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Bezug von Krankengeld und Umzug

| 18.03.2019 08:38 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Stefanie Kremer


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin aktuell krank geschrieben aufgrund einer depressiven Epsode und beziehe seit kurzem Krankengeld. Ich befinde mich in ungekündigter Stellung.

Mein Mann und ich würden gerne von NRW nach Ostfriesland ziehen, da sich dort das für uns wichtige soziale Umfeld befindet. Da mein Mann jetzt in Rente geht, dachten wir dies sei ein guter Zeitpunkt. Ich hatte ursprünglich vor, mir dann dort eine Neue Arbeitsstelle zu suchen, was sich durch meine Erkrankung evtl. aber verzögern würde. Wir haben noch nicht mit der Suche nach einer Wohnung begonnen

Der Umzug würde mir in Bezug auf meine psychische Situation sicher weiterhelfen, da einige Stressfaktoren und Auslöser der Depression wegfallen würden. Der Gedanke nicht umziehen zu können, belastet mich aktuell sehr!

Nun meine Frage:
1. darf ich trotz Bezuges des Krankengeldes einen Umzug planen?
2. wenn ich zum Zeitpunkt des Umzuges weiterhin arbeitsunfähig bin, erhalte ich dann weiterhin das Krankengeld?
3. Sollte ich nicht weiter krank geschrieben sein, bekomme ich dann eine Sperre durch das Arbeitsamt, auch wenn der Umzug meiner Genesung förderlich wäre? Was kann ich tun, dass keine Sperre erfolgt? Also wie verhalte ich mich richtig?

Ich bedanke mich im Vorraus für Ihre Beratung.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.) Sie dürfen auch während des Bezugs von Krankengelds, also während Sie arbeitsunfähig sind, einen Umzug planen.
Wenn Sie arbeitsunfähig sind, dürfen Sie nur solche Aktivitäten nicht unternehmen, die Ihre Genesung gefährden, was je nach Art der Erkrankung unterschiedlich zu beurteilen ist.
Ihre Erkrankung, soweit Sie sie geschildert haben, steht wohl der Planung eines Umzugs und wohl auch dem Umzug selbst nicht entgegen. Im Zweifel sollten Sie sich dies noch einmal von Ihrem Arzt bestätigen lassen.
2.) Ein Umzug, auch in ein anderes Bundesland berührt Ihren Anspruch auf Krankengeld nicht. Wenn Sie auch nach dem Umzug arbeitsunfähig sind, besteht der Anspruch fort.
3.) Nicht nur solange Ihr aktuelles Arbeitsverhältnis ungekündigt besteht, haben Sie Anspruch auf Krankengeld, sondern auch, falls das Arbeitsverhältnis während der Zeit Ihrer Arbeitsunfähigkeit endet, da Sie dann weiterhin Mitglied in der Krankenkasse sind (§ 192 Abs. 1 Nr. 2 Sozialgesetzbuch V).
Wenn Sie nach dem Umzug eine neue Arbeit beginnen möchten, muss Ihr aktuelles Arbeitsverhältnis beendet sein. Dazu müssten Sie z.B. selbst gekündigt haben unter Beachtung der Kündigungsfriste. Möglicherweise entscheidet auch Ihr Arbeitgeber, Sie zu kündigen, wenn er über von Ihnen über Ihre neue Meldeadresse informiert wird. Weiterhin denkbar wäre im Übrigen auch eine einvernehmliche Beendigung per Aufhebungsvertrag. In allen Fällen der Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses während des Krankengeldbezugs behalten Sie Ihren Anspruch auf Krankengeld. Sie sind dann nicht arbeitslos, da Sie nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet sind. Die Krankenkassen ordnen diese Konstellation nicht immer richtig ein.
Inwiefern sich eine Stellensuche mit der Arbeitsunfähigkeit verträgt, wäre wiederum eine tatsächliche Frage, die mit Ihrem Arzt zu besprechen wäre und ggf. von diesem zu bestätigen wäre.
Falls Sie allerdings wieder arbeitsfähig werden, und sich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden, würde voraussichtlich (je nach den Umständen der Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses) eine Sperrzeit des Arbeitslosengelds eintreten. Sie wird gem. § 159 Abs. 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch III verhängt, wenn Sie ohne wichtigen Grund Ihr Beschäftigungsverhältnis gelöst oder durch ein arbeitsvertragswidriges Verhalten Anlass für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses gegeben und dadurch die Arbeitslosigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben. Das gilt insbesondere, wenn Sie selber kündigen. Bei einvernehmlichen Beendigungen kommt es auf die Umstände an, insbesondere darauf, ob bei Ihrem Arbeitgeber möglicherweise eine betriebliche Veranlassung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht. Es wäre zu empfehlen, dass Sie sich hierzu noch ausführlich anwaltlich beraten lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 18.03.2019 | 11:41

Bezüglich des Zeitpunkts Ihrer Arbeitssuchend- und Arbeitslosmeldung möchte ich noch ergänzen, dass Sie sich, ungeachtet Ihrer Arbeitsunfähigkeit umgehend nach Erhalt oder Ausspruch einer Kündigung bzw. Abschluss eines Aufhebungsvertrages bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden müssen. Erst wenn Sie nicht mehr krank geschrieben sind, müssten Sie sich dann arbeitslos melden.

Bewertung des Fragestellers 20.03.2019 | 07:18

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