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Beziehung zwischen Ausbilder (Praxisanleiter) und Auszubildender


| 25.02.2018 14:28 |
Preis: 43,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Guten Tag!

Ich würde gerne wissen, wie die Rechtslage bei sexuellen Beziehung zwischen Ausbildern (Praxisanleitern) und Auszubildenden aussieht. Im Internet bin ich auf viele verschiedene Antworten gestoßen, diese reichen von „Es kann euch niemand verbieten, da es sich um ein Persönlichkeitsrecht handelt" bis hin zu „Es ist absolut verboten und kann den Ausbilder ins Gefängnis bringen, da es sich um sexuellen Mißbrauch von Schutzbefohlenen handelt".

Um die Situation kurz näher zu erläutern: Ich bin 22 Jahre alt und mit mein Ausbilder (Praxisanleiter - 35 Jahre) in einer festen Beziehung. Wir sind beide erwachsen und alle Handlungen geschehen im beidseitigen Einvernehmen. Ich möchte ausdrücklich keine Antwort zur Rechtslage bei Minderjährigen oder zu Lehrer-Schüler-Beziehungen, da dies nicht auf diesen Fall zu übertragen ist. Ich befinde mich im 1. Lehrjahr einer 3jährigen Ausbildung. Man hört oft, dass wenn so etwas vorkommt, die Betroffenen beruflich getrennt werden müssen, also die Auszubildende einem anderen Praxisanleiter zugeteilt werden muss und nicht mehr mit dem Betroffenen arbeiten darf, da dieser sie bevorzugt behandeln oder ausnutzen könnte. Es dürfte kein Abhängigkeitsverhältnis bestehen, aber ab wann würde man das so sehen? In unserem Betrieb gibt es nur 2 Praxisanleiter, sodass es nicht möglich wäre, mich dauerhaft nur von anderen ausbilden bzw. bewerten zu lassen.

Meine konkreten Fragen lauten also:
Ist unsere Beziehung erlaubt?
Welche Gesetzte (bitte mit Angabe der Paragraphen) finden Anwendung?
Welche rechtlichen Folgen kann die Beziehung nach sich ziehen?
Dürfen wir weiterhin zusammen arbeiten und darf er mich noch bewerten?
Könnten wir deswegen abgemahnt oder im schlimmsten Fall gekündigt werden?

Mir ist durchaus bewusst, dass es sich um eine ungünstige Situation für alle Beteiligten handelt und dass es unserem Arbeitgeber vermutlich ganz und gar nicht gefallen wird. Ich möchte mich also über die rechtliche Lage informieren, um zu wissen, welche Schritte der Arbeitgeber einleiten darf, was wir beachten und ggf. ändern müssen.

Für eine ausführliche Antwort danke ich im Voraus!

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Sehr geehrte Ratsucchende,


auch dfür eine Beziehung zwischen Ausbilder und Auszubildende gelten die gleichen Richtlinien, wie zwischen den Mitarbeitern untereinander - die Beziehung ist grundsätzlich erlaubt.

"Grundsätzlich" deshalb, da der Ausbilder niemals ein Abhängigkeitsverhältnis ausnutzen darf, wovon nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung aber nicht auszugehen ist. Dann aber gibt es keine gesetzliche Norm, die so eine Beziehung verbieten oder sanktionieren kann. Sie können weiter zusammenarbeiten und er darf Sie auch bewerten


Anders kann es - und dazu auch zur Frage einer Abmahnung/ Kündigung - vertraglich geregelt sein, wenn z.B. der Arbeitgeber so eine Beziehung untersagt hat.

Zwar ist so eine Untersagung dann unwirksam, wenn sie allgemein und ohne sachlichen Grund ausgesprochen wird; gleichwohl kann es sein, dass so ein Sachgrund (z.B. kirchlicher Arbeitgeber) besteht, was so nicht geprüft werden kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 25.02.2018 | 18:49

Vielen Dank für die schnelle und freundliche Antwort!

Allerdings würde mich interessieren, wo das mit Beziehungen zwischen Mitarbeitern untereinander und das mit dem Abhängigkeitsverhältnis geregelt ist. Gibt es dazu Gesetze? Zitat ursprüngliche Frage: „Welche Gesetzte (bitte mit Angabe der Paragraphen) finden Anwendung?" Oder gibt es eine andere Regelung, die Sie mir hierzu nennen können?

Des Weiteren habe ich mir meinen Arbeitsvertrag und den für uns geltenden Tarifvertrag komplett durchgelesen, konnte allerdings keine Regelung zu Beziehungen zwischen Mitarbeitern o.ä. finden. Im Betrieb gibt es mehrere Paare, allerdings steht kein anderes Paar in einem Ausbildungsverhältnis. Wenn es bis dato keine Probleme gab, es keine spezielle Regelung zu Beziehungen gibt, diese keinen Unterschied zu Mitarbeitern im Allgemeinen machen und eine Untersagung ohne sachlichen Grund unwirksam ist, sollte es, so wie ich es verstehe, keine rechtlichen Konsequenzen geben können?

Mir ist wichtig, dass sollte ich von meinem Arbeitgeber darauf angesprochen werden, ich genau weiß, auf welche Texte ich mich berufen kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.02.2018 | 19:05

Sehr geehrte Ratsuchende,

wie in der Erstantwort schon erwähnt, gibt es keine Gesetze, die dann natürlich auch nicht genannt werden können.

Bei einer Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnis kommt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers zum tragen. Dieses ist keine genaue gesetzliche Norm, sondern eine vertragliche Hauptpflicht, die sich aus der Rechtsprechung über § 242 BGB entwickelt hat. Aber eine direkte Gesetzesnorm gibt es nicht.

Solange Beziehung/Liebe also freiwillig sprießt, kann niemand etwas dagegen machen, auch der Vorgesetze nicht.


Sie können gerne Frage und Antwort ausdrucken und dem Arbeitgeber bei Bedarf vorlegen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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Bewertung des Fragestellers 25.02.2018 | 22:20


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