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Beziehung mit einer Minderjährigen

09.02.2012 15:49 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias F. Schell


Guten Tag,
es geht bei mir um folgendes Problem:

Ich (männlich/26 Jahre), habe mich in ein minderjähriges Mädchen (14 Jahre) verliebt.
Zuerst hatten wir nur über das Internet Kontakt, dann haben wir mit der Zeit angefangen, täglich zu telefonieren und letzten Samstag haben wir uns dann zum ersten mal getroffen (dabei sind keinerlei sexuelle Handlungen passiert, wir haben jediglich Händchen gehalten und uns geküsst!).
Das Problem an der Sache ist, das die Mutter nicht möchte das wir Kontakt haben, warum weiß ich jedoch nicht.
Sie hat ihrer Tochter bereits mehrfach verboten, weiter mit mir Kontakt zu haben, doch haben wir uns nie daran gehalten.
Nachdem wir uns nun am letzten Samstag getroffen haben, ist es aufgeflogen, das wir weiterhin Kontakt miteinander haben.
Ihre Mutter hat mir daraufhin mit einer Anzeige gedroht und den § 225 StGB ins Spiel gebracht.
Es ist jedoch so, das sowohl "meine Freundin" als auch ich einfach nicht auf den Kontakt verzichten wollen, da einfach zu starke Gefühle im Spiel sind.

Meine Frage ist jetzt also inwiefern mich ihre Mutter überhaupt anzeigen könnte, bzw. mir den Kontakt mit ihrer Tochter verbieten könnte???

....Man muss vielleicht noch dazu sagen, das alles wirklich total freiwillig passiert und sie zu nichts gezwungen wird!!!

Sehr geehrte Fragesteller/Ratssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes als ERST-Beratung gerne wie folgt beantworte:

Meine Frage ist jetzt also inwiefern mich ihre Mutter überhaupt anzeigen könnte, bzw. mir den Kontakt mit ihrer Tochter verbieten könnte???

1.

Die Misshandlung von Schutzbefohlenen gem. § 225 StGB kann nur zum Nachteil einer Person begangen werden, welche entweder junger als 18 Jahre ist oder wegen einer Krankheit bzw. altersbedingten Gebrechlichkeit in besonderem Maße schutzwürdig ist.

Erforderlich ist zudem ein gewisses Über-/Unterordnungsverhältnis zwischen dem Täter und dem mutmaßlichen Opfer. Dies ist gegeben, wenn das Opfer
1. der Fürsorge oder Obhut des Täters untersteht,
2. seinem Hausstand angehört,
3. von dem Fürsorgepflichtigen der Gewalt des Täters überlassen wird oder
4. dem Täter im Rahmen eines Dienst-oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist.

Der Täter muss also eine Sorgepflicht für die genannte Person innehaben. Diese Sorgepflicht wird nicht allein durch die übliche Fürsorge und Obhut begründet. Damit sind insbesondere Eltern, Pflegeeltern, Betreuer, Pflegepersonal, Beamte im Vollzug vom Täterbegriff umfasst. In der Praxis wird ein Vorwurf nach der Norm zumeist im Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern begangen.

Um den Tatbestand dieser Vorschrift zu erfüllen müsste Ihnen das Mädchen zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut worden sein. Dies ist nach Ihrer Schilderung nicht der Fall.

Auch die erforderliche Tathandlung, dass der Täter den Schutzbefohlenen "quält oder roh misshandelt oder ihn durch böswillige Vernachlässigung seiner Pflicht, für ihn zu sorgen, an der Gesundheit schädigt, ist nach Ihrer Darstellung ebenfalls nicht gegeben.

Da nach alledem die Tatbestandsmerkmale gemäß § 225 StGB nicht vorliegen sind, scheidet eine Strafbarkeit nach dieser Vorschrift aus.

2.

Vorsorglich teile ich mit, dass auch Küssen unter Umständen schon als sexuelle Handlung zählen kann. Für eine Strafbarkeit käme es aber darauf an, dass ein Abhängigkeitsverhältnis oder eine Zwangslage ausgenutzt wurde, ein Entgelt bezahlt oder auch die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausgenutzt wurde. Natürlich ist es auch verboten, jemanden zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Dergleichen ist dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt jedoch nicht zu entnehmen.

3.

Ja, die Mutter kann der Tochter den Kontakt verbieten.

Ein Minderjähriger untersteht der elterlichen Sorge seiner Eltern oder eines (alleine sorgeberechtigten) Elternteils. Ein Teilbereich der elterlichen Personensorge ist das Recht der Bestimmung des Aufenthaltes des Minderjährigen (§ 1631 Abs. 1 BGB). Gemäß § 1632 Abs. 2 BGB obliegt dem Sorgeberechtigten zudem das Recht, den Umgang des Minderjährigen mit Dritten zu bestimmen.

Sie sollten das Gespräch mit der Mutter bzw. den Eltern des Mädchens suchen, was im Interesse aller sein dürfte.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen als rechtliche Orientierung im Rahmen der Erstberatung weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können. Der Umfang meiner Beratung ist dabei durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt. Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung. Die Antwort dient lediglich einer ersten überschlägigen rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt am Main
Mathias F. Schell
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.02.2012 | 16:52

Müssen denn, wenn die Mutter mir zum Beispiel den Kontakt mit ihr verbieten sollte, auch Gründe genannt werden?

Denn Fakt ist ja, das wir beide den Kontakt umbedingt halten wollen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.02.2012 | 16:54

Nein, die Mutter muss Ihnen die Gründe nicht nennen.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell
Rechtsanwalt

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