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Bitte Arbeitszeugnis prüfen

27.11.2017 10:04 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Grundsätzlich gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Formulierungen, welche einer konkreten Note entsprechen. Vielmehr hat der Arbeitgeber ein Beurteilungsspielraum, wie er seinen Arbeitnehmer bewertet. Er muss das Arbeitszeugnis aber grundsätzlich wohlwollend formulieren.

Guten Tag,
bitte um kurze Prüfung des Arbeitszeugnis. Scheint mir etwas negativ gestaltet zu sein.


Frau xxx war in der Hauswirtschaft, im Bereich Reinigung eingesetzt. Hier konnte Frau xxx folgende Tätigkeiten erlernen und durchführen.
- Unterhalts- und Grundreinigungen von Bewohnerzimmern, Bädern und allgemeinen Bereichen
- Mülltrennung, Müllentsorgung
- Vorbereiten des Reinigungswagens
- Reinigen von Pflegehilfsmitteln auf den Wohnbereichen
Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau xxxzu unserer vollsten Zufriedenheit.
Sie setzte sich gewissenhaft und engagiert für die Erledigung ihrer Aufgaben ein. Besonders geschätzt wurde ihre gleichbleibend ruhige Art und ihre außerordentlich guten Umgangsformen.
Durch ihre zuverlässige und engagierte Arbeitsweise war sie stets eine geschätzte Teamkollegin.
Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Arbeitskollegen und BewohnerInnen war jederzeit vorbildlich.
Das Arbeitsverhältnis endet auf eigenen Wunsch am 30.11.2017
Wir bedanken uns herzlich für die geleistete Arbeit und wünschen Karin xxx für die Zukunft alles Gute.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei den von Ihnen beschriebenen Zeugnisformulierungen handelt es sich um eine überdurchschnittliche Bewertung. Ihr Zeugnis enthält eine Tätigkeitsbeschreibung. Auch enthält Ihr Zeugnis den Hinweis, dass das Arbeitsverhältnis auf Ihren Wunsch endet. Das Zeugnis enthält auch eine Abschlussformulierung.

Im Einzelnen:

Grundsätzlich gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Formulierungen, welche einer konkreten Note entsprechen. Vielmehr hat der Arbeitgeber ein Beurteilungsspielraum, wie er seinen Arbeitnehmer bewertet. Er muss das Arbeitszeugnis aber grundsätzlich wohlwollend formulieren. Außerdem muss der Arbeitgeber das Zeugnis möglichst klar formulieren und die Bewertung der Wahrheit entsprechen.

Die Formulierungen selbst wurden durch die Rechtsprechung geprägt und sind nicht abschließend. In Bezug auf die einzelnen Formulierungen in Ihrem Zeugnis, lassen sich folgende Bewertungen ableiten:

· Aufgabenerledigung: „zu unser vollsten Zufriedenheit", entspricht einer guten Bewertung.
· Arbeitsweise „gewissenhaft und engagiert", entspricht einer befriedigenden bis guten Leistung.
· Umgangsformen: „außerordentlich gut", entspricht einer guten bis sehr guten Leistung.
· Arbeitsweise: „zuverlässige und engagierte Arbeitsweise war sie stets eine geschätzte Teamkollegin", entspricht einer guten Bewertung.
· Verhalten gegenüber: „Vorgesetzten, Arbeitskollegen und Bewohner/Innen war jederzeit vorbildlich", entspricht einer guten Leistung.

Falls Sie noch auf das Zeugnis einwirken können, bietet es sich an, in die Klausel über die Arbeitsweise folgende Formulierung aufzunehmen, bspw.:

„Sie erledigte ihre Aufgaben stets selbstständig mit großer Sorgfalt und Genauigkeit."

Dies entspräche dann grundsätzlich einer guten Bewertung.

Außerdem bietet es sich an, in die Abschlussformulierung ein „Bedauern" aufzunehmen, bspw.:

„Wir bedauern ihre Entscheidung, danken ihr für ihre bisherige Tätigkeit und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Khazanov

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