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Bewertung von Arbeitszeitverteilung


| 11.12.2017 14:00 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als Therapeutin 30 Stunden in der Woche.Meine reguläre Arbeitszeit geht von Montag bis Freitag. Da ich einen längeren Arbeitsweg habe, ist es für mich günstiger, die Arbeitszeit auf vier, anstatt auf fünf Tage zu verteilen, sodass ich montags frei habe.Dies wurde mir vom Arbeitgeber freigestellt. Die Montage nutze ich, wenn nötig, für Arztbesuche.
Möchte ich eine Woche Urlaub haben, benötige ich dafür fünf Urlaubstage, in diesem Fall wird der Montag auch als Arbeitstag gezählt.
Jetzt hatte ich die Situation, dass mein Darm gespiegelt werden musste. Um den Praxisablauf auf meiner Arbeitsstelle nicht zu stören, legte ich den Termin für den Eingriff auf meinen freien Montag. Üblicherweise wird man für diesen Eingriff zwei Tage krank geschrieben. Am ersten Tag (in meinem Fall den Sonntag) müssen Medikamente eingenommen und sehr viel Wasser getrunken werden...anschließend kann man nicht mehr arbeiten. Am folgenden Tag (in meinem Fall Montag) erfolgte der Eingriff.
Als ich am Dienstag meinen Krankenschein (nur für Montag) abgab, wurde mir erklärt, dass montags mein freier Tag ist und ich für diesen Tag kein Krankengeld beanspruchen könne. Es wäre üblich, solche (also planbare) Termine auf freie Tage zu legen.

Abgesehen davon, dass meine Bereitschaft, den Sonntag zu opfern und mich den Praxiszeiten unterzuordnen, mir "auf die Füße fiel", sehe darin einen Widerspruch zu der Bewertung des freien Tages im Falle des Urlaubs.

meine Frage:
Wie ist der Montag zu bewerten? Ist die Bewertung durch meinen Arbeitgeber richtig?

Bester Dank im Voraus

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Sehr geehrte*r Fragesteller*in,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst möchte ich voranstellen, dass Ihre Bedenken berechtigt sind.

Maßgeblich ist zunächst die Regelung des Arbeitsvertrages. Sofern Sie diesbezüglich schildern, ist eine Wochenarbeitszeit von 30 Stunden vorgesehen, welche regelmäßig von Montag bis Freitag auszuüben ist.

Des Weiteren schildern Sie, dass Sie mit dem Arbeitgeber eine abweichende Vereinbarung dahingehend getroffen haben, dass die auf den Montag anfallende Arbeitszeit mit dem Folgetag oder ähnlich zusammengelegt wird, sodass der Montag als tatsächlich freier Wochentag verbleibt.

Dies hat zur Folge, dass der Montag, so wie es der Arbeitgeber auch bei der Krankschreibung mitteilt, tatsächlich kein Arbeitstag ist, da die vorbezeichnete Vereinbarung eine Änderung der vertraglichen Arbeitszeit darstellt, mit der Wirkung das nur noch eine 4-Tage Woche zu 30 Stunden Arbeit fortbesteht.

Dies hat naturgemäß auch Auswirkungen auf den Urlaubsanspruch und hier beginnt die Problematik.

Arbeitet ein Arbeitnehmer täglich (Montag bis Freitag), aber mit einer geringeren als der üblichen Stundenzahl, so gilt für die Berechnung des Urlaubs dieses Arbeitnehmers die gleiche Regelung wie bei Vollzeitbeschäftigten. Da dem Urlaubsanspruch immer die tageweise Freistellung von der Erbringung der Arbeitsleistung zu eigen ist, führt allein der Umstand, dass ein Arbeitnehmer zwar jeden Tag, aber mit einer geringen Stundenzahl arbeitet, nicht zur Verkürzung seines nach Tagen gerechneten Urlaubsanspruchs.

Wird der teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer aber nicht täglich beschäftigt, ist Anzahl der Urlaubstage in dem Verhältnis anzupassen, in dem die tatsächlichen Beschäftigungstage zu den Werktagen des Kalenderjahres stehen.

Als rechnerisches Beispiel zu Ihrem Fall mit einem (fiktiven) Anspruch auf 30 Tage Urlaub:

Der Arbeitnehmer hat einen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche, arbeitet aber in Teilzeit an 4 Arbeitstagen wöchentlich:

30 Urlaubstage/5 Wochenarbeitstage × 4 Arbeitstage = 24 Urlaubstage

Die 24 Urlaubstage sind aber nur immer auf die Tage der Woche anzurechnen, an denen der Arbeitnehmer arbeiten müsste (z. B. Dienstag bis Freitag). Die übrigen Tage (Montag) sind ohnehin frei. Der Arbeitnehmer hat dann im Ergebnis 6 Wochen Urlaub wie ein Vollzeitbeschäftigter. (24 Urlaubstage + 6 Montage = 30 freie Tage)

Dementsprechend gehe ich davon aus, dass Sie und der Arbeitgeber bei der Verkürzung der Arbeitszeit die Veränderung der Anzahl der Urlaubstage nicht mitberücksichtigt haben.

