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Bezahlung Architekten- und Statikerleistung bei annulierter Projektmaßnahme

13.09.2019 16:28 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
wegen Dachausbau in Holzständerbauweise mit gesetztem Limit für Rohbau von 65000,00 € wurde die Statik und Planung des Projektes, auch auf Voreinschätzung der Baufirma, auf dieser Basis durchgeführt mit dem Ergebnis eines Angebotes von 125000,00€. Trotz Bemühungen aller Beteiligten und Änderung des Projekts war eine entscheidende Senkung der Baukosten nicht möglich
Muss ich die Kosten des Statikers, ca. 2500,00€ und Architekten ca. 7500,00€ vollumfänglich begleichen?
( Anmerkung: Statiker wurde bereits bezahlt, schriftliche Verträge existieren nicht)
Mit freundlichen Grüßen

13.09.2019 | 18:07

Antwort

von


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65185 Wiesbaden
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Sie schreiben, dass keine schriftlichen Verträge existieren. Selbst wenn ein Vertrag nicht schriftlich geschlossen wurde, so ist auch ein mündlicher Vertrag natürlich wirksam. Es gibt nur ganz wenige Fälle, in denen ein Vertrag mündlich nicht geschlossen werden könnte, der Vertrag über die Leistungen eines Statikers oder eines Architekten gehört dazu nicht. Damit ist also entscheidend, was sie mit dem beiden Leistungserbringern vereinbart haben. Wenn mit dem Statiker vereinbart war, dass die Statik 2500 EUR kosten soll, dann entspricht dies der Vereinbarung und unterliegt keinen Beanstandungen.

Im Hinblick auf den Statiker schreiben Sie auch, dass dies bereits bezahlt wurde. Damit ist, selbst wenn keine konkrete Absprache über das Honorar des Statikers erfolgt ist die Sache trotzdem erledigt. Der Statiker hat Anspruch auf die mindestens übliche Vergütung, diese hat er dann offensichtlich mit 2500 EUR berechnet, Sie haben diesen Betrag bezahlt und damit – das ist letztlich entscheidend – anerkannt.

Den Architekt haben Sie beauftragt mit einer Planungsleistung, wahrscheinlich zunächst der Leistung bis zur Baugenehmigung. Wenn kein konkretes Honorar vereinbart wurde, dann kann auch der Architekt das übliche Honorar verlangen, dass wird dann unter anderem davon abhängen, was konkret besprochen wurde. Die Architekten greifen in aller Regel auf die sogenannte HOAI zurück, dort sind Honorare angegeben.

Der Vertrag mit dem Architekten richtet sich natürlich nach dem, was Sie konkret vereinbart haben. Wahrscheinlich gibt es aber keine ganz genaue Absprache außer dass Sie grob skizziert haben, was Sie wünschen und das ein Kostenlimit bei 65.000 EUR sein soll. Nach der Planung stellt sich dann heraus, dass das gar nicht möglich ist. Bei dem Architektenvertrag hat nach § 650p Abs. 2 BGB der Architekt zunächst eine Planungsgrundlage zu erstellen um das Ziel zu erreichen, damit verbunden muss eine Kosteneinschätzung gegeben werden. Wenn diese Unterlagen vorliegen, dann gibt es nach § 650r BGB ein Sonderkündigungsrecht. Diese Kündigung muss eigentlich schriftlich erfolgen, außerdem zwei Wochen nachdem Ihnen die entsprechenden Unterlagen vorgelegt worden sind. Diese Frist von zwei Wochen gilt aber nur wenn Sie über diese Frist belehrt worden sind. Wenn Sie nicht schriftlich gekündigt haben, dann sollten Sie dies vorsorglich sofort nachholen.

Ist der Vertrag nach § 650r BGB von Ihnen gekündigt worden nachdem Ihnen insbesondere diese Kostenunterlagen vorgelegt worden sind, dann darf der Architekt nur das an Vergütung verlangen, was auf die bis zur Kündigung erbrachten Leistungen auch tatsächlich angefallen ist.

Diese etwas komplizierte Regelung führt aber im Ergebnis dazu, dass die Rechnung des Architekten eher als zu hoch anzusehen ist. Das angemessene Honorar nach der HOAI liegt hierbei ungefähr 3300 EUR, wenn man etwas anders rechnet, dann könnten es auch ungefähr 5000 EUR sein. Das lässt sich ohne ganz genaue Kenntnis des Bauvorhabens und dessen, was der Architekt bereits erbracht hat, nicht sagen. Dazu muss man alle Unterlagen und Pläne durcharbeiten. Jedenfalls ist das aber deutlich weniger als das, was jetzt berechnet wurde. Hier sollten Sie mit dem Architekten noch einmal sprechen bzw. die Rechnung durch einen auf Architektenrecht spezialisierten Anwalt unter Vorlage der gesamten Unterlagen prüfen lassen.


Rechtsanwalt Jörg Klepsch
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

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