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Bitte um Berechnung Unterhalt

| 06.06.2012 12:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Bianca Vetter


Hallo,

benötige eine grobe Abschätzung, was auf mich zukommt:

Gehalt Ehemann brutto 8000/netto 4700, StKl. 3 (mit StKl. 1 ca 4000)
im netto bereits berücksichtigt geldwerter Vorteil Firmen-Fzg in Höhe von 745 EUR
p.a. Prämien ca. 10.000 EUR brutto
Gehalt Ehefrau 200 EUR monatl (Minijob)

Hypothek Haus ca. 1.150 EUR/Monat

2 Kinder, 8 und 15 Jahre

Szenario 1: Ehemann bleibt im Haus
Szenario 2: Haus muß verkauft werden


Danke für Info!

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich bei Ihnen für die Nutzung dieses Forums. Bevor ich Ihre Fragen beantworte, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Charakteristik dieses Forums nur eine erste Einschätzung ermöglicht. Insbesondere kann ich Ihre Fragen nur anhand Ihrer Angaben beantworten. Sollten weitere Informationen noch hinzukommen, könnte die Beantwortung anders aussehen.

Ich möchte Ihnen nunmehr Ihre Fragen wie folgt beantworten.
Zunächst wird von Ihrem Einkommen eine Pauschale für berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von 5 % von Ihrem Nettoeinkommen abgezogen, so dass Sie, ausgehend von einem Netto von 4.700,00 Euro über ein Einkommen von (4.700,00 abzüglich 5%, daher 235,00 Euro) 4.465,00 Euro verfügen.
Von diesem Einkommen wird der Kindesunterhalt berechnet.
Für Ihre Kinder werden Sie, ausgehend von dem Nettoeinkommen von 4.465,00 Euro anhand der 9. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle einen Kindesunterhalt von 462,00 Euro (für das 8-jährige Kind) und einen solchen von 556,00 Euro (für das 15-jährige Kind) bezahlen müssen. Bei den Zahlbeträgen wurde bereits das hälftige Kindergeld berücksichtigt, so dass dies die endgültigen Zahlbeträge darstellen würden.

Bei dem Unterhalt für Ihre Ehefrau würden bei Ihnen noch 10 % Erwerbstätigenbonus zunächst von dem Betrag abgezogen, der nach Bezahlung des Kindesunterhaltes verbleibt. Nach der obigen Berechnung würde Ihnen ein solcher von 3.447,00 Euro verbleiben, so dass 10 % hiervon (344,70 Euro) noch abgezogen werden und somit ein Betrag in Höhe von 3.102,30 Euro verbleibt.

Zu beachten ist, dass die Zahlung der Hypothek in Abzug gebracht werden kann, wenn diese ehebedingt, also für das gemeinsam benutzte Haus war. Daher würde der Betrag in Höhe von 1.150,00 Euro noch in Abzug gebracht werden.

Sollten Sie in dem Haus wohnen bleiben, müssten Sie sich den so genannten Wohnvorteil anrechnen, daher hinzurechnen lassen. Der Wohnvorteil wird je nach Größe, Lage und Ausstattung des Hauses berechnet, wobei der Mietspiegel Ihres Wohnortes als Bemessungsgrundlage herangezogen werden kann. Mangels Angaben Ihrerseits kann ich den Wohnvorteil hier jedoch nicht hinzurechnen.
Wenn das Haus verkauft wird, ist von Ihnen zu beachten, dass nur noch die etwaig auf die Hypothek anfallenden Kosten berücksichtigt werden und in Abzug gebracht werden können.

Ebenfalls zu berücksichtigen wären weitere abzugsfähige Positionen wie etwa eine private Altersversicherung oder eine zusätzliche Krankenversicherung.

Je nach Situation werden Sie nach Abzug der Hypothek und anderer abzugsfähiger Posten und der Hinzurechnung eines etwaigen Wohnvorteiles den Restbetrag als Bemessungsgrundlage für den Unterhalt Ihrer Ehefrau berücksichtigen müssen.
Das Einkommen Ihrer Ehefrau wird (nach Abzug des Erwerbstätigenbonus von 10 %, daher ein Einkommen von 180,00 Euro) mit Ihrem übrig bleibenden Einkommen zusammengezählt. Von diesem Betrag steht Ihrer Ehefrau die Hälfte zu. Wobei Ihre Ehefrau wiederum ihr eigenes Einkommen bei der Hälfte des Betrages in Abzug bringen muss, dieses daher bei dem Unterhaltsbetrag angerechnet wird.

Wie ich Ihnen anmerkte, kann ich mangels genauer Kenntnis über den Wohnvorteil oder den übrig bleibenden Zahlbetrag für die Hypothek keine Angaben machen. Die Nennung eines Betrages meinerseits wäre daher spekulativ und würde der Angelegenheit meines Erachtens nach nicht gerecht werden.

Bei einem Einkommen Ihrerseits von lediglich 4.000,00 Euro netto wären die Zahlbeträge für die Kinder nach einem Abzug der berufsbedingten Pauschale von 5 % und einem hierdurch sich ergebenden Nettoeinkommen Ihrerseits von 3.800,00 Euro wie folgt: 404 Euro für das 8-jährige Kind und 488,00 Euro für das 15-jährige Kind.

Ihr Nettoeinkommen würde sich aufgrund der Zahlung des Kindesunterhaltes auf 2.908,00 Euro reduzieren, wobei bei dem Abzug des Erwerbstätigenbonus ein Betrag in Höhe von 2.617,20 Euro verbleiben würde.
Auch bei einem Einkommen von 4.000,00 Euro netto kann ich Ihnen keinen genauen Betrag nennen, den Sie an Ihre Ehefrau zahlen müssten. Insofern verweise ich auf meine Ausführungen von oben.
Ohne genaue Kenntnis des Wohnvorteiles und der Handhabung der Hypothek nach einem möglichen Verkauf des Hauses kann ich keine Berechnung vornehmen.

Aber auch hier gilt, dass Ihre Ehefrau einen Anspruch auf die Hälfte des gemeinsamen Einkommens hat und ihr Einkommen entsprechend angerechnet werden muss.


Ich bedauere, dass ich Ihnen keine genaueren Angaben machen kann und hoffe dennoch, dass ich Ihnen einen ersten Überblick verschaffen konnte.
Sollten Sie noch Fragen an mich haben, können Sie sich gerne unter meinen Kontaktdaten an mich wenden.
Ich möchte Sie noch bitten die Bewertungsmöglichkeit für die Beantwortung dieser Frage zu nutzen, wofür ich mich vielmals bedanke.

Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2012 | 20:50

Guten Abend Frau Vetter,

Und besten Dank für die schnelle und kompetente Antwort.

Folgende Nachfrage wollte ich gerne ergänzen:

Sie sind auf den Firmenwagen nicht eingegangen. Ich hatte befürchtet, daß er irgend einer Form als Einkommen betrachtet wird und deshalb für die Berechnung des Unterhalts relevant sein könnte.

Zu Hypothek und Wohnvorteil: eine ortsübliche Miete für unser Haus schätze ich auf 750 EUR.
Die Frage nach dem Zahlbetrag der Hypothek verstehe ich nicht ganz. Meint das den nach Verkauf des Hauses eventuell weiter zu zahlenden Betrag? Ich schätze das Haus auf 250000, der Restbetrag der Hypothek sind 120000, bei Verkauf sollte die Hypothek also ganz abgelöst werden können, vermutlich gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigu ng.

Soweit meine Fragen bzw. Ergänzungen, freue mich auf ihre Antwort!


Gruß, G.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2012 | 17:48

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Bewertung und Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gerne beantworten möchte.

