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Bilder gekauft - verändert - jetzt Urheber?

| 14.02.2009 19:51 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe bei einem Bilderdienst einige Bilder gekauft. DeFacto habe ich für diese Bilder eine eingschränkte Nutzungslizenz erworben, die ausschliesst, das ich die Fotos weiter verkaufe oder zu Marketingzwecken nutze. Tue ich auch nicht.

Ich habe die Bilder etwas verändert. So habe ich einen netten Spruch auf die Fotos geschrieben in hübschen Buchstaben und auch ein copyright Zeichen eingefügt. Dann habe ich die Bilder auf meinen Server geladen und stelle sie dort dar.

Jemand hat nun auf seiner Seite die Bilder eingesetzt, und zwar so, das meine Bilder direkt von meinem Server in die andere Seite geladen werden. Das heisst, die Bilder werden dort dargestellt, sind aber nicht auf dem fremden Server sondern werden über meinen Server aufgerufen. Sieht man aber nicht, wenn man die Seite nur betrachtet. Nur wenn man auf das bild klickt und unter "Eigenschaften" guckt, erkennt man, das diese von meinem Server geladen werden.

Habe ich grundsätzlich Rechte an den Bildern, wenn ich für diese eine Lizenz habe und sie dann verändere (mit Text) und dann ein copyright Hinweis einfüge? Ist es generell nicht schon eine Verletzung, das man Bilder von meinem Server auf fremde webseiten lädt (Datenklau oder so)? Sollte doch insgesamt Grund für eine Abmahnung sein, oder?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Sie haben zunächst ein einfaches Nutzungsrecht erworben, das Sie zu einer nicht-kommerziellen Benutzung der Bilder berechtigt. Durch das Hinzufügen eines "Spruches" haben Sie im Zweifel kein neues eigenständiges Recht erworben. Zwar ist es grds. möglich, in Anlehnung an ein bestehendes urheberrechtliches Werk ein neues zu schaffen, vgl. § 24 UrhG, hierfür ist jedoch vonnöten, dass man in "freier Benutzung" des alten Werkes in kreativer eigener Arbeit ein neues Werk schafft. Dies dürfte bei Ihnen nicht gegeben sein, da trotz Hinzufügen eines Textstückes nach wie vor das Bild im Vordergrund steht. Im Gegenteil könnte in einer solchen Vorgehensweise sogar eine Entstellung des Werkes im Sinne des § 14 UrhG liegen, wenn z.B. durch den Spruch das Bild in einen gänzlich anderen Sinnzusammenhang gerückt wird als vom Urheber beabsichtigt.

Das Hinzufügen des copyrights-Vermerk ist für die Entstehung urheberrechtlichen Schutzes grds. unbedeutend und kann an der obigen rechtlichen Beurteilung nichts ändern.

Nach wie vor hat daher der Urheber der Bilder bzw. der ausschließliche Nutzungsberechtigte (dies dürfte die Bilderagentur sein) das Recht dazu, gegen die unberechtigte Verwendung und/oder Vervielfältigung vorzugehen. Sofern Ihnen dieses Recht nicht gleichfalls vertraglich eingeräumt wurde, können Sie insofern keine Abmahnung aussprechen.

Ungeachtet dessen könnten Sie die unerlaubte Verwendung der Bilder zur Anzeige bringen, da dies gem. § 106 UrhG eine Straftat darstellt. In zivilrechtlicher Hinsicht können Sie aber hierdurch gleichfalls keine finanziellen Entschädigungen o.ä. verlangen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen und verweise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 14.02.2009 | 20:54

Danke, das habe ich gut verstanden.

Dagegen, das die Bilder direkt von meinem Server aufgerufen werden kann ich auch nichts machen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2009 | 14:38

Sehr geehrter Fragesteller,

ob und in welchem Umfang das sog. Inline-Linking rechtswidrig sein kann, ist in der Rechtsprechung noch nicht abschließend geklärt. Inline-Linking beschreibt dabei die Fälle, in denen wie bei Ihnen Inhalte Dritter von deren Servern geladen und auf der Seite des Link-Setzenden wie eigene Inhalte dargestellt werden. Die Rechtsprechung geht hierbei zunächst davon aus, dass das Setzen von Links als essentieller Bestandteil der Funktionsfähigkeit des Internet erlaubt und nur in Ausnahmefällen unzuläsig ist. Unstreitig ist dies der Fall, wenn durch das Setzen sog. Inline-Links Urheberrechte des Verlinkten verletzt werden. Unzulässig kann es gleichfalls in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht sein, wenn sich ein Mitbewerber so die Leistung eines anderen Mitbewerbers zu eigen macht. Schließlich kommt auch eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts von Privatpersonen in Betracht, wenn durch das Setzen der Links die verlinkten Inhalte in einem ehrverletzenden Zusammenhang gerückt werden. All dies ist bei Ihnen jedoch nicht der Fall. Denkbar wäre ein eigentumsrechtlicher Unterlassungsanspruch, gestützt auf das Argument, dass der Linksetzende Serverkapazität auf Ihre Kosten spart, da der Zugriff auf die verlinkten Bilder nach wie vor von Ihrem Server erfolgt. Allerdings wäre dies eher zu bejahen, wenn der Verlinkte ein Großunternehmen ist, dessen Inhalte so zahlreich "geklickt" werden, dass tatsächlich eine spürbare Belastung der Serverkapazität auftritt. In Ihrem Fall der nicht-kommerziellen Nutzung mit geringerem Umfang sind die Erfolgsaussichten, dass eine solche Argumentation einer gerichtlichen Überprüfung standhält, geringer. Dennoch können Sie natürlich den Linksetzenden außergerichtlich anschreiben und ihn mit o.g. Argumenten zur Unterlassung auffordern.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.02.2009 | 11:33

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