Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bewertung Zwischenzeugnis Behörde

| 11.12.2018 18:15 |
Preis: 35,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Guten Tag,
ich möchte wissen, wie mein Zwischenzeugnis zu bewerten ist. Es handelt sich um eine Bundesbehörde, dessen Personaler dies zum ersten Mal gemacht hat.

Text des Originalzeugnisses, nur Hinweise auf Beteiligte und der Behörde wurden anonymisiert.

Folgender Text:

Zwischenzeugnis

Herr XY , geboren, xx.xx.xx in xx, ist als Tarifbeschäftiger mit unbefristetem Arbeitsvertrag seit dem 01.08.2017 bei unserer Dienststelle im Arbeitsbereich Informationstechnik (IT) als IT-Anwenderbetreuer tätig.

Sein Aufgabengebiet umfasst

- die Benutzerbetreuung in der Systemumgebung /Arbeitsplattform "Behördenspezifischer Name" (Zusammenspiel der verschiedenen Software- und Netzwerkkomponenten) sowie im Intranet der "Behörde" mit Windows 7 - MS Office- Novell, Zenworks (Plattform für die Verwaltung / Zuweisung PCs, Drucker, Server, Bundles, Richtlinien, Inventarverwaltung, Patchverwaltung) und Groupwise (elektronische Kommunikation in der "Behörde",
- das Erarbeiten von Lösungen anwenderbezogener Aufgabenstellungen im "Behörde"-System, insbesondere mit Hilfe der MS-Office-Anwendungen Word und Excel,
- die Einrichtung und Betreuung der PC-Arbeitsplätze mit Hard- und Software,
- die alleinverantwortliche Planung, Organisation und Durchführung von hausinternen Schulungen in den Bereichen MS Office, Groupwise und Keepass.

Insgesamt erledigte Herr XY die ihm übertragenen Aufgaben mit äußerster Sorgfalt, gewissenhaft und zu unserer vollsten Zufriedenheit. Auch bei Auftreten komplexer Sachverhalte konnte er sich stets schnell selbstständig einarbeiten. Besonders hervorzuheben waren sein außerordentliches Engagement und sein uneingeschränkter Einsatz.

Herr XY verfügt über ein voll anerkennenswertes Fachwissen.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets freundlich, korrekt und zuvorkommend.

Herr XY bat anlässlich einer Bewerbung um ein Zwischenzeugnis.
Wie sind gerne bereit ihm diesen Wunsch zu erfüllen, bedanken uns bei ihm ausdrücklich für die jederzeit guten Leistungen und freuen uns auf eine weiterhin lange und gute Zusammenarbeit.

XXX, den xx.xx.xxxx

Unterschrift

Danke für ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Zeugnis ist nicht zu beanstanden.

Es besteht aus einer umfassenden Tätigkeitsbeschreibung, bei der nur sie beurteilen können, ob diese korrekt ist, sowie einer Leistungs- und Wissens- , Verhaltensspezifischen Bewertung.

Bei der Leistungsbewertung erhalten sie eine 2, also ein gut. Dies zieht durch durch die gesamte Leistungsbeurteilung ("Er erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt, gewissenhaft und zu unserer vollsten Zufriedenheit.) Es gibt sogar eine Tendenz zur 1 mit der Formulierung " Auch bei Auftreten komplexer Sachverhalte konnte er sich stets schnell selbstständig einarbeiten" und "außergewöhnliches Engagement".
Der Rest der Beurteilung fügt sich ein, es gibt hier also keinerlei Grund für Sorgen oder Beanstandungen.

Fazit: Leistungsbeurteilung Note 2 mit Tendenz zur 1.

Der Satz: Herr XY verfügt über ein voll anerkennenswertes Fachwissen entspricht keinem eingängigem Zeugniscode, dennoch kann dies natürlich für eine gewisse Affinität zum gelobt werden stehen, ihr Chef könnte der Ansicht sein, sie vertragen wenig Kritik und benötigen Zuspruch. Aber wie gesagt es handelt sich keineswegs um eine (gefährliche) Standardfloskel, so dass hier die Interpretation viel Spielraum läßt. Hinsichtlich der Anerkennung von Leistungen wäre dies eine zwei, hinsichtlich der Beurteilung von Fachwissen ( wie bei ihnen) würde ich also eine Parallele ziehen, also das ganze mit einer 2 bewerten. Dennoch könnte man dies klarer ausdrücken, Z.B. Steht der Satz "Aufgrund seines umfangreichen und besonders fundierten Fachwissens erzielte er immer weit überdurchschnittliche Erfolge" für eine 1, der Satz "Er wendete seine guten Fachkenntnisse laufend mit großem Erfolg im Arbeitsgebiet an." für eine 2 und der Satz "Er besitzt ein solides Fachwissen in seinem Fachgebiet." für eine 3, da dieses bereits auf ein Gebiet (sein Fachgebiet) eingeschränkt wurde. Dies ist bei ihnen nicht erkennbar, weswegen ich hier von einer 2 ausgehe.

Fazit: Beurteilung Fachwissen 2

Ihre Verhaltensbeurteilung entspricht ebenfalls einer 2 ( stets freundlich, korrekt und zuvorkommend"). Auffälligkeiten im Text ( gerne Mietarbeiter und Vorgesetzte verwechseln um das inkorrekte Verhalten gegenüber dem Arbeitgeber darzustellen, Auslassungen) gibt es hierbei nicht.

Fazit: Verhaltensbeurteilung Note 2

Auch im letzten Absatz gibt es keine versteckten Negativmerkmale.

Insgesamt handelt es sich also um ein gutes (2) Zeugnis, zu dem ich gratulieren darf.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2018 | 19:49

Sehr geehrte Frau Prochnow,

erstmal vielen Dank für die ausführliche Analyse.
Im letzten Satz wird ausgeführt dass ich dieses Zeugnis wegen einer anderweitigen Bewerbung wollte, trotzdem klingt es so als ob man von einer Weiterbeschäftigung ausgeht.
Kann das so gewertet werden, dass man davon ausgeht dass die Bewerbung keinerlei Erfolg haben wird?

Mit freundlichen Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2018 | 19:54

Lieber Fragesteller, gern zu ihrer Nachfrage.

Nein, das kann man keineswegs, sondern der Arbeitgeber drückt lediglich aus, dass er sie gerne behalten möchte.

Dies kann ihnen sogar einen Vorteil bei den Verhandlungsgesprächen zu ihrer Bewerbung gereichen, denn es "gewinnt" sie derjenige, der das bessere Angebot macht. Ihr neuer Arbeitgeber erhält also hier lediglich das Signal, dass er sich um ein gutes Angebot bei ihnen bemühen muss.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 11.12.2018 | 22:45

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Bestens!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.12.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70134 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich wollte eine grobe und unabhängige Meinung zum ausgestellen Arbeitszeugnis, dass ich erhalten habe. Die Hinweise und Bewertung ist für mich absolut nachvollziehbar. Die Empfehlung keine weiteren rechtlichen Schritte einzugehen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die hervorragende Antwort und Beratung, die in diesem Rahmen möglich ist. Sie war sehr ausführlich, verständlich und prompt. Wäre die Anwältin in meiner Nähe, wäre ich sofort ihre Mandantin. Für alle Bewertungen sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage direkt und verständlich beantwortet. ...
FRAGESTELLER