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Bezahlte Rechnung wurde nachberechnet.

| 11.08.2015 17:29 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin selbständiger Unternehmer in der Dienstleistung.
Um schwache Auftragszeiten zu überbrücken, beziehen wir zusätzliche Kundenkontakte über ein Portal.
In diesem Portal sind bei der Auswahl der Kundenkontakte, die jeweiligen Preise zu sehen. Nachdem die Auswahl der Kundenkontaktdaten getroffen wurde, setzt man ein Häkchen und bestätigt die Schaltfläche Kontaktdaten Kaufen.
Diese werden dann auf unser Emailkonto gesendet und erst dann sehen wir alle Daten, wie Name, Straße,Tel.-Nummer und nehmen Kontakt auf.
14 Tage später wird der Betrag vom Konto abgebucht.

Sowei, alles gut.

Jetzt nach 4 Monaten, bekommen wir eine Nachricht, dass dem Portal ein Fehler unterlaufen ist und vom April 2015 bis August 2015 alle gezogenen Kontaktdaten mit 2,- € pro Kunde zu wenig berechnet wurden.

Nun liegt uns eine Nachberechnung vor von über 200,- €


Wir sind der Meinung, dass wir für Fehler der anderen nicht bezahlen müssen.


Was ist nun Recht und Unrecht ?


Mfg.

Sehr geehrter Ratsuchender,


allein die Äußerung, man hätte 2 € zu wenig berechnet, wird allein nicht ausreichen, um von Ihnen eine Nachzahlung verlangen zu können.

Es müsste also schon detaillierter Vortrag vorliegen, wonach sich dieser Minderbetrag berechnet und wie er sich zusammensetzt.

Sollte dieses schon nicht vorliegen, könnten Sie allein deshalb die Forderung zurückweisen.


Aber selbst wenn das der Fall sein sollte, teile ich nach Ihrer bisherigen Sachverhaltsdarstellung Ihre Einschätzung.

So haben schon einige Gerichte deutlich gemacht, dass ein falscher Preis nicht automatisch zur Anpassung führen muss (AG Fürth, Az.: 340 C 1198/08; OLG Köln, Urt.v. 08.12.2006, Az.: 19 U 109/06)


das ändert sich erst dann, wenn Sie Kenntnis vom falschen Preis hatten (was ich nicht unterstelle) oder sonstwie eine Sittenwidrigkeit festgestellt werden kann (was auch nicht der Fall sein dürfte).


Zwar kann eine Anfechtung möglich sein (BGH, Urt.v. 26.01.2005, Az.: VIII ZR 79/04), aber die Anfechtungsgründe sind sehr eingeschränkt. Nur wenn der Händler sich verschreibt bzw. vertippt oder die Abweichung durch eine fehlerhafte Software zustande kommt, kann er wegen eines sog. Erklärungsirrtums gemäß § 119 Abs. 1 BGB anfechten.

Aber auch dann hätten Sie gegen den Händler nach §122 BGB Ihrerseits einen zur Aufrechnung berechtigten Schadensersatzanspruch auf Ersatz des Schadens, den Sie dadurch erlitten haben, dass Sie auf die Gültigkeit der Erklärung vertraut haben - und das wird im Zweifel dann wieder 2 € pro Kunde ausmachen.


Insgesamt werden Sie also nicht nachzahlen müssen, es sei denn eben, Sie hätten die Fehler erkannt und gleichwohl weiter Daten gekauft.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2015 | 21:19

Vielen Dank für die aufschlussreiche Rechtsprechnung, genau die Darstellung mit den §§ habe ich gesucht.

Eine weitere Frage ist für mich und meinem Unternehmen aber noch von Bedeutung.

Nun ist der aktuelle Stand, dass wir ein Antrag auf Stornierung gestellt haben und klar gestellt haben, dass wir die Nachberechnung nicht bezahlen werden.
Als Gegenreaktion hat das Portal unseren Zugang zum Portal gesperrt, so dass uns Kunden verloren gehen und Umsatzverlust droht.

Wie können wir vorgehen ???

Mfg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2015 | 21:38


Sehr geehrter Ratsuchender,


leider handelt es sich nicht um eine kostenlose Nach(Verständigungs)frage, sondern um eine völlig neue Frage, die außer Zusammenhang mit der bisherigen Problematik steht.

Nach den Nutzungsbedingungen verbietet sich daher die kostenfreie Beantwortung; insoweit bitte ich um Verständnis.

Gerne können Sie eine neue Frage zu diesem neuen Problem stellen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 13.08.2015 | 00:27

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gut die Erklärung, mit Hinweise zur Abwehr und Gegenwehr. Auch mit Paragraphen. Danke."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung auch in Hinblick aif die Tatsache, dass die Zusatzfrage nach den Nutzungsbedingungen nicht beantwortet werden durfte. Aber bei ihrer Bewertung erkennt man dann doch den Profi. In Ihrer Sache viel Erfolg.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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