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Bitcoin.de verweigert die Freigabe meiner gekauften Bitcoins.


01.08.2017 12:46 |
Preis: 120,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger



Ich habe rund 3000 EUR auf mein Bankkonto bei der Fidor Bank eingezahlt und von dem Geld Bitcoins auf bitcoin.de gekauft. Dort legitimiert man sich mittels eines PostIdents oder man ist volllegitimiert wenn man ein Konto bei der Fidor Bank besitzt.
Als ich die Bitcoins in meine "Bitcoin-Brieftasche" abbuchen wollte, passierte nichts. Ich musste feststellen, dass die Auszahlung automatisch blockiert wurde – also schrieb ich eine Mail an bitcoin.de mit der Aufforderung meine Bitcoins freizugeben. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: ich soll doch bitte ein Handyfoto meines Ausweises einreichen, was ich dann auch getan hatte.

Da dann nach 2 Tagen noch keine Rückantwort kam, rief ich telefonisch an und man teilte mir mit man würde die Priorität meines "Support-Tickets" erhöhen. Ich bekam dann etwa 3 Stunden später eine Mail, dass man die Sicherheitsmerkmale nicht eindeutig erkennen könne und ich soll doch bitte erneut ein Handyfoto einreichen. Auch dieser Aufforderung bin ich nachgekommen. Nun sind wieder 3 Tage verstrichen und ich erhalte auf meine E-Mails keine Antworten mehr. Ich habe bereits 3 mal angerufen, es passiert nichts. Als ich vorhin nochmals angerufen habe, sagte der Mitarbeiter zu mir, ich müsse mir das Programm "Skype" herunterladen, damit ich mit dem Mitarbeiter ein Videotelefonat machen kann. Das finde ich persönlich sehr frech, da ich nicht dazu bereit bin mich in einem Videotelefonat irgendwelchen Fragen stellen zu müssen und angst haben zu müssen, dass ich mein Geld nicht mehr wieder sehe.

Ich bin mir sicher, dass dies nicht rechtens ist und deshalb möchte ich Sie nun einschalten, denn: als ich das verneinte, ich werde mir kein Skype extra herunterladen und noch eine Webcam kaufen, meinte der Mitarbeiter das Telefonat sei dann beendet und ich müsse mir anwaltliche Hilfe holen.

Freundliche Grüße und Herzlichen Dank vorab.

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Sehr geehrter Fragensteller,

wenn der Anbieter Ihnen die Verifikation per Foto ermöglicht und die Auflösung hinreichend gut gewesen ist, haben Sie sich erfolgreich legitimiert.

Ein anderes Vorgehen des Anbieters wäre nur gerechtfertigt, denn der upload von der Qualität her unzureichend gewesen sein sollte.

Zumal ja anscheinend durch das Konto bei der Fidor Bank sowieso schon die Legitimation ohne zusätzliche Verifikation vorlag.

Überdies sind §§ 10, 11 und 18 der AGB hinsichtlich der Verifizierung recht vage ( = "mittels Post-Ident Verfahren oder eines vergleichbaren Verfahrens"). Es muss also nur ein Nachweis geführt werden, der ihre Identität sowie ihre Verfügungsbefugnis beweist. Eine gesonderte Skype Konferenz ist hierfür nicht notwendig.

Insofern würde es sich anbieten per Einwurfeinschreiben eine Frist zu Buchung bis zum 14.8.2017 setzen und eine Farb-Kopie des Ausweises inkl. der Unterschriftsseite dem Brief beizulegen, diesen nochmals gesondert zu unterschreiben und hierauf zu verweisen. Nach fruchtlosem Fristablauf sollten Sie dann einen Anwalt mandatieren.

Einfacher, sicherer und schneller wäre es uU das Post-Ident Verfahren zu durchlaufen und die Kosten dem Anbieter in Rechnung zu stellen, wenn die Kosten dieses Verfahrens - wie in der Regel - nicht bereits der Anbieter tragen sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -
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