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Bin ich an das Berliner Testament gebunden?

31.03.2010 09:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Nach dem Tode meines Mannes wurde unser gemeinsames Berliner Testament eröffnet, in dem ich Alleinerbin war, unsere beiden Kinder Schlußerben. Jetzt möchte ich, daß das eine Kind deutlich mehr vom Erbe - das nicht groß ist- erhält als das andere, weil es in den vergangenen 20 Jahren sich in ganz außerordentlicher Weise um mich gekümmert hat. Gern würde ich ihm zu meinen Lebzeiten einen Extrateil schenken, gehe jedoch davon aus, daß ich die nächsten 10 Jahre nicht mehr erlebe und damit die Schenkung zurückgefordert werden könnte. Gibt es eine andere Möglichkeit?



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Sie und Ihr Mann haben sich gegenseitig zu Voreben eingesetzt und damit eine sog. Wechselseitige Verfügung vorgenommen.
An diese Verfügung muss sich jeder der beiden Erklärenden halten.

Solche Verfügungen sind nur solange widerruflich, wie der Widerruf dem anderen gegenüber erklärt werden kann.
Damit endet die Möglichkeit des Widerrufs, wenn einer der beiden Erklärenden stirbt.

Damit sind Sie (leider) an diese Verfügung gebunden.
Dies gilt jedenfalls dann, wenn im Testament wirklich von einer wechselseitigen Verfügung die Rede ist. Dies müssten Sie noch einmal überprüfen.
Im Testament steht dann etwa eine Passage, wie: „wir (die Unterzeichnenden) setzten uns gegenseitig als Vorerben ein“.
Wenn es sich nicht um eine wechselseitige Verfügung handelt, dann wäre eine Änderung möglich. Jedoch ist die „Wechselseitigkeit“ gerade die Natur des „Berliner Testaments“ – dies gilt vor allem, wenn Sie eine Testamentsvorlage verwendet haben.


Sodann gibt es nur die Möglichkeit, dass Sie Verfügungen in Richtung des zu begünstigenden Kindes vornehmen. Eben dies mit der Kehrseite, dass das andere Kind bei Ihrem Ableben entsprechend § 2287 BGB die beeinträchtigende Schenkung heraus gegeben verlangen kann.

Hier gäbe es zumindest die Möglichkeit ein Kind in der Weise zu bevorzugen, dass Sie diesem Kind Teile Ihres Vermögens (z. Bsp. Grundstück, Haus, etc.) zu einem günstigen Preis verkaufen.
Zwar liegt eine Schenkung auch dann vor, wenn einer Zuwendung keine äquivalente Gegenleistung entgegensteht.
Allerding wird diese Beurteilung schwer, wenn zwar eine Gegenleistung geflossen ist – das „Geschäft“ aber trotzdem relativ günstig für das bevorzugte Kind ist.
Auf diese Weise könnten Sie einem Kind wenigstens gewisse Vorteile zuwenden.

An das Testament jedenfalls – sind Sie gebunden.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können.




An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.

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