten in der Zeit eine Vielzahl von Bewerbern im Haus, die alle nicht den hohen Anforderungen der beiden gerecht wurde. Daraufhin fühlte ich mich nicht verpflichtet, weiter für deren Kosten aufzukommen. Ich hätte natürlich schon im Januar Kündigen können und dann hätten sich beide kurzfristig eine neue Bleibe suchen müssen. Hätten die beiden einen dieser vielen Bewerber angenommen, hätte man im einfachsten Fall den Mietvertrag ändern können, aber dies geschah leider nicht.

Nun besteht Sabrina darauf, dass ich die Mietschulden trage und weitere drei Monate die Miete zahle, um die gesetzliche Kündigungsfrist einzuhalten, was ziemlich unverschämt ist. Deswegen nannte ich ihr die Option, jetzt auszuziehen, damit andere einziehen und andere den Mietvertrag übernehmen, um dir keine weiteren Unannehmlichkeiten zu bereiten. Sabrina besteht dennoch auf ihren Standpunkt.

Nun bitte ich dich darum den Mietvertrag fristlos zu kündigen und unsere Kaution zum Ausgleich der Mietschulden verwendest. Ich weiß nicht, ob du ein Musterschreiben dafür hast, ansonsten hast du einen Anspruch auf eine Außerordentliche Kündigung nach §543 Absatz 2 BGB. Der Absatz 3 beinhaltet auch den Verzicht auf eine Frist oder Abmahnung deinerseits.

Im Bezug auf die gesamte Kaution hast du aufgrund von §426 Absatz 1 BGB und den Anspruch auf Aufrechnung der Mietschuld durch die Kaution kannst du durch §387 gültig machen. Gary und Sabrina studieren Wirtschaftsrecht im 4. Semester und sollten das im ersten Semester gehabt haben.

Also es tut mir unendlich leid, dass du dadurch solche Umstände hast. Um das alles zu beschleunigen, würde ich anbieten, schon mal mit eintreffen deiner Antwort nach neuen Nachmietern zum Ende dieses Monats zu suchen. Erfahrungsgemäß geht das ja sehr schnell in dieser Straße. Bei Rückfragen bin ich am besten unter dieser E-Mail-Adresse erreichbar. Da ich im August für ein bis zwei Semester gehe, würde ich mich freuen, wenn wir das noch alles kurzfristig geregelt kriegen.

Mit freundlichem Gruß

Daniel B****


Er schreibt: nach Klärung des Sachverhaltes kann ich Deinen Ausführungen vom 13.07.2011 nicht
folgen. Ihr habt den Mietvertrag gemeinsam unterschrieben, d.h. er ist auch nicht durch Dich
einseitig kündbar, jedenfalls nicht ohne meine Zustimmung.


Zu Prüfen ist eigentlich, ob mein Vorschlag zulässig war und ob es zulässig ist, dass sich der Vermieter erst nach zwei Monaten dazu äußert und für diese zwei Monate die Miete verlangt.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Für die Beendigung eines Mietvertrages ist die Kündigungserklärung des Mieters bzw. des Vermieters erforderlich.

Eine Kündigung ist aber nach Ihrem Sachvortrag nicht erklärt.
Wenn auf Mieterseite zwei Personen den Vertrag unterzeichnet haben, muss die Kündigung des Vertrages von beiden Personen erklärt werden.

Da eine Kündigung nicht vorlag, musste der Vermieter auch nicht sofort auf Ihr Schreiben erwidern.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2011 | 10:16

Da ich zu keiner Lösung mit der zweiten Hauptmieterin zu keiner Lösung kam, habe ich in diesem Brief den Vermieter darum gebeten, den Mietvertrag fristlos zu kündigen und den Schaden durch die Kaution zu decken. Dies tat ich, da ich davon ausgehe, dass der Vermieter das Recht dazu hat und ich anders keine Unterschrift von der Hauptmieterin bekommen hätte.

Ich fühle mich dadurch quasi ausgebeutet, weil durch das Ignorieren meines Vorschlages weitere 300 € zahlen muss. Gibt es keine Rechtsgrundlage, durch die so etwas unterbunden werden kann. Was kann Hauptmieter A im Normalfall unternehmen, wenn Hauptmieter B nicht der Kündigung einwilligt. Dieses Problem taucht doch sicherlich oft genug bei getrennten Paare auf.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Gruß

Daniel Blitzner

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2011 | 10:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

mehrere Mitmieter sind hinsichtlich des Mietzinses Gesamtschuldner.

Wenn der eine Mieter noch weiter Miete zahlt hat er gegenüber dem anderen Mitmieter einen Ausgleichsanspruch.

Darüber hinaus hat der Mitmieter, der aus der Wohnung auszieht, gegenüber dem in der Mietwohnung verbleibenen Mitmieter einen Anspruch auf Zustimung zur Kündigung des Vertrages. Dieser Anspruch muss dann notfalls gerichtlich durchgesetzt werden.



Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 66475 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und verständliche Information, besten Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr zufrieden passt ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wie gesagt - verständlich - ausführlich - freundlich - weiter so vielen Dank ...
FRAGESTELLER