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Bindung an den Immobilienmakler

07.11.2018 02:16 |
Preis: 25,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ca. 6 Monaten habe ich über eine Maklerin einen Bauernhof, der zum Verkauf stand, besichtigt. Das Anwesen wurde mitsamt einer Wiese von 2 Hektar für einen Kaufpreis von €570.000 angeboten.
Wir haben uns zum damaligen Zeitpunkt dazu entschieden, das Anwesen nicht zu kaufen.
(Der Eigentümer hat in der Zwischenzeit den Makler gewechselt und das Anwesen ohne die Wiese für €380.000 veräußern wollen. Auch dieser Makler bewirbt die Immobilie jetzt nicht mehr.)
Seit kurzem stehe ich mit dem Eigentümer direkt in Kontakt und es bestünde vom Eigentümer das Angebot, das Haus für €350.000 zu erwerben und die o.g. Wiese zu pachten.
Da ich aber das Anwesen bereits vor 6 Monaten mit der ersten Maklerin besichtigt habe, bin ich nun unsicher, inwieweit diese Anspruch auf die Maklerprovision geltend machen kann.
Dazu möchte ich noch einmal erwähnen, dass sich die Ausgangssituation (Haus mit Wiese für €570.000) zu der jetzigen (Haus ohne Wiese für €350.000) ja doch grundlegend unterscheidet. Kann ich also davon ausgehen, dass die Besichtigung mit der Maklerin nicht zum Abschluss des Kaufvertrages geführt hat und der Anspruch auf die Provision damit entfällt oder bleibt es dennoch bei dem Anspruch mit 3jähriger Verjährungsfrist?

Über eine aufschlussreiche Antwort würde ich mich sehr freuen.

MfG,
S. R.
07.11.2018 | 12:57

Antwort

von


(79)
Zweinaundorferstrasse 1
04318 Leipzig
Tel: 015731344210
Tel: 034197475372
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Würden Sie mir bitte die betreffende Vereinbarung einmal an die hier hinterlegte Mail Adresse senden? Ich melde mich dann zeitnah mit einer Antwort bei Ihnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2018 | 20:18

Sehr geehrte Frau Neubert,

leider bin ich mir nicht im Klaren darüber, nach welcher Vereinbarung Sie bitten.
Ich habe damals mit der Immobilienmaklerin keine (schriftliche) Vereinbarung geschlossen und die Vereinbarung zwischen dem Eigentümer und der Immobilienmaklerin ist mir natürlich nicht zugänglich.

Ich sehe meine Frage auf dieser Plattform als nicht beantwortet, der „Einsatz" wurde aber von Ihnen eingezogen. Könnten Sie mir daher bitte entweder die Frage beantworten oder Ihre Antwort rückgängig machen?

Vielen Dank,
S. R.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2018 | 17:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie schildern einen Vorfall, bei dem es um einen Verkauf geht in dem ein Makler involviert war. Um die Maklerprovision, bzw. ob diese zu leisten ist unter den von Ihnen beschriebenen Umständen ist der Kernpunkt Ihrer Frage. Ein Immobilienmakler schließt nicht nur mit dem Verkäufer bzw. Vermieter bei Beauftragung einen Maklervertrag ab. Es kommt auch zwischen Makler und Kauf- bzw. Mietinteressent ein Maklervertrag zustande, wenn der Interessent eine angebotene Immobilie besichtigen möchte und die Geschäftsbedingungen des Maklers akzeptiert. Die jeweiligen Maklerverträge bilden die Basis für den Provisionsanspruch. Damit hielt ich es für absolut legitim nach einem schriftlichen Vertrag zu fragen, um Ihnen nach Sichtung eine ganz konkrete Antwort geben zu können.

Bitte verzeihen Sie die Offenheit aber für mich liest es sich so, als ob ich Sie um Ihr Geld erleichtert hätte ohne adäquate Gegenleistung.
Nur zur Klarstellung wurde von mir persönlich überhaupt kein Einsatz eingezogen, ich habe keinerlei Geld von Ihnen erhalten bisher. Ich bin auch nicht in der Lage meine Antwort zu löschen, nebenbei war auch meine -zumindest in meinen Augen- höfliche Bitte um die Unterlagen zur EInsicht nicht meine Antwort.
Eine weiterführende Antwort bei Zusendung des Vertrages bzw. keinen vorhandenen Vertragsunterlagen wäre selbstverständlich gewesen.

Laut §652 BGB hat der Immobilienmakler Anspruch auf eine Maklerprovision, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

-Es wurde ein wirksamer Maklervertrag abgeschlossen. (Dies kann auch mdl. geschehen)
-Der Makler hat eine Maklertätigkeit erbracht (Nachweis und/oder Vermittlung)
-Es wurde ein Kaufvertrag oder Mietvertrag abgeschlossen.
-Die Maklertätigkeit war Ursache für den Vertragsabschluss.
-Der Vertrag war nicht aufgrund eines Mangels im Nachhinein unwirksam.

Manchmal kommen Miet- oder Kaufinteressenten auf die Idee, den Makler zu umgehen, d.h. mit dem Eigentümer direkt Kontakt aufzunehmen, um keine Maklerprovision zahlen zu müssen. Dabei ist zu beachten, dass der Zahlungsanspruch des Maklers nicht mit Auslaufen des Maklervertrags erlischt. Hat ein Kaufinteressent eine Immobilie über einen Makler besichtigt und geht nach Ablauf des Maklervertrags auf den Eigentümer direkt zu, um die Immobilie zu erwerben, so hat der Interessent dem Makler trotzdem eine Provision zu zahlen, sofern der Makler nachweisen kann, das er den Interessenten rechtswirksam vermittelt hat.

In Ihrem Fall sehe ich da einen schmalen Grad. Denn einerseits hat der Makler Sie ersteinmal auf dieses Objekt gebracht und Kontakte und Besichtigung hergestellt. Damit hat er Leistung erbracht. Andererseits weichen die nunmehr beschriebenen Kaufabsichten von den ursprünglichen ab. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, geht es nicht mehr um den Kauf des gesamten Anwesens, sondern um den Kauf des Hauses und die Pachtung der Wiese. Damit hat sich der Vertragsgegenstand geändert. Ein Anspruch auf die Provision hinsichtlich des gekauften Hauses wäre eine weiteres denkbares Auslegungsergebnis. Alle drei Varianten wären rechtlich diesen Argumenten vertretbar, darüber möchte ich Sie aufgeklärt haben.

Für das überzeugendste Argument halte ich allerdings die bereits verstrichenen Zeit von 6 Monaten, sowie den geänderten Vertragsgegenstand. Zudem muss der Makler darlegen und im Streitensfall beweisen, dass sein Tätigwerden Grundlage für den Vertragsabschluss war. Demnach würde die Provision nicht fällig werden.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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