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Bitte um Prüfung der Formulierung der Gegendastellung zu einer Abmahnung

25.10.2013 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo werte Anwälte,

ich habe als Folgeaktion in fast ein Jahr lang dauerte Mobbing eine Abmahnung wegen Missachtung von Arbeitsanweisungen erhalten. Auf die Abmahnung habe ich eine Gegendarstellung und Forderung die Abmahnung aus der PA zu entfernen formuliert. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die rechtssicher ist. Vielleicht sollte ich noch irgendwelchen §§ aufnehmen, weiß aber nicht welchen.
Ich poste den Text der Abmahnung und Gegendarstellung hier und bitte darum die Gegendarstellung zu betrachten und mir die Formulierungstipps zu geben.
Zum Verständnis. Ich Arbeite als Teamleiterin Planung (so lautet die Stelle laut meinem Vertrag), habe nichts mit der Materialversorgung oder Beschaffung zu tun. Disponentin bin ich schon gar nicht. Ich arbeite täglich 12-13 Stunden, und je nach Laune meines Chefs bin ich „Vorgesetzte, die für Ihre Mitarbeiter verantwortlich ist" wenn es um Schuldzuweisung geht, oder Disponentin, wenn es um Schwierigkeiten im Tagesgeschäft geht. Mittlerweile wurden meine 2 Mitarbeiter gekündigt und eine ist auch selber wegen dem Mobbing gegangen. Also in meinem „Team" gebe ich One-man-Show.
Ich wäre für Tipps dankbar, wie ich sonst auf seine Angriffe reagieren soll.
Danke herzlich im Voraus.
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ABMAHNUNG:
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Sehr geehrte Frau X,
am Freitag, den 18.10.2013 fand eine Besprechung mit Ihnen, Herrn Y, Herrn Z und Frau H statt. Während dieser Besprechung haben Sie die Aufgabe erhalten für die Monaten November und Dezember eine detaillierte Feinplanung für die Montagelinie zu erstellen. Weiterhin sollten Ihrerseits etwaige Probleme bei der Materialversorgung aufgezeigt und Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Die Darstellung möglicher Probleme sowie die Vorstellung der überarbeiteten Feinplanung sollten dann am Montag den 21.10.2013 erfolgen.
Am Montag legten Sie eine detaillierte Feinplanung für die Monate November und Dezember vor, in der Sie visuell auf die Problemlage bei der Materialversorgung hingewiesen haben. Insbesondere haben Sie aufgezeigt, dass von den 9051 geplanten Stücken die 2004 Stück nicht gebaut werden können. Jedoch wiesen Sie nur auf die verspäteten Liefertermine hin und Konnten für die daraus resultierenden Probleme keine Lösungsvorschläge unterbereiten.
Sie haben es somit versäumt deine überarbeitete Feinplanung entsprechen der o.g. Weisung zu erstellten und dadurch Ihren Aufgaben als Disponentin nicht ordnungsgemäß erfüllt. In Interesse eines ungestörten Arbeitsablaufes sowie zur Sicherstellung der Produktion Können wir sin solches fehverhalten nicht unbeanstandet hinnehmen. Wir mahnen Sie daher ab und Fordern Sie hiermit ausdrücklich auf sich zukünftig ordnungsgemäß na bestehende Arbeitsanweisungen zu halten und Ihrer arbeitsverträglichen Sorgfaltspflicht nachzukommen.
Weiterhin behalten wir uns vor, das Arbeitsverhältnis bei wiederholten geleiartigen Pflichtverstößen zu kündigen.
Eine Ausfertigung dieser Abmahnung liegen wir in Ihrer Personalakte ab.
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GEGENDARSTELLUNG:
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Gegendarstellung zu der Abmahnung wegen Missachtung von Arbeitsanweisungen
Forderung die Abmahnung wegen Missachtung von Arbeitsanweisungen aus Personalakte zu entfernen
Sehr geehrte Frau Z,
sehr geehrter Herr X,
