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Bilanz in Deutschland für englische Limited

05.11.2013 14:40 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Steuerliche Pflichten einer ruhenden bzw. gelöschten Limited

Hallo,

im Jahre 2006 gründete ich eine englische Limited und meldete für diese eine selbständige Zweigniederlassung in Deutschland an.

Der Zweck der Limited stellte sich nicht wie gewünscht ein, und so meldete ich im Dezember 2010 (!) das Gewerbe der Zweigniederlassung ab.
Handelsregister etc., alles gelöscht.

Den Mantel der Limited wollte ich gerne behalten und so stellte ich diese in England ruhend. Ich ging davon aus, dass damit alles erledigt sei.

Im März 2011 zog ich nach Tschechien und meldete mich in Deutschland ab.

Um besser Umgang zu meiner minderjährigen, von mir getrennt lebenden, Tochter zu ermöglichen, mietete ich 2012 in Deutschland eine Wohnung und meldete dies an.
Alle 14 Tage bin ich dort für 4 Tage anwesend.

Ort meiner beruflichen Aktivitäten - und meines gewöhnlichen Aufenthalts, ist aber Tschechien. Firma, Wohnung, Lebenspartnerin..., alles dort!

Mit der Anmeldung der zusätzlichen Wohnung in D, erhielt ich, neben der erwarteten Post vom Finanzamt, die Aufforderung zur Abgabe der Bilanz von 2011 (!) der englischen Limited beim deutschen Finanzamt.

Ich erklärte die Situation, aber das Deutsche Finanzamt kam zu einer anderen Auffassung:

- Das Finanzamt bestätigte mir die Schließung der Zweigniederlassung in Deutschland.
- Meine Limited sei aber noch im Companies-House eingetragen/existent (sie haben Online- Zugriff) und der saturaische Sitz der Limited sei faktisch in Deutschland.
Somit sei diese englische Limited auch für 2011 in Deutschland Bilanzpflichtig.
Ungeachtet dessen, dass die Limited in England ruhend gestellt ist und ich 2011 schon
nicht mehr in Deutschland wohnte.

Mit der Kaltstellung meiner Argumente und Belege wurden direkt Zwangsgelder verhängt - und die Post, adressiert an die Limited, landet in meinem Briefkasten in Deutschland.

Um aus Zeitmangel der Sache etwas Wind aus den Segeln zu nehmen, lies ich eine auf der alten Buchhaltung beruhenden Bilanz erstellen und reichte diese ein.
(Umsatz war NULL, Kosten für Bilanz 1.000 Euro!)

Nun fordert das Finanzamt weitere Steuererklärungen wie Umsatzsteuer etc. aber es existiert genau genommen gar keine Steuernummer, da die Zweigniederlassung ja zum 31.12.2010 geschlossen und das Gewerbe abgemeldet wurde.

Der Argumentation vom Finanzamt kann ich nicht folgen.
Auch habe ich das Gefühl dass man dort den Sachverhalt nicht wirklich zur Kenntnis nimmt.

Es ist anzunehmen, dass mir dies für die Jahre 2012 und 2013 erneut blühen wird und weiß mir ehrlich gesagt nicht mehr zu helfen.
Die Sachbearbeiterin beim Finanzamt bleibt bei ihrer Auffassung und arbeitet hartnäckig an der Vollstreckung der Säumniszuschläge.

Ich habe jetzt vorsichtshalber die Limited löschen lassen,- was mich sehr ärgert.
Aber dennoch möchte ich keine weiteren 2.000 Euro für zwei Bilanzen ausgeben (2012/2013), wenn dies von mir nicht gefordert werden kann und zudem auch keinerlei geschäftlichen Aktivitäten vorlagen.

Ist das Finanzamt in diesem Fall wirklich im Recht?

Mit freundlichen Grüßen


Einsatz editiert am 05.11.2013 20:30:23

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Dass Problem an Ihrem Fall ist, dass die Limited erst vor kurzem gelöscht wurde und selbst bei Löschung wird die Limited für die Zwecke des Besteuerungsverfahrens als fortbestehend angesehen, wenn sie noch steuerrechtliche Pflichten zu erfüllen hat. Nach englischem Recht hat die Limited allerdings keine eigentlichen Bilanzen zu erstellen, wenn Sie ruhend war und auch wirklich keine Geschäftstätigkeit ausgeübt hat. Nach deutschem Recht muss allerdings trotz "Ruhen" einer Kapitalgesellschaft die Bilanz erstellt werden. Aufgrund der Löschung können Sie die Ltd. nicht mehr vertreten bzw. handeln, wenn Sie als
vertretungsberechtigter "director" waren. Sie müssen also gegenüber dem Finanzamt darlegen, dass die Limited gelöscht ist und sich der statuarische Sitz der Gesellschaft trotz Ihrer Wohnung in Deutschland in Tschechien befunden hat.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 11.12.2013 2,4/5,0
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