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Bewertung Arbeitszeugnis; Bitte Antwort nur von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht

| 22.04.2009 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Bitte Antwort nur von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht!

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um Bewertung folgenden Entwurfs eines Arbeitszeugnisses für mich. Welche Benotung würde sich durch diesen Entwurf für folgende Bereiche ergeben:
- Fachkenntnis
- Leistung
- Belastbarkeit
- Arbeitsweise
- Arbeitserfolg
- Verhalten
Insbesondere bitte ich um Überprüfung, ob der Entwurf versteckte negative Aussagen (Stichwort Leerstellentechnik) beinhaltet, und um Änderungs-/Verbesserungsvorschläge sowie um eine Bewertung, wie das Zeugnis insgesamt einzustufen ist.

Als Hintergrundinformation:
Das Arbeitsverhältnis wurde zum Ende der Probezeit von 6 Monaten vom Arbeitgeber fristgerecht gekündigt. Das Arbeitsverhältnis beinhaltete gleichzeitig ein Ausbildungsverhältnis, wobei die Ausbildung ein abgeschlossenes Hochschulstudium voraussetzt.


Arbeitszeugnis

-Die Beschreibung des Arbeitgebers befindet sich an dieser Stelle-.

Herr X, geboren am X in X, war vom XX.XX.XXXX bis zum XX.XX.XXXX als X bei uns tätig.

Zu seinen Hauptaufgaben gehörte:

- Die Aufgabebeschreibung befindet sich an dieser Stelle-

Herr X hat von Anfang an seine Ausbildung zum X mit starkem Engagement und großem Interesse betrieben. Er zeigte stets Eigeninitiative, Fleiß und Eifer. Herr X hat die Fähigkeit, Sachverhalte rasch zu erfassen, zu analysieren und praktikable Problemlösungen aufzuzeigen und zu entwickeln. Besonders anerkennend nennen wollen wir seinen sehr hohen Lernwillen. Er verfügt über ein sehr gutes und umfassendes Fachwissen im Bereich X sowie in verwandten Fachbereichen.

Herr X zeichnete sich stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus. Die Arbeitsqualität von Herrn X war konstant gut. Seine Aufgaben waren in hohem Maße termingebunden. Er hat die vereinbarten Termine stets eingehalten. Seine Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt. Er war für uns ein wertvoller Mitarbeiter.

Herr X war ein verantwortungsbewusster, zuverlässiger und allseits respektierter Mitarbeiter, der zu Vorgesetzten und Kollegen stets ein gutes Verhältnis hatte. Sein Verhalten gegenüber unseren Mandanten war ebenfalls einwandfrei. Hervorzuheben ist sein bestimmtes und zugleich kompromissbereites Verhalten bei auftretenden Sachproblemen.

Wir waren mit den Leistungen von Herrn X stets voll und ganz zufrieden. Er zeigte stets eine sehr gute Einsatzbereitschaft.

Das Arbeitsverhältnis endete fristgemäß zum XX.XX.XXXX.

Wir danken Herrn X für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen ihm für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin Erfolg.


-Ort-, den XX.XX.XXXX


Manfred Mustermann
-Die Beschreibung der Position von Manfred Mustermann beim Arbeitgeber befindet sich an dieser Stelle-

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

1. „Herr X hat von Anfang an seine Ausbildung zum X mit starkem Engagement und großem Interesse betrieben. Er zeigte stets Eigeninitiative, Fleiß und Eifer. Herr X hat die Fähigkeit, Sachverhalte rasch zu erfassen, zu analysieren und praktikable Problemlösungen aufzuzeigen und zu entwickeln. Besonders anerkennend nennen wollen wir seinen sehr hohen Lernwillen. Er verfügt über ein sehr gutes und umfassendes Fachwissen im Bereich X sowie in verwandten Fachbereichen.“

Die Formulierung ist nicht vollständig akzeptabel. Insbesondere die Formulierung „Besonders anerkennend nennen wollen wir seinen sehr hohen Lernwillen“ sollten Sie mit dem Arbeitgeber besprechen und streichen lassen. Man kann hier den Schluss ziehen, dass einzig und allein ein hoher Lernwille beim Arbeitnehmer vorlag und sonst nichts; insbesondere die Lernerfolge blieben aus.

2. „Herr X zeichnete sich stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus. Die Arbeitsqualität von Herrn X war konstant gut. Seine Aufgaben waren in hohem Maße termingebunden. Er hat die vereinbarten Termine stets eingehalten. Seine Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt. Er war für uns ein wertvoller Mitarbeiter.“

Auch hier sind nicht alle Formulierungen haltbar. Der Verweis auf den konzentrierten und effizienten Arbeitsstil kann man stehen lassen. Allerdings erfolgte hier die Bewertung der Arbeitsqualität mit „gut“. Dies signalisiert, dass grundsätzlich mehr vom Arbeitnehmer hätte erzielt werden können. Immerhin gibt es noch die Steigerungen „sehr gut“ und gegebenenfalls auch „hervorragend“. Hier sollte die Bewertung entweder angepasst oder gestrichen werden.

