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Bewertung eines Zwischenzeugnisses


23.08.2005 13:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Guten Tag !

Ich arbeite z.Zt. als Kundenberater in einer Bank und soll demnächst per Änderungsvertrag in einen internen Unternehmensbereich versetzt werden.

Der Grund ist, dass immer mehr administrative Tätigeiten aus der Filiale ausgelagert werden und nur noch "abschlußorientierte Verkäufer" für den Filialbetrieb gebraucht werden und das ist nicht meine große Stärke, deswegen die Versetzung. Ich habe ein Zwischenzeugnis angefordert und auch bekommen. Es umfasst 1,5 Seiten, auf der ersten Seite das Übliche (Einstellungsdatum, Tätigkeiten), ausführliche Hinweise zu einer Fusion vor fünf Jahren, der eigenliche Kern des Zeugnisses ist dagegen sehr knapp gehalten. Hier der Wortlaut:

"Herr X verfügt über die erforderlichen Fachkenntnisse und beherrscht die Technik der Produktbearbeitung. Wir kennen ihn als einen ehrlichen Mitarbeiter, der seine Aufgaben stets mit Sorgfalt und Zuverlässigkeit erledigt. Gegenüber unseren Kunden ist er korrekt. Sein persönliches Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern ist einwandfrei."

Ist das nicht etwas knapp ? Fehlen da nicht wichtige Dinge, wie Eingeninitiative, Belastbarkeit, Arbeitserfolg ? Stattdessen Selbstverständlichkeiten wie Ehrlichkeit, Sorfalt etc. Gut, als Bankmitarbeiter mit Kassenverantwortung (Hauptkassierer) kann es nicht schaden, wenn das Wort "Ehrlichkei" erwähnt wird, doch was kann man von dem Zeugnis insgesamt halten ? Ich würde sagen 3-4, oder habe ich irgendetwas wichtiges übersehen?

Kann ich mich mit diesem Zeugnis auf einen neuen Arbeitsplatz mit Kassenverantwortung bewerben ? Oder ist das eher ein Stolperstein ?

Meine Tätigkeit als Hauptkassierer wurde von meinen Vorgesetzten immer in den höchsten Tönen gelobt (mein Problem ist das Verkaufen), doch im Zeugnis wird das nicht hervorgehoben (lediglich bei der Aufzählung meiner Tätigkeiten an vorletzter Stelle). Begründet wird das damit, dass es die Position des Hauptkassieres offiziell gar nicht mehr gibt, sondern ich die Kassenführung nur "nebenbei" mache. Kann ich trotzdem verlangen, dass meine positiven Leistungen im Zeugnis hervorgehoben werden ?
Kann ich ein neues, korrigiertes Zeugnis verlangen?

Vielen Dank im voraus.

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Mit der von Ihnen bereits geschätzten Benotung zwischen 3 und 4 liegen Sie nach dem Auszug des Zeugnisses gar nicht so falsch.

Insgesamt entsprich das Zeugnis aber eher der Benotung 2-3.

Dies ergibt sich aus der Formulierung. So fehlen Begriffe wie "gut" bzw. "sehr gut". Auch ein "stets" hier und da würde das Zeugnis insgesamt freundlicher aussehen lassen. Mit der von Ihnen geschilderten Bewertung Ihrer Arbeitsleistung dürfte es allerdings schwer fallen, einen Arbeitgeber zu überzeugen.

Sollten Sie, wie Sie selbst angeben, Ihre bisher erbrachte Arbeitsleistung besser als bewertet einschätzen, können Sie den Arbeitgeber auffordern, ein erneutes Arbeitszeugnis zu erstellen und entsprechend Ihrer Ansicht zu korrigieren.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen ein wohlwollendes Zeugnis auszustellen. Dies ist ggfl. auch arbeitsgerichtlich durchsetzbar.

Sie sollten insbesonder Wert auf eine konkrete und detaillierte Bewertung Ihrer bisherigen tatsächlichen Arbeit legen. Der Arbeitgeber hat darauf einzugehen.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2005 | 15:11

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Kann ich denn verlangen, eine bestimmte Tätigkeit, die ich für meinen weiteren beruflichen Lebesnweg als wichtig erachte (in meinem Fall die Kassenverwaltung) im Zeugnis besonders hervorheben zu lassen, oder kann sich der AG darauf berufen, nur alle Tätigkeiten in der Gesamtheit zu beurteilen. Mein Dilemma ist nunmal, dass für mich wichtige positiven Leistungen verwässert werden durch eher unterdurchschnittliche Leistungen in Bereichen, die für meine berufliche Planung keine so große Rolle spielen.
Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.08.2005 | 11:50

Sie haben Anspruch auf die Bewertung der von Ihnen geleisteten Arbeit. Soweit die Kassenverwaltung hierzu gehörte, muss eine entsprechende Beurteilung erfolgen. Verlangen Sie ein sog. qualifiziertes Arbeitszeugnis.

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