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Bildrecht für Publikationen

| 21.08.2018 11:58 |
Preis: 75,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


Guten Tag,
ich plane aktuell eine Publikation im Bereich Architektur zu verfassen. Im konkreten Fall anhand von Analysen der gebauten Werke und Publikationen eines vor knapp 20 Jahren verstorbenen Architekten eigene Ansätze abzuleiten und diese aufzuzeigen.

Dass ich in meiner Publikation auf die Schriften des Architekten Bezug nehmen kann indem ich diese als Zitat kennzeichne ist mir klar. Jedoch haben sich bei der ersten Beschäftigung mit dem Thema Publikation ein paar Unklarheiten bezüglich der Bildrechte ergeben. Ich versuche diese nun in Einzelpunkten aufzulisten.

1. Wenn ich z.B. ein Bild aus einem Buch verwenden möchte muss ich im Normalfall den Verlag um die Erlaubnis bitten bzw. erhalte von diesem den Kontakt des Rechteinhabern.

Gibt es für solche Fälle eine Art Standardformular (welches mir bitte zugänglich gemacht wir) oder reicht es wenn ich eine Antwort z.B. per Mail erhalte, welche mir die Verwendung zusichert.

2. (ergänzend zu 1.) Was ist wenn es den Verlag nicht mehr gibt oder sich kein Kontakt zum Rechteinhaber herstellen lässt?

3. Verlöscht auch das Urheberrecht auf Abbildungen mit der Frist 70 Jahre nach dem Tot des Urhebers oder gibt es andere Fristen?

4. Können einfache Grafiken oder z.b. Grundrisse in eigenem Stiel nachgezeichnet werden (mit Vermerk siehe ...) oder würde auch hierdurch ein rechtliches Problem entstehen?

Mir ist bewusst, dass es sich bei Punkt 4 um einen relativ komplexen Sachverhalt handelt und es meistens ohne die Abbildungen genau zu kennen keine konkrete Antwort gegeben werden kann. Mir geht es auch nicht um die Auflistung von betreffenden Paragraphen sondern viel mehr um grundlegende Dinge die Beachtet werden müssen.

21.08.2018 | 13:45

Antwort

von


(1506)
Tirpitzstr.21
26122 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn ich z.B. ein Bild aus einem Buch verwenden möchte muss ich im Normalfall den Verlag um die Erlaubnis bitten bzw. erhalte von diesem den Kontakt des Rechteinhabern. Gibt es für solche Fälle eine Art Standardformular (welches mir bitte zugänglich gemacht wir) oder reicht es wenn ich eine Antwort z.B. per Mail erhalte, welche mir die Verwendung zusichert.

Es reicht grundsätzlich aus, wenn Sie die formlose Erlaubnis des Rechteinhabers zur geplanten Verwendung erhalten. Aus Beweisgründen sollte dies aber in schriftlicher Form erfolgen.

2. (ergänzend zu 1.) Was ist wenn es den Verlag nicht mehr gibt oder sich kein Kontakt zum Rechteinhaber herstellen lässt?

Wenn das Bild noch urheberrechtlichen Schutz genießt, der Urheber also noch keine 70 Jahre verstorben ist, benötigen Sie dessen Erlaubnis. Wenn Sie diese mangels Kontakt nicht erlangen können, dürfen Sie das Bild nicht benutzen. Eventuell greift aber auch bei Bildern als Ausnahmeregelung das Zitatrecht des § 51 UrhG (großes Bildzitat).

3. Verlöscht auch das Urheberrecht auf Abbildungen mit der Frist 70 Jahre nach dem Tot des Urhebers oder gibt es andere Fristen?

Ja, die Rechte des Urhebers (z.B. Fotografen) erlöschen 70 Jahre nach dessen Tod. Sind Personen abgebildet, erlischt deren Recht am eigenen Bild 10 Jahre nach dem Tod des Abgebildeten (postmortales Persönlichkeitsrecht).

4. Können einfache Grafiken oder z.b. Grundrisse in eigenem Stil nachgezeichnet werden (mit Vermerk siehe ...) oder würde auch hierdurch ein rechtliches Problem entstehen?

Tatsächlich lässt sich dies nicht pauschal beurteilen. Einfache Grafiken sind möglicherweise gar nicht urheberrechtlich geschützt, oder es reichen bereits leichte Abwandlungen, um sie als freie Benutzung (§ 24 UrhG) einzustufen. Lassen die Grafiken dagegen ausreichend Individualität des Schöpfers erkennen, die auch bei Ihrer Version noch erhalten bleibt, dann ist die Veröffentlichung nur mit Zustimmung des Urhebers bzw. sonstigen Rechteinhabers zulässig.
Auch in diesem Fall kann aber das Zitatrecht als Ausnahmeregelung greifen, wenn die Grafik in Ihrem eigenen Werk erläutert wird und hierfür die Abbildung notwendig ist. Bei einem Zitat muss das fremde Werk aber unverändert übernommen werden und es ist eine Quellenangabe erforderlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

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