mit diesem Schreiben möchte ich die Gegendarstellung zu der Abmahnung vom 22.10.2013 liefern.
Ich habe tatsächlich am Freitag den 18.10.2012 von meinem Vorgesetzten, Herrn X die Aufgabe erhalten die Feinplanung für die Monate November und Dezember 2013 zu erstellen. Weiterhin sollte ich Probleme bei der Materialversorgung aufzeigen und Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Darstellung der möglichen Probleme sowie die Vorstellung der überarbeiteten Feinplanung sollte am Montag den 22.10.2013 erfolgen.
Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich bei der Fa. SSS nicht als Disponentin eingestellt bin und die Aufzeigung der Materialversorgungsprobleme meines Erachtens nicht im Aufgabenbereich der Teamleiterin Planung liegt. Das Thema Materialversorgung obliegt meines Erachtens dem Einkäufer, der sich um den entsprechenden Helmtyp kümmert. In diesem Fall, wäre Frau H die richtige Zielperson für diesen Teil der Aufgabe. Trotzdem habe ich die Aufgaben von meinen Vorgesetzen angenommen und beide pünktlich erledigt.
Am Montag den 22.10.2013 legte ich die Feinplanung für die Monaten November und Dezember 2013 vor. Die Probleme bei der Materialversorgung, wurden visuell auf der Feinplanung markiert. Damit lag auch die überarbeitete (aber keine neue) Feinplanung vor.
Da ich neben der Aufgabe vom 18.10.2013 eine eindeutige Anweisung von meinem Vorgesetzten Herrn X habe, den einmal festgelegten Produktionsfeinplan auf keinen Fall zu verändern (je nach Versorgungslage umzuplanen), habe ich meine Lösungsvorschläge mündlich vorgestellt um diese nach der Absegnung durch mein Vorgesetzten in endgültiger überarbeiteten Form zu verfassen – sprich nach Freigabe des Vorgesetzten neu zu planen. Ich gehe davon aus, dass die Teilnehmer des Meetings am Montag den 22.10.2013 (Herr X, Herr Y, Frau K, Frau H) die mündliche Vorstellung der Lösungsvorschläge bezeugen können.
Herr X war leider mit der mündlichen Lösungsvorstellung nicht einverstanden und forderte eine neue Feinplanung in schriftlicher Form zum Dienstag an. Damit möchte ich deutlich machen, dass weder die Vorstellung der möglichen Lösungen in schriftlicher Form noch die Erstellung neuer Feinplanung am Freitag den 18.10.2013 angefordert wurde.
Die Neuplanung ist eine sehr zeitintensive Aufgabe, die kaum innerhalb von 1-2 Tage zu erledigen ist, auch wenn mein Vorgesetzter Herr X unter Zeugen meinte, es sei im egal wie lang meine Nachschicht am Montag den 22.10.2013 wird. Zum Dienstag den 23.10.2013 nach einem langen Tag im Büro und anschließender Nachtarbeit von Zuhause aus wurden von mir die Lösungen und damit die neue Feinplanung für die Monaten November-Dezember 2013 in schriftlicher Form an Herrn X gesendet.
Ich bin der Meinung, ich habe es nicht versäumt die überarbeitete Feinplanung pünktlich zum 22.10.2013 zu erstellen, die Aufgabe eine neue Feinplanung zu machen wurde von mir auch pünktlich erledigt. Ich sehe damit nicht, welche konkrete Arbeitsvertragsverletzung meinerseits vorliegt.
Darüber hinaus möchte ich erwähnen, dass ich zwei gegenseitig ausschließende Anweisungen erhalten habe. Einerseits darf ich nicht ohne Absegnung durch meinen Vorgesetzten umplanen, was die Runde der Teamleitern der Fertigung und sicherlich auch Herr G und Frau A bezeugen können, andererseits soll ich eine neue Feinplanung zwecks Lösung der Materialversorgungsprobleme vorstellen. Ich habe ich mein Bestes getan um beide Anweisungen zu erfüllen.
Aus o.g. Gründen bitte ich diese Gegendarstellung in meine Personalakte aufzunehmen und fordere die Abmahnung aus meiner Personalakte zu entfernen.
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Danke im Voraus!

