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Bin ich noch zum Unterhalt an meine 18-jährige Tochter verpflichtet, wenn ja, wie hoch?

27.05.2007 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

ich bin Vater zweier Töchter. Die erste Tochter (wird im November 18 Jahre alt) stammt aus einer früheren unehelichen Beziehung. Sie lebt bei der Mutter und ich bin ihr gegenüber zum Unterhalt verpflichtet(dieser beträgt 150,00 Euro). Ab 01.04.07 hat sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen (Ausbildungsvertragsdatum: 15.12.06) Kenntnis davon erhielt ich am 15.05.2007 per Post. Ihre Ausbildungsvergütung beträgt 737,00 Euro Brutto. Die Mutter bekommt für sie das Kindergeld.
Meine zweite Tochter aus meiner jetztigen Beziehung (Adoption 1992) ist Studentin im 2. Fachsemester.
Mein Nettoeinkommen beträgt ca. 1400,00 Euro.

Meine Fragen:
Bin ich noch zum Unterhalt verpflichtet, wenn ja, wie hoch?
Wie ist der weitere Verfahrensweg bei Unterhaltsänderung bzw.-wegfall.
Wird die Miete, die sie bezahlt, mit eingerechnet?
Für eine baldige Rückantwort bedanke ich mich im voraus.

Freundliche Grüße und ein schönes Pfingstwochenende.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Bei der Berechnung Ihrer Unterhaltsverpflichtung ist das unterhaltsrelevante Einkommen zu berücksichtigen. Sie geben lediglich an, dass Sie etwa 1400 € netto im Monat verdienen. Das tatsächlich entscheidende Nettoeinkommen kann daher nicht abschließend ermittelt werden. Aus diesem Grund können die hier angegebenen Zahlen nur grobe Anhaltspunkte darstellen.

Für Ihren Fall ergibt sich aus Ihrer Darstellung aus der Düsseldorfer Tabelle ein Bedarf für Ihre erste Tochter in Höhe von 332 €. Auf diesen ist allerdings ein Teil der Ausbildungsvergütung anzurechnen. Im Falle eines Minderjährigen ist die Hälfte der Vergütung, in Ihrem Fall also 369 €, vom errechneten Bedarf in Abzug zu bringen. Dieses führt dazu, dass Ihre Tochter selbst für Ihren Unterhalt aufkommen kann und Ihre Verpflichtung zum Unterhalt wegfällt.

Allerdings besteht wohl auf Seiten Ihrer Tochter ein Unterhaltstitel (Urteil, Jugendamtsurkunde o. ä.) aus dem sich Ihre Zahlungsverpflichtung ergibt. Ein solcher Titel muss abgeändert werden, da aus Ihm direkt vollstreckt werden kann. Wenn Ihre Tochter nicht freiwillig auf den Unterhalt von Ihrer Seite verzichtet so müssen Sie eine Abänderungsklage erheben.
Besteht kein Unterhaltstitel so können Sie die Unterhaltszahlungen von sich aus einstellen. Besteht Ihre Tochter weiter auf Unterhaltszahlungen, so muss sie einen Unterhaltstitel in Form eines Urteils schaffen, zu dem es nach Ihren Angaben jedoch mangels Bedürftigkeit nicht kommen wird.
Allerdings sollten Sie in jedem Fall einen ortsansässigen Kollegen aufsuchen, der eine konkrete Unterhaltsberechnung vornehmen kann. Eine solche ist nur bei Vorliegen aller unterhaltsrelevanten Daten und Dokumenten durchführbar.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de

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