Zu der Nutzung des Firmenwagens. Es kann in der Tat für die auch private Nutzungsmöglichkeit des Firmenwagens ein geldwerter Vorteil für Sie und somit ein Zusatzeinkommen zu Ihrem Erwerbseinkommen angerechnet werden. Die Höhe wird je nach Vorteil für Sie bei der Nutzung festgesetzt. Oftmals wird ein Vorteil bis zu 400,00 Euro angesetzt. Dies ist jedoch wie bereits gesagt davon abhängig wie Sie den Firmenwagen auch privat nutzen dürfen.

Sollten Sie im Haus verbleiben, müssten Sie damit rechnen, dass bei Ihnen ein Wohnvorteil bis zu den von Ihnen geschätzten 750,00 Euro angesetzt werden.
Die Zahlung der Hypothek mit 1.150,00 Euro wird dabei abgezogen, so dass bei Ihnen letztendlich ein Betrag in Höhe von 400,00 Euro von dem verbleibenden Einkommen abgezogen wird.
Ausgehend von meinem bereits errechneten Einkommen bei Ihnen müssten Sie daher noch 400,00 Euro abziehen, so dass bei Ihnen ein Betrag von ungefähr 2.700,00 Euro verbleibt.
Unter Hinzuziehung des Einkommens Ihrer Ehefrau haben Sie daher ein gemeinsames Einkommen von 2.900,00 Euro, von dem Ihre Ehefrau die Hälfte für sich als Trennungsunterhalt beanspruchen könnte. Jedoch müsste sie ihr Einkommen von 200,00 Euro sich anrechnen lassen, so dass sie letztendlich einen Anspruch auf ca. 1.200,00 Euro haben dürfte.
Ich bitte Sie jedoch zu beachten, dass ich bei dieser Berechnung den Nutzungsvorteil des Firmenwagens nicht berücksichtigt habe. Sollte dieser bei ca. 400,00 Euro liegen, dürfte sich der Anspruch Ihrer Ehefrau entsprechend um die Hälfte des Betrages erhöhen.

Bei einem Verkauf des Hauses und der vollständigen Ablösung der Hypothek würde insofern auch die Berücksichtigung der Zahlung derselben als Schulden entfallen. Bei der Berechnung des Unterhaltes Ihrer Ehefrau würde daher nur Ihr Erwerbseinkommen, sowie der Nutzungsvorteil des Firmenwagens, sowie etwaige weitere berücksichtigungsfähige Positionen wie eine Zusatzaltersvorsorge bei der Berechnung herangezogen werden.
Bei dem Einkommen von 4.700,00 Euro und der Hinzurechnung der Nutzung des Firmenwagens mit 400,00 Euro müssten Sie daher mit einem Unterhaltsanspruch Ihrer Ehefrau von ungefähr 1.600,00 Euro (Ihr Nettoeinkommen abzüglich Kindesunterhalt und 10 % Abzug sowie Hinzurechnung von 400,00 Euro, zuzüglich des Einkommens Ihrer Ehefrau von 180,00 Euro, dividiert durch 2)rechnen.
Ich merke hier jedoch an, dass der Nutzungsvorteil des Wagens auch geringer sein könnte. Dies müsste entsprechend ermittelt werden.

Worauf ich Sie noch hinweisen wollte, ist dass Ihre Ehefrau nur für die Zeit der Trennung einen Anspruch auf den Trennungsunterhalt hat. Nach einer etwaigen Scheidung müsste sie selbst für Ihr Einkommen sorgen, da ein Betreuungsunterhalt aufgrund der Erziehung der Kinder scheitern könnte. Ein solcher wird nur gewährt, wenn die Kinder entsprechend jung sind. Da Sie ein 8-jähriges Kind haben, müsste Ihre Ehefrau sich daher zumindest einen Halbtagesjob suchen und insofern den Anspruch gegen Sie verringern.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen weiteren Ausführungen helfen konnte.
Sollen Sie weitere Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Bianca Vetter, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 08.06.2012 | 13:35

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.06.2012 4,4/5,0
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