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Bewertung von Unternehmen beim Zugewinnausgleich


09.02.2007 20:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Mein Mann und ich wollen uns nach sechsjähriger Ehe scheiden lassen. Wir leben seit 12 Monaten getrennt (ich bin aus der ehelichen Wohnung ausgezogen). Wir streben eigentlich eine einvernehmliche Scheidung an, trotzdem stellen sich mir einige Fragen. Die Situation stellt sich dar wie folgt:

Wir waren beide die ganze Zeit voll berufstätig, aus der Ehe sind keine Kinder hervorgegangen, Güterstand = Zugewinngemeinschaft. Mein Mann ist mit sehr gutem Gehalt festangestellt und hält ausserdem zwei Firmenbeteiligungen (einmal 20%, einmal 100%) an kleineren Unternehmen.

Vor zwei Jahren habe ich (in gemeinschaftlicher Entscheidung mit meinem Mann) meine sehr gut bezahlte Festanstellung aufgegeben, um mich gemeinsam mit einem Geschäftspartner mit einer Unternehmensberatung selbständig zu machen. An diesem Unternehmen halte ich 50% (mein Mann ist in keiner Weise an diesem Unternehmen beteiligt). Das Unternehmen befindet sich noch in der Aufbauphase (momentan drei Mitarbeiter inkl. mir und meinem Geschäftspartner), und die Umsätze erlauben es im Moment nicht, grosse Gehälter auszuzahlen. Ich verdiene momentan zum einen deutlich weniger als in meinem früheren Job (etwa die Hälfte des früheren Gehaltes) und zum anderen auch nur etwa ein Fünftel dessen, was mein Mann verdient. Da mein gesamtes Vermögen für den Aufbau der Firma verwendet wurde, verfüge ich nach der Scheidung über keinerlei weitere finanzielle Sicherheiten. Auch habe ich im Moment und in absehbarer Zukunft bei weitem nicht den Lebensstandard, den mein Mann und ich während der Ehe gepflegt haben.

Der rein rechnerische Zugewinnsausgleich spiegelt die tatsächlichen Vermögensverhältnisse meiner Meinung nach nicht korrekt wieder: Mein Zugewinn ist relativ hoch, da mein Anfangsvermögen gleich null war, und das Unternehmen komplett eigenfinanziert und liquide ist. Im Gegensatz dazu war das Anfangsvermögen meines Mannes recht hoch, sein Endvermögen wird durch zu erwartenden Steuernachzahlungen so gemindert, dass ich nur eine Ausgleichszahlung von ca. 20´000 Sfr. zu erwarten habe.

Ein nachehelicher Unterhalt steht mir nach Ansicht meines Mannes nicht zu, da ich selbst berufstätig bin. Auch Trennungsunterhalt hat mein Mann mit der gleichen Begründung in den letzten 12 Monaten nicht gezahlt.

Hierzu nun folgende Fragen:

1) Hätte mir ein Trennungsunterhalt zugestanden, und falls ja, kann man diesen Anspruch auch noch nachträglich geltend machen?

2) Ist das Unternehmen, aus dem ich mein einziges Einkommen beziehe, tatsächlich in vollem Umfang in den Zugewinnausgleich einzubeziehen? (Die Firmenbeteiligungen meines Mannes stellen im Gegensatz dazu reine Kapitalbeteiligungen bzw. Vermögensanlagen dar, die in erster Linie der Steueroptimierung dienen und entsprechend schlecht bewertet sind. Sein eigentliches Einkommen bezieht er aus einer Festanstellung).

3) Steht mir allenfalls (wenigstens für eine begrenzte Zeit) eine Art nachehelicher "Aufstockungsunterhalt" zu? Denn die Entscheidung zur Kündigung meiner Festanstellung und zur Selbständigkeit wurde ja gemeinsam von meinem Mann und mir getroffen, und zwar in dem ausdrücklichen Wissen, dass sich dadurch für die nächsten Jahre finanzielle Einbussen bei meinem Einkommen ergeben würden. Tatsächlich trage ich die finanziellen Folgen aus dieser Entscheidung (unsicheres Einkommen, niedrigeres Einkommen als zuvor) jedoch nun alleine, während mein Mann nach der Trennung finanziell sogar besser gestellt ist als während der Ehe.

Für eine erste Einschätzung der Situation und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen danke ich Ihnen.
09.02.2007 | 22:49

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage. Ich hoffe, zu einer schnellen Klärung Ihres Falles beitragen zu können. Da ich keine entgegenstehenden Anhaltspunkte erkennen kann, lege ich bei meiner Antwort deutsches Recht zugrunde. Sollten ergänzende Fragen, ggf. zur (grundsätzlich gegebenen) Vergleichbarkeit nach dem ZGB (Schweiz) bestehen, kontaktieren Sie mich bitte über meine Email. Ich trage dann gerne nach Zur Lösung:

1. Trennungsunterhalt kann nach deutschem Recht während der gesamten Trennungsphase beansprucht werden, soweit Sie bedürftig sind und der ehemalige Partner leistungsfähig ist. So wie Sie den Sachverhalt schildern, dürfte dies der Fall sein. Geltend zu machen wäre der Anspruch, indem der Ehemann zu einer Auskunft über seine gesamten Einkünfte aufgefordert würde und dann anteilig der Unterhalt berechnet würde. Hierfür müsste eine umfassende Berechnung nach der Auskunft erstellt werden, was hiesigen Rahmen sprengen würde. Unterhalt für die Vergangenheit scheidet aber im Zweifel leider aus.

2. Das betreffende Unternehmen stellt einen Vermögenswert dar und ist, wenn nicht ein Ausschluss ehevertraglicher Art vorliegt, grds. leider zu berücksichtigen. Allerdings dürfte dies für Sie nicht so dramatisch sein, da die offenbar besseren Verhältnisse des Mannes im Unterhalt berücksichtigt werden müssen. Auch Verlustabschreibungen müssen unterhaltsrechtlich keine Relevanz haben, da dort andere Maßstäbe angelegt werden können (Billigkeit).


3. Grds. steht Ihnen bei Beendigung des Güterstandes Aufstockungsunterhalt zu, wenn die Einkünfte Ihres Mannes die ihren übersteigen und ihre Einkünfte nicht zur vollen Unterhaltsdeckung genügen. Dies ist sogar unabhängig von den finanziellen Erwägungen bzw. Ihrer gemeinsam geplnten Unternehmertätigkeit. Ein derartiger Anspruch kann aber, je nach Ehedauer, zeitlich begrenzt werden.


Für Rückfragen oder eine genauere Eingrenzung stehe ich natürlich im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit oder über Email jederzeit gerne zur Verfügung. Ich bin sicher, dass Sie sich keine Sorgen zu machen brauchen!


Mit freundlichen Grüßen
RA Hellmann


Burgwedel 2007
hellmann(at)lehmannundkruse.de


Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Gerade geringfügige Modifikationen des Sachverhalts können völlig abweichende rechtliche Ergebnisse bedingen! Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Außerdem ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Daher kann diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

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