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Bewährungswiderruf und neue Anklagen

06.06.2010 20:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Mein Freund wurde voriges Jahr wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe zu 18 Monaten auf 3 Jahre Bewährung verurteilt.
Mit folgenden Auflagen: regelmäßige Besuche beim Bewährungshelfer, Therapie (er ist spielsüchtig - Sportwetten), Arbeitsstunden und festen Wohnsitz. Er hat sich an keine der Auflagen gehalten, dann in der Zwischenzeit haben wir uns kennengelernt. Er wollte daraufhin versuchen alles in den Griff bekommen, aber Haftbefehl ging schon raus. Er wurde dann verhaftet und zuständigen Richter vorgeführt der ihn damals verurteilt hat. Da er nichts vorweisen konnte, wurde Haftbefehl nicht aufgehoben. Er hat sich zwar in der Zwischenzeit wegen der Meldepflicht mehrere Wohnungen angeschaut, Mietvertrag hätte er ein paar Tage später unterschreiben können (aber Verhaftung war zuvor) somit konnte er nichts vorweisen. Ich muss dazu sagen ich komme aus einer anderen Stadt und er wollte sich hier ein neues Leben aufbauen. In der Zwischenzeit von Verurteilung bis zu dem Zeitpunkt wo ich ihn kennengelernt habe, hat er seine Spielsucht nicht in den Griff bekommen. Er hat weiter alles Geld verspielt und immer in Pensionen geschlafen da er ja keinen festen Wohnsitz hatte, irgendwann langte das Geld nicht mehr und konnte dort nicht mehr bezahlen. Somit stehen 8 Anzeigen wegen Betruges noch offen, da war aber noch keine Verhandlung.

In der JVA hat er jetzt Therapie begonnen.

Meine Fragen:
1. Er hat Beschwerde eingereicht. Hat dies Erfolgsaussichten?
2. Wenn Beschwerde abgelehnt wird wielange dauert es bis alles rechtskräftig ist, denn er befindet sich noch in Uhaft?
3. Mit welchem Strafmass muss er bei den noch offenen Sachen rechnen?
4. Da diese Straftaten aufgrund der Spielsucht entstanden sind, hat er Chance auf Bewährung wenn er Therapie erfolgreich weiter führt?
5. Hat er Chance auf 2/3 da sich soziales Umfeld gebessert hat bzw. bessern würde du Umzug zu mir?

Sehr geehrter Fragensteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:

1. Die Haftbeschwerde an das zuständige Oberlandesgericht hat nur dann Erfolg, wenn Sie auch begründet ist.
Da Sie zwar schreiben, dass es sich um U-Haft handelt, gleichzeitig aber auch schreiben, dass die Bewährung widerrufen wurde, liegt es nahe, dass ihr Freund die verurteilte Strafe momentan absitzt. In diesem Fall ist zwar auch eine Bechwerde gegen den Widerruf der Bewährung möglich, allerdings liegt es nahe, dass bei der Entscheidung über einen Bewährungswiderruf, sich das Beschwerdegericht der Einschätzung des sachnäheren Tatgerichts anschließt und sich daher Nichts an der Entscheidung des Widerrufs ändern wird. Zwingend ist dies aber natürlich nicht;


2. An der Rechtskräftigkeit des Urteils hindert eine Beschwerde gegen den Bewährungswiderruf Nichts.

3. Hinsichtlich des Strafmaßes bzgl. Der noch 8 offenen taten ist anzunehmen, dass er diese Taten in Tatmehrheit begangen hat und somit eine Gesamtstrafe zu bilden ist. Angesichts der Tatsache, dass Ihr Freund schon einschlägig vorbestraft ist, wird die Strafe höher als bei eiem Ersttäter ausfallen, hängt aber maßgeblich von der Höhe des Schadens und vor allem davon ab, in wie weit das Gericht Ihrem Freund z.B. eine verminderte Schuldfähigkeit hinsichtlich seiner Spielsucht beimisst. Grundsätzlich dürfte ihn aber eine Freiheitsstrafe von weiteren 10-20 Monaten erwarten.


4. Die frage nach der 2/3 oder gar Halbzeitregelung lässt sich in einem solch frühen Stadium kaum beantworten. Aber generell spricht bei Erstinhaftierten dieser Anwendung Nichts entgegen, soweit vor allem die Sozialprognose positiv ausfällt.


Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Einblick* in die Rechtslage verschafft zu haben und stehe Ihnen jederzeit und ausgesprochen gern für (kostenlose) Rückfragen zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen,

Ihr
Alexander Stephens

__________________________________________________________________________________

*Hinweis:
Bei der obigen Beantwortung Ihrer Frage, die ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Bitte berücksichtigen Sie deshalb, dass dies eine umfassende juristische Begutachtung nicht ersetzen kann und soll.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen sogar völlig anders ausfallen. Nutzen Sie deshalb die kostenlose Rückfragemöglichkeit, sollten noch Fragen offen stehen. Über eine positive Bewertung durch Sie würde ich mich sehr freuen.

Nachfrage vom Fragesteller 06.06.2010 | 21:00

er wurde am 27.05 verhaftet und am 28.05 dem Richter vorgeführt der angeordnet hat das Haftbefehl bestehen bleibt

warum ist dies Uhaft und wann kann er in richtige Strafhaft kommen?

vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.06.2010 | 22:54

Liebe Fragenstellerin,

ich bedanke mich für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Wie ich bereits angeführt hatte, kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich um U-Haft sondern um ganz normale Vollzugshaft handelt, da Ihrem Freund ja die Bewährung widerrufen widerrufen wurde.

Dementsprechend sitzt Ihr Freund bereits seine ganz normale Vollzugsstrafe von 18 Monaten ab.

Eine U-Haft wäre aufgrund des Bewährungswiderrufs auch gar nicht notwendig.

Sollten Sie noch Rückfragen haben, melden Sie sich einfach nochmals kurz bei mir.

Herzliche Grüße,

Ihr

Alexander Stephens

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