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Bezahlung von Arztrechnungen von Eltern steuerlich absetzbar?


| 08.06.2007 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

kann ich die Arztrechnungen, die ich für meine Mutter zahle, weil sie sich sonst Sonderbehandlungen nicht leisten könnte, weil die Krankenkassen nichts oder nur teilweise zahlen, von meiner Einkommensteuer absetzen? Wenn ja, wo kann ich das angeben und bis zu welcher Höhe ist das möglich? An mich gerichtete Rechnungen der Ärzte für Behandlungen meiner Mutter liegen mir vor. Vielen Dank!
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der steuerlichen Geltendmachung von Arztkosten für Ihre Mutter Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass bzgl. der für Ihre Mutter verausgabten Arztkosten eine Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastungen gem. § 33 EStG in Betracht kommt. Denn § 33 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 EStG bestimmen Folgendes:

„§ 33 EStG, Außergewöhnliche Belastungen
(1) Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands (außergewöhnliche Belastung), so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (Absatz 3) übersteigt, vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen wird.
(2) 1 Aufwendungen erwachsen dem Steuerpflichtigen zwangsläufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umständen nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht übersteigen.
(3) 1 Die zumutbare Belastung beträgt
----------------------------------------------------------------
über
15.340
bei einem Gesamtbetrag bis EUR über
der Einkünfte 15.340 bis 51.130
EUR 51.130 EUR
EUR
----------------------------------------------------------------
1. bei Steuerpflichtigen, die keine
Kinder haben und bei denen die
Einkommensteuer
a) nach § 32a Abs. 1, ............ 5 6 7
b) nach § 32a Abs. 5 oder 6
(Splitting Verfahren) ......... 4 5 6
zu berechnen ist;
2. bei Steuerpflichtigen mit
a) einem Kind
oder zwei Kindern ............. 2 3 4
b) drei oder mehr Kindern ........ 1 1 2
Prozent des Gesamt-
betrags der Einkünfte.“


Da Sie mitteilen, dass Ihre Mutter ohne die von Ihnen getätigten Arztkostenzahlungen nicht in der Lage wäre, sich die betreffenden Sonderbehandlungen – mangels Leistung durch die Krankenkasse – zu leisten, erwachsen Ihnen die getätigten Aufwendungen zwangsläufig, da Sie sich aus sittlichen Gründen der Zahlung nicht entziehen können und die Aufwendungen den Umständen nach zu Heilzwecken u.ä. notwendig sind.

Die betreffenden Aufwendungen können Sie auf Seite 4 des Mantelbogens zur Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Die betreffenden Belege sind hierbei der Einkommensteuererklärung beizufügen.

Bzgl. der Höhe der Abzugsfähigkeit der betreffenden Aufwendungen ist auf § 33 Abs. 3 EStG hinzuweisen, wonach die Kosten nur insoweit steuermindernd wirken, als sie die nach § 33 Abs. 3 EStG zu ermittelnde zumutbare Eigenbelastung übersteigen, die je nach Familienstand und Einkommensverhältnissen unterschiedlich hoch ausfällt.

In jedem Fall können Sie aber den Gesamtbetrag Ihrer Aufwendungen auf Seite 4 des Mantelbogens zur Einkommensteuererklärung geltend machen. Die Ermittlung der zumutbaren Eigenbelastung und der darüber hinausgehenden Kosten, die sodann abzugsfähig sind, erfolgt von Amts wegen durch das Finanzamt.

Eine anderweitige Möglichkeit zur steuerlichen Berücksichtigung der Arztkosten (etwa als Betriebsausgaben/Werbungskosten oder Sonderausgaben) besteht demgegenüber leider nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte sowie die Durchführung einer konkreten Steuerberechnung nach Bekanntgabe der noch offenen Daten gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht
Bewertung des Fragestellers |


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