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Billigflieger ändert Flugziel - Rücktritt?


11.05.2007 10:44 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexandros Kakridas



Ich stehe vor folgender Problematik:

Ich hatte für mich und einen Freund von 29.5. bis 05.06.07 einen
Flug (kein Hotel etc., nur Flug) von München nach Neapel bei
Tuifly gebucht.
Diesen Flug hat Tuifly mit Verweis auf Umbauarbeiten am Flughafen
Napoli, der für eine Woche geschlossen ist, nun nach Bari verlegt
und bietet uns an, dass wir für 8 Euro extra(!) einen Bustransfer
nach Neapel in Anspruch nehmen könnten.

Wir hingegen lehnen die Flugzieländerung ab, da für die rund 300
km Strecke mit irgendeinem Bus quasi jeweils ein halber Tag des
Aufenthaltes wegfällt und die Rennräder, deren Transport wir
mitgebucht haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Bustransfer
nur mit Beschädigungen überstehen werden oder später ankommen
werden etc.

Haben wir nun einen Anspruch auf Rücktritt vom Flug und volle
Erstattung des Reisepreises? Tuifly bestreitet dies und bietet
lediglich an, bei Umbuchung nur den Aufpreis auf einen anderen -
nun teureren - Flug zu berechnen, nicht aber auch noch die
Umbuchungskosten.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Grundsätzlich haben Sie das Recht vor Reisebeginn jederzeit die Möglichkeit von dem Reisevertrag zurückzutreten. In diesem Fall könnte der Reiseveranstalter einen Entschädigungsanspruch gegen Sie geltend machen.

Für Sie günstiger wäre aber eine "Kündigung" des Reisevertrages.

Sie haben mit Ihrem Reisveranstalter vertraglich vereinbart, dass Sie nach Neapel gebracht werden. Diese Verpflichtung kann der Reiseveranstalter nicht erfüllen.

Die vom Reiseveranstalter angebotene Umbuchung stellt ein Angebot auf Änderung des ursprünglich vereinbarten Vertrages dar.
Sie können, müssen aber nicht dem veränderten Vertrag zu den angebotenen Konditionen zustimmen.
Sie haben allerdings die Möglichkeit ebenfalls eine Änderung des Vertrages anzubieten, diesmal ohne die Zahlung von zusätzlichen Kosten. Es steht dann dem Reisveranstalter frei, dies anzunehmen.

Sollten Sie den Vertrag kündigen, so hätte dies für Sie den Vorteil, das Sie den Vertrag zu günstigeren Bedingungen als nach einem Rücktritt beenden könnten.

Eine Kündigung setzt das Vorliegen eines Mangels voraus. Besteht der Mangel schon vor Beginn der Reise, so kann eine Kündigung auch schon vor Reisebeginn erklärt werden.

Dass es sich bei Änderung des Zielflughafens um eine Reisemangel handelt wurde bereits durch Rechtsprechung festgestellt:

„Wird der Reisende auf einen anderen als dem vertraglich vereinbarten Flughafen geflogen und mit einem Bus zum eigentlichen Zielflughafen gebracht, so liegt ein Reisemangel vor“. (AG Essen, Urt. v. 14.12.1996; 21 C 498/95;)

Sie sollen daher die Kündigung des Reisevertrages in Betracht ziehen, falls die angebotene Umbuchung nicht akzeptieren möchten.

Allerdings sollten Sie sich darauf einstellen, dass Sie bei Ablehnung auf Erstattung des Reisepreises nach erklärter Kündigung wohl gerichtlich gegen den Reisveranstalter vorgehen müssen.

Gerne ist meine Kanzlei bereit, Sie in dieser Angelegenheit weiter zu beraten und zu unterstützen.Sie könne mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Alexandros Kakridas
- Rechtsanwalt –

Westerbachstraße 23 F
61476 Kronberg i.Ts.

Fon : 06173 – 70 29 06
Fax : 06173 – 70 28 94

@: kakridas@recht-und-recht.de
web: www.recht-und-recht.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2007 | 15:46

Danke für die prompte Antwort. Nur noch einige Fragen:

* Sie sprechen in Ihrer Antwort vom "Reiseveranstalter". Gilt denn der Billigflieger Tuifly - ehem. Deutsche BA - als "Reiseveranstalter" oder wird er argumentieren, dass es sich hier um einen Flug ("Beförderungsvertrag") handelt und nicht um eine Reise?
* Könnte es irgendwo im Kleingedruckten stehen, dass er sich das Recht auf einen Alternativ-Flughafen in den AGB´s vorbehält und wäre das wirksam?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.05.2007 | 12:58

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Für eine Reise sind im Grundsatz mindestens zwei zu einer Gesamtleistung zusammengefasste Leistungen erforderlich, wobei der Anbieter die Erbringung in eigener Verantwortung übernimmt.

Es gibt aber bereits höchstrichterliche Rechtssprechung, welche bereits die Erbringung einer Leistung als ausreichend ansieht.

Selbst aber wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass die Tuifly vorliegend nicht als Reiseveranstalter anzusehen wäre, würden sich für Ihre Rechte keine Unterschiede ergeben. Lediglich die Anspruchsgrundlage wäre eine andere.

Ihr Vertragspartner, die Tuifly, hat sich vertraglich verpflichtet Sie nach Napoli zu befördern. Wenn diese Ihren vertaglichlichen Pflichten nicht nachkommen kann, sind Sie nicht verpflichtet an dem Vertrag festzuhalten.

Selbst wenn in den ABG´s ein Alternativ-Flughafen vorbehalten ist, müssen Sie zumindet keine erhöhten Umbuchungaufpreise tragen. In diesem Fall müßte Ihnen beu Unzumutbarkeit auch ein Rücktrittsrecht eingeräumt werden, da die AGB-Klausel sonst zu sehr zum Nachteil des Kunden ausgestaltet wäre.

Ich wünsche Ihnen einen guten Ausgang der Angelegenheit.

Falls Sie eine weitere Vertretung in Erwägung ziehen, können Sie mich gerne kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen

Alexandros Kakridas
- Rechtsanwalt -

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