Einsatz editiert am 25.10.2013 15:00:00

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Beurteilung u. U. noch erheblich verändern.

Ich gehe bei meiner Antwort davon aus, dass Ihre Darstellung bezüglich der erteilten Anweisungen und der Zeugen inhaltlich der Wahrheit entsprechen und sich die Besprechung und der Arbeitsablauf tatsächlich so wie von Ihnen geschildert zugetragen hat.

Für die Gegendarstellung gibt es weder eine fest einzuhaltende Form noch eine bestimmte Frist. Wichtig ist nur, dass aus der Gegendarstellung deutlich wird, dass Sie die Abmahnung für unberechtigt halten und aus welchen Gründen. Sie sollten also den Ablauf der Dinge und den konkreten Vorfall aus Ihrer Sicht so gut wie möglich beschreiben und darlegen, warum Sie so und nicht anders handeln konnten / durften / mussten.

Dies ist in Ihrem Entwurf so weit gegeben. Sie beschreiben den Vorfall aus Ihrer Sicht und weisen vor allem auch auf die beiden sich widersprechenden Arbeitsanweisungen hin. Dennoch möchte ich Ihnen einige wenige Anregungen geben, was ggf. noch in Ihre Gegendarstellung aufgenommen werden könnte:

Der Anfangssatz wäre vielleicht besser so zu formulieren:

Am 22.10.2013 erteilten Sie mir eine Abmahnung wegen Missachtung von Arbeitsanweisungen. Die darin formulierten Vorwürfe sind aus meiner Sicht unzutreffend. Ich bitte daher, die nachfolgende Gegendarstellung zu beachten und zur Personalakte zu nehmen.

Daran anschließend können Sie den Absatz, der mit "Ich habe tatsächlich am Freitag den 18.10.2012 von meinem Vorgesetzten, Herrn X die Aufgabe erhalten" unverändert übernehmen.

Bei der Schilderung, dass Sie nicht als Disponentin eingestellt wurden, würde ich Folgendes einfügen wollen:

Ausweislich meines Arbeitsvertrags vom XX.XX.XXXX wurde ich als Teamleiterin Planung eingestellt. Mein Aufgabenbereich beinhaltet: .... Geben Sie hier an, was genau Ihr Aufgabenbereich ist und verweisen Sie, soweit vorhanden, auf eine Stellenbeschreibung.
Dann weiter: Mit der Materialversorgung habe ich nichts zu tun. Diese Aufgabe obliegt....

Dann eine Korrektur des Datums. es muss heißen Montag, den 21.10.2013 und Dienstag, den 22.10.2013. Sie haben versehentlich Montag, den 22.10.2013 und Dienstag den 23.10.2013 geschrieben. Das könnte u. U. zu Missverständnissen führen.

Bei der Schilderung der Anweisung durch den Vorgesetzen X, festgelegte Produktionsfeinpläne nur nach seiner Freigabe zu ändern, sollten Sie, soweit möglich, angeben, wann diese Anweisung erteilt wurde und ob die Anweisung schriftlich vorliegt.

Zu dem Punkt mündliche Lösungsvorschläge: Hier wäre es sinnvoll, dass Sie die mündlichen Vorschläge noch einmal kurz zusammenfassen. Dies deshalb, weil der Arbeitgeber in der Abmahnung angab, Sie hätten keine Lösungsvorschläge unterbreitet. Sie könnten diesen Absatz z. B. wie folgt einleiten:

Entgegen den Ausführungen in der Abmahnung habe ich am 21.10.2013 folgende Lösungsvorschläge mündlich vorgestellt: .... Dies können die Teilnehmer des Meetings .... sicherlich bestätigen. Eine abschließende Feinplanung war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, da meine Lösungsvorschläge noch nicht von Herrn X freigegeben worden waren und ich aufgrund seiner eindeutigen Anweisung nicht ohne Zustimmung / Absegnung ändern darf. Herr X war leider mit der mündlichen Lösungsvorstellung nicht einverstanden...

Zum Schluss sollten Sie noch einmal betonen, dass Sie aus Ihrer Sicht keine der sich ohnehin widersprechenden Arbeitsanweisungen missachtet haben und teilen Sie noch einmal ausdrücklich mit, dass Sie die Abmahnung für unbegründet halten.

Den Abschlusssatz könnten Sie sodann z. B. wie folgt formulieren: Ich bitte dringend, meine Gegendarstellung zur Personalakte zu nehmen und die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen.

Wird die Abmahnung nicht aus der Personalakte entfernt oder kommt es zu weiteren Anschuldigungen durch den Arbeitgeber oder Vorgesetzen, könnten Sie sich an den Betriebsrat wenden, wenn ein solcher in Ihrem Unternehmen existiert.

Letztlich könnte bei einer unberechtigten Abmahnung auch Klage gegen den Arbeitgeber auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte erhoben werden. Dies sollte aber der allerletzte Schritt sein, da ein arbeitsgerichtliches Verfahren das Betriebsklima sicherlich nicht gerade fördert.

Fassen Sie zunächst die Gegendarstellung ab und reichen Sie diese ein. Um sicher zu gehen, dass die Gegendarstellung auch angenommen wurde, sollten Sie sich den Empfang quittieren lassen oder aber die Gegendarstellung per Einschreiben mit Zustellnachweis übersenden. Warten Sie dann die Reaktion des Arbeitgebers ab. Erst danach kann konkret über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und Ihre Frage beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin





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