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Bewertung Stromabrechnung

21.08.2017 09:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Nach § 21 AVBeltV sind fehlerhaft zu wenig berechnete Beträge für Strombezug für bis zu zwei Jahre nachzuentrichten.

Guten Tag, der Energieversorger hat wie jedes Jahr seine Ablesekarte an uns gesendet. Man kann nun online den abgelesenen Strom eingeben, früher hat man eine Karte ausgefüllt und dann zurücksendet. Bei der Onlineeingabe ist mir nun aufgefallen, dass der abgelesene Wert vor einem Jahr 7356 kwh betrug und ich nun aber über 80000 kwh abgelesen habe. Auf Grund dieser enormen Diskrepanz innerhalb eines Jahres habe ich mich nun sehr gewundert und mir die Ablesekarte vor von einem Jahr gesucht (ich mach mir vor dem Versand immer eine Kopie der eingesendeten Rückmeldung an den EV). Auf dieser Karte stand aber tatsächlich 73566 kwh, die ich somit auch richtig gemeldet habe. Ergo hat das automatische Lesesystem für die Karte oder die manuelle Eingabe seitens des Energierversorgers wohl versagt. Wohl auch das Jahr davor. Die haben einfach die letzte Ziffer weggelassen. Ich habe dies nun auch erst jetzt bemerkt. Nun zur Frage: Haben wir auf Grund der fehlerhaften Eingabe des Energieversorgers rein rechtlich irgendeine Möglichkeit, hier - sagen wir es - nun aus diesem Grund zu sparen? Gibt es ev. auch Fristen oder Verjährungen für Versäumnisse seitens des Energieversorgers. Im worst case müsste man ja 10 Jahre nachbezahlen?!?! Wie verhält sich das? Wie sollen wir uns nun verhalten? Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Rechtslage richtet sich nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden (AVBEltV).

Nach § 21 Abs. 1 AVBeltV gilt:

Werden Fehler in der Ermittlung des Rechnungsbetrages festgestellt, so ist der zuwenig berechnete Betrag nachzuentrichten. Ist die Größe des Fehlers nicht einwandfrei festzustellen oder zeigt eine Messeinrichtung nicht an, so ermittelt das Elektrizitätsversorgungsunternehmen den Verbrauch für die Zeit seit der letzten fehlerfreien Ablesung aus dem Durchschnittsverbrauch des ihr vorhergehenden und des der Feststellung des Fehlers nachfolgenden Ablesezeitraums oder auf Grund des vorjährigen Verbrauchs durch Schätzung; die tatsächlichen Verhältnisse sind angemessen zu berücksichtigen.

Ansprüche sind auf den der Feststellung des Fehlers vorhergehenden Ablesezeitraum beschränkt, es sei denn, die Auswirkung des Fehlers kann über einen größeren Zeitraum festgestellt werden; in diesem Fall ist der Anspruch auf längstens zwei Jahre beschränkt (§ 21 Abs. 2 AVBeltV).

Wurde Ihnen also auf Grund eines Fehlers zu wenig berechnet, sind Sie bis zu zwei Jahre zur Nachzahlung verpflichtet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2017 | 11:12

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, vielen Dank für die erste Bewertung und die aussagekräftige Hinweis. Uns ist es bereits schon einmal passiert, dass die automatische Übertragung der Daten seitens des Energieversorgers nicht mehr funktionierte, so mussten wir 20.000 EURO nachbezahlen für fünf Jahre, da man uns mit dem Abstellen der GASVERSORGUNG drohte. Nun haben wir ja einen ähnlich gelagerten Fall wie beschrieben ins Sachen Strom. Um nun nichts falsch zu machen, sind wir verpflichtet, den Fehler aufzudecken (in welchem Zeitraum) und wie sollen wir uns nun verhalten, um in den "Genuß" des §21 Abs. 2 AVBeltV zu kommen? Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2017 | 19:40

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich nachfolgend beantworten.

Sie sind nicht verpflichtet, einen Fehler aufzudecken. Vielmehr ist umgekehrt der Energielieferant verpflichtet, den verbrauchten Strom richtig zu berechnen.

Um in den Genuss des § 21 Abs. 2 AVBeltV zu kommen, brauchen Sie Nachforderungen für einen Zeitraum, der länger als zwei Jahre zurückliegt, nicht zu bezahlen.

Wenn Ihnen der Energielieferant mit einer Liefersperre droht, um den Zwei-Jahres-Zeitraum zu umgehen, ist dies rechtswidrig und kann eine strafbare Nötigung darstellen. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, bei Gericht den Erlass einer einstweiligen Verfügung zu erwirken, durch die dem Lieferanten bei Meidung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 € aufgegeben wird, eine Liefersperre zu unterlassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

info@advoc-neumann.de

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