Weiterhin wird erwähnt, dass der Arbeitnehmer die „vereinbarten Termine stets eingehalten“ hat. Dies klingt auch nicht wirklich überzeugend. Hier wird der Eindruck erweckt, dass der Arbeitnehmer zwar die Leistungen termingerecht aber möglicherweise nicht befriedigend erbracht hat. Dieser Satz sollte völlig aus dem Zeugnis verschwinden.

Des Weiteren erscheint die Formulierung, dass der Arbeitnehmer „seine Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit erfüllt“ hat. Auch hier gibt es die Steigerung „zur vollsten“ Zufriedenheit, sodass das Zeugnis angepasst werden sollte. Die aktuelle Formulierung lässt den Schluss zu, dass der Arbeitnehmer eher in seltenen Fällen wirklich zufriedenstellende Leistungen erbracht hat.

Der letzte Satz kann an dieser Stelle auch gestrichen werden, da sodann im nächsten Absatz näher darauf eingegangen wird.

3. „Herr X war ein verantwortungsbewusster, zuverlässiger und allseits respektierter Mitarbeiter, der zu Vorgesetzten und Kollegen stets ein gutes Verhältnis hatte. Sein Verhalten gegenüber unseren Mandanten war ebenfalls einwandfrei. Hervorzuheben ist sein bestimmtes und zugleich kompromissbereites Verhalten bei auftretenden Sachproblemen.“

Die hier verwendeten Formulierungen sind nicht allesamt überzeugend. Insbesondere fällt auf, dass der Arbeitnehmer als „zuverlässiger und allseits respektierter Mitarbeiter“ beschrieben wird. Dies klingt zwar erstmal gut. Allerdings werden hiermit die sogenannten „social skills“, wie Teamfähigkeit und soziales Verhalten unter den Mitarbeitern schlecht dargestellt. Grundsätzlich ist hier die Formulierung zu empfehlen, dass der Arbeitnehmer „ein zuverlässiger und allseits beliebter Mitarbeiter“ war.

Die Formulierung „kompromissbereites Verhalten“ erweckt den Eindruck, dass dem Arbeitnehmer die Entscheidungsstärke und das Durchsetzungsvermögen gefehlt haben. Zwar ist eine gewisse Fähigkeit Kompromisse eingehen zu können, nicht verkehrt. Allerdings sollte dies anders verpackt werden.

4. „Wir waren mit den Leistungen von Herrn X stets voll und ganz zufrieden. Er zeigte stets eine sehr gute Einsatzbereitschaft.“

Der erste Satz ist insoweit nicht zu beanstanden. Allerdings wird im zweiten Satz schon wieder beispielhaft aufgezeigt, dass der Arbeitnehmer „eine sehr gute Einsatzbereitschaft“ zeigte. Dies erweckt den Eindruck, dass zwar grundsätzlich die Bereitschaft vorhanden war, die Leistungen und Erfolge aber ausblieben, da der Arbeitnehmer nicht engagiert genug bei der Sache war. Der zweite Satz sollte also gestrichen werden.

5. „Das Arbeitsverhältnis endete fristgemäß zum XX.XX.XXXX.“

Das das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitgeber beendet wurde, ist die Formulierung akzeptabel. Sollte die Kündigung betriebsbedingt erfolgt sein, kann dies zu Vermeidung von Nachfragen durchaus auch erwähnt werden. Sollte die Kündigung u.a. personen- oder verhaltensbedingt erfolgt sein, sollte dies natürlich nicht erwähnt werden. Da das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Probezeit beendet wurde, ist die Formulierung ausreichend.

6. „Wir danken Herrn X für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen ihm für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin Erfolg.“

Diese Standardfloskel ist hier nicht zu beanstanden, da sie üblicherweise das Zeugnis abrundet und beendet.

7. Zusammenfassung:

Welche Benotung würde sich durch diesen Entwurf für folgende Bereiche ergeben:
- Fachkenntnis: 3 - 4
- Leistung: 3 - 4
- Belastbarkeit: keine Erkenntnis aus dem Zeugnis
- Arbeitsweise: 3 - 4
- Arbeitserfolg: 3 - 4
- Verhalten: 3 - 4

Zusammenfassend darf ich Ihnen mitteilen, dass das Zeugnis keinen sonderlich guten Eindruck über den Arbeitnehmer vermittelt. Sie sollten dies unbedingt mit Ihrem Arbeitgeber besprechen.

Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2009 | 22:16

Sehr geehrter Herr Schwerin,

danke für die schnelle Antwort.

Ich habe den Arbeitszeugnis-Entwurf entsprechend Ihren Anmerkungen angepasst und würde gerne wissen, welche Bewertung sich nun ergeben würde und ob es nun noch negative Leerstellen/Formulierungen gibt.

Danke.


Herr X hat von Anfang an seine Ausbildung zum X mit starkem Engagement und großem Interesse betrieben. Er zeigte stets Eigeninitiative, Fleiß und Eifer. Herr X zeigte die Fähigkeit, Sachverhalte rasch zu erfassen, zu analysieren und praktikable Problemlösungen aufzuzeigen und zu entwickeln. Er verfügt über ein sehr gutes und umfassendes Fachwissen im Bereich X sowie in verwandten Fachbereichen.

Herr X zeichnete sich stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus. Die Arbeitsqualität von Herrn X war konstant gut. Seine Aufgaben waren in hohem Maße termingebunden. Er hat die vereinbarten Termine stets eingehalten und hierbei stets gute Leistungen gezeigt. Seine Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.

Wir waren mit den Leistungen von Herrn X stets voll und ganz zufrieden.

Herr X war ein verantwortungsbewusster, zuverlässiger und allseits beliebter Mitarbeiter, der zu Vorgesetzten und Kollegen stets ein gutes Verhältnis hatte. Sein Verhalten gegenüber unseren Mandanten war ebenfalls jederzeit einwandfrei. Hervorzuheben ist sein bestimmtes und konsequentes Verhalten bei auftretenden Sachproblemen, wobei Herr X zugleich auch Kompromissbereitschaft im gebotenen Maße zeigte.

Das Arbeitsverhältnis endete fristgemäß zum 30.4.2009.

Wir danken Herrn X für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen ihm für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.04.2009 | 10:29

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

„Herr X hat von Anfang an seine Ausbildung zum X mit starkem Engagement und großem Interesse betrieben. Er zeigte stets Eigeninitiative, Fleiß und Eifer. Herr X zeigte die Fähigkeit, Sachverhalte rasch zu erfassen, zu analysieren und praktikable Problemlösungen aufzuzeigen und zu entwickeln. Er verfügt über ein sehr gutes und umfassendes Fachwissen im Bereich X sowie in verwandten Fachbereichen.“

Das klingt gut und weist keine versteckten negativen Bewertungen auf.

„Herr X zeichnete sich stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus. Die Arbeitsqualität von Herrn X war konstant gut. Seine Aufgaben waren in hohem Maße termingebunden. Er hat die vereinbarten Termine stets eingehalten und hierbei stets gute Leistungen gezeigt. Seine Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.“

Hier würde ich besser schreiben, dass die Arbeitsqualität „konstant sehr gut“ war oder den Satz einfach weglassen. Die Bewertung „gut“ weist doch noch eine versteckte Kritik auf.

Auch sollten Sie aus der „vollen Zufriedenheit“ möglichst eine „vollste Zufriedenheit“ machen.

„Wir waren mit den Leistungen von Herrn X stets voll und ganz zufrieden.“

Die Formulierung ist in Ordnung.

„Herr X war ein verantwortungsbewusster, zuverlässiger und allseits beliebter Mitarbeiter, der zu Vorgesetzten und Kollegen stets ein gutes Verhältnis hatte. Sein Verhalten gegenüber unseren Mandanten war ebenfalls jederzeit einwandfrei. Hervorzuheben ist sein bestimmtes und konsequentes Verhalten bei auftretenden Sachproblemen, wobei Herr X zugleich auch Kompromissbereitschaft im gebotenen Maße zeigte.“

Auch diese Formulierung wurde gut angepasst und zeigt keine versteckten negativen Bewertungen mehr.

„Das Arbeitsverhältnis endete fristgemäß zum 30.4.2009.“

Der Satz ist in Ordnung.

„Wir danken Herrn X für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr. Wir wünschen ihm für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Der Satz ist in Ordnung.

Welche Benotung würde sich durch diesen Entwurf für folgende Bereiche ergeben (unter Berücksichtigung der von mir erwähnten Änderungen):
- Fachkenntnis: 1 - 2
- Leistung: 1 - 2
- Belastbarkeit: keine Erkenntnis aus dem Zeugnis
- Arbeitsweise: 1 - 2
- Arbeitserfolg: 1 - 2
- Verhalten: 1 - 2

Das Zeugnis ist nunmehr akzeptabel und legt dem Arbeitnehmer keine (versteckten) Steine in den Weg für die berufliche Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen


Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.04.2009 | 19:04

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