Der Arbeitgeber geht, wie das Beispiel zeigt, von 30 Tagen zu 5 Arbeitstagen aus, sprich 6 Wochen.
Sie gehen, an dem Beispiel dargestellt, von 30 Tagen zu 4 Arbeitstagen aus, sprich 7 1/2 Wochen.

Tatsächlich unter Anpassung der Arbeitszeitverkürzung, wären es jedoch nur 24 Tage Urlaub + jeweils Montags frei und damit wieder regulär 6 Wochen, wovon Ihr Arbeitgeber ausgeht bzw. der Veränderung der Urlaubstage/Arbeitstag entspricht.

Demzufolge kommt es bei der Beantwortung Ihrer Frage insbesondere darauf an, ob mit der Verkürzung der Arbeitszeit auch eine Anpassung der Anzahl der Urlaubstage gewollt war (Aus Sicht des Arbeitgebers) oder aber ob eben keine Anpassung erfolgen sollte und Ihnen damit faktisch Mehrurlaub um 1 1/2 Wochen zu erkannt werden sollte. (Aus Sicht des Arbeitnehmers)

Der Arbeitnehmer müsste diese für Ihn günstige Behauptung beweisen, was im Einzelfall auch den konkreten Inhalt der Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Anpassung der Arbeitszeit und dem damit gewollten erforderlich macht.

Nach meinem Ergebis und der Annahme, dass mit der Verkürzung der Arbeitszeit dem Arbeitnehmer nicht unmittelbar mehr Urlaub zugestanden werden sollte, ist die Abrechnungsweise zwar nicht richtig, aber im Ergebnis zutreffend. Denn der Arbeitnehmer verliert nicht seinen eigentlichen Urlaubsanspruch (es werden nicht weniger), welcher sich mit der Verkürzung der Arbeitszeit auch entsprechend kürzt, da zusätzlich zu den Urlaubstagen nunmehr die freien Tage treten, siehe obiges Beispiel.

Gleichwohl sollte dies aus anderen rechtlichen Gründen einmal besprochen und klargestellt werden, da dies andere rechtliche Probleme und Fragestellungen nach sich ziehen kann, insbesondere dann wenn einmal Krankeit während der Urlaubszeit auftritt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Lembcke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2017 | 10:18

Sehr geehrter Herr Lembcke, vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Sachverhalt erscheint komplizierter, als von mir zunächst eingeschätzt und ich überlege, wie ich weiter vorgehen kann, um eine Klärung für mich zu erreichen. Vielleicht gestatten Sie mir noch eine Rückfrage.

Ich habe Sie so verstanden, dass, wenn der Montag als freien Tag gehandhabt wird, er dann auch grundsätzlich nicht wie ein Arbeitstag behandelt wird. Demzufolge ist es richtig, dass ich für diesen Tag kein Krankengeld oder z.B. zu Weihnachten keinen Feiertag für mich beanspruchen kann.

Es bleibt für mich noch unklar, wie die verbleibenden vier Arbeitstage abgerechnet werden. Da die 30 Stunden Arbeitszeit sich nach Bedarf der Patienten, immer unterschiedlich verteilen, wurde der Einfachheit halber, die 30 Stunden bisher auf 5 Tage zu jeweils 6 Stunden zugrunde gelegt. Wenn ich z.B. Donnerstag und Freitag Urlaub hätte, würden diese beiden Tage mit 12 Arbeitsstunden abgerechnet. Liege ich richtig in der Annahme, dass die 30 Stunden durch 4 Arbeitstage geteilt werden müssten?

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2018 | 13:08

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre Nachfrage möchte ich gerne beantworten.

Wie konkret die Arbeitszeitverteilung auf die 4 verbliebenen Arbeitstage erfolgt, kann nur anhand des Arbeitsvertrages oder entsprechend der mit dem Arbeitgeber gesondert getroffenen Vereinbarung ermittelt werden.

So wie Sie es schildern und unter Berücksichtigung der Hauptfrage/-Antwort, müsste die Arbeitszeitverteilung dann aber auch entsprechend der Regelung 30h zu 4 Arbeitstagen verteilt werden, da die Regelung 5 Tagewoche zu 30 Stunden nunmehr durch die Regelung 4 Tage zu 30 Stunden abgeändert worden ist, mit der Folge dass sich dann naturgemäß auch die Stundenzahl entsprechend anpasst.

Ich hoffe, dass ich Ihre Nachfrage, obgleich Sie sie schon zutreffend selbst beantwortet haben, aufklären konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Lembcke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.01.2018 | 19:58


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Herzlichen Dank dafür."
FRAGESTELLER 02.01.2018 4,8/5.0
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