Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bewertung einer Immobilenschenkung


14.07.2006 09:26 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Morgen

ich habe auf dem Grundstück meiner Mutter(besitzt dieses seit 1984) einen Altbau(Einfamilienhaus) abgerissen und ein Dreifamilienhaus gebaut (1998-2002) das ich selbst bewohne.
Zum Zeck der Eigenheimzulage hatten wir vor dem Bau einen nichtnotariellen Vertrag geschlossen, der mir wirtschaftliches Eigentum an dem Neubau verschafft hat, auf dessen Grundlage für meine Wohnung auch Eigenheimzulage gewährt wurde.

Ende 2002 wurde per Notarvertrag das Grundstück mit allen Aufbauten auf mich überschrieben. Der Notarvertrag geht auf die Tatsache, dass das übertragene Gebäude von mir gebaut worden ist, nicht ein.

Für die Erhebung der Schenkungssteuer bewertet die Bewertungsstelle jetzt das Grundstück mit dem kpl. neuen Haus.(Was mich in die Schenkungssteuer reinbringt und zudem den Freibetrag für 10Jahre nimmt)
Ich habe dagegen Einspruch erhoben, da meines Erachtens nur der meiner Mutter zuzurechnende Teil (Grundstück,evtl Altbau) geschenkt worden ist. Auf mündl. Nachfrage wurde mir von der Bewertungsstelle geraten, die Bewertung so stehen zu lassen und bei der Schenkungsstelle meine Baukosten einzureichen, die dann in einem kompl. Verfahren gegengerechnet werden. (Leider sind die Baukosten wg sehr viel Eigenleistung unverhältnismäßig gering).

Wie kann ich argumentieren dass der o.g. Sachverahlt bereits bei der Bewertung der Schenkung berücksichtigt wird? Gibts eine Chance=?
Guten Tag,

Ihr Fall liegt leider steuerrechtlich kompliziert.

Für das Entstehen der Schenkungssteuer ist zunächst allein maßgeblich, ob eine Schenkung vorliegt. Das Finanzamt vergleicht hier anhand der notariellen Vertrages, welchen Wert die für Sie bestimmte Leistung hat und welchen Wert die von Ihnen im Vertrag festgelegte Gegenleistung hat. Hier ist m. E. der entscheidende Fehler passiert, da im notariellen Vertrag leicht hätte aufgenommen werden können, dass die Übertragung als Gegenleistung für die von Ihnen erbrachten Bauleistungen erfolgt. Für diesen Fall hätte die schenkungsweise Zuwendung allein in dem Differenzbetrag, konkret also in dem Wert des Grundstückes gelegen.

Da dies jedoch im Immobilienübertragungsvertrag nicht genannt worden ist, ist zunächst für die Entstehung der Schenkungsteuer der Wert des gesamten Grundstückes einschließlich der Bebauung entscheidend.

Aus dieser Zwickmühle kommen Sie auch durch eine Rückabwicklung des Schenkungsvertrages nicht heraus. Sofern hier nicht zwingend ein Grund für die Rücknahme der Schenkung (etwa die Verarmung des Schenkers) gegeben ist, entsteht durch die Rückabwicklung der Schenkung theoretisch sogar noch ein neuer Steueranspruch.

Ich halte es bei dieser Sachlage für sinnvoll, die Lösung tatsächlich über die Bewertung der Schenkung anzustreben. Sie sollten hier gegenüber dem Finanzamt noch einmal deutlich machen, dass Sie selbst das Haus auf eigene Kosten erbaut haben. Hier werden Sie die Nachweise führen müssen. Ich gehe allerdings davon aus, dass etwa Rechnungen, Quittungen, Bauantrag etc. dann auf Ihren Namen gelaufen sind. Die Eigenleistungen werden dann mit einem entsprechenden Wert mit berücksichtigt. Bei diesem Verfahren würde dann für die Bewertung nach § 93 BewG allein der Bodenwert für Ihre Mutter maßgeblich sein und der Gebäudewert dem wirtschaftlichen Eigentümer, also Ihnen zugerechnet werden. Dies erscheint mir nach Ihren Angaben, sofern der Notariatsvertrag tatsächlich keinen Hinweis auf eine Gegenleistung enthält, der einzige Weg zu sein, um die Schenkungssteuer zu drücken bzw. bei Erreichen der Freibeträge komplett auszuschalten.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weiter geholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Wiemer
Rechtsanwältin

Freilichtbühnenstr. 24
26639 Wiesmoor
Tel. 04944-6066
Fax 04944-6077
email: info@fachanwalt-aurich.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER