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Bewährung, neue Straftat (Alkohol)

| 19.02.2009 08:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo,

Ich wende mich an euch, da ich hier hoffe auf meine vieleicht doch komplexe Frage eine qualitative Antwort zu finden. Durch das Lesen des Forums, scheint es mir auf jedenfall so, als ich hier genau richtig bin.

Nun. Grundlegend geht es um Bewährung, Alkohol und "kleinen" Nebenstrafsachen die durch deren Einfluss entstanden sind.

Aktuell:
Ich stehe unter Bewährung 3 Jahre (ca.3 Monate Strafe). Grund: Alkohol u.a. Jetzt habe ich wieder getrunken, einen Blackout bekommen und wohl meine PIN bei der Bezahlung in einer Gaststätte vergessen. Darauf hin wurde ich äusserst aggresiv und beleidigte sogar Gäste und Mitarbeiter. Beim Eintreffen der Polizei war ich immer noch sehr aggresiv und beleidigte wohl auch die Polizei. Anscheinend musste ich gefesselt werden und kam in Sicherheitsgewahrsam für etliche Stunden!

Nun, ich kann mich an nichts errinnern. Weder PIN, noch Beleidigung, noch meine aggressivität noch an die Polizei! Ich bin eigentlich so gut wie gar nicht aggressiv, beleidige keine Menschen und war immer wenn ich Kontakt hatte mit der Polizeit kooperativ.

Mein Verhalten verstehe ich absulut nicht, und kann mir das nur damit erklären das ich nicht mehr Herr meiner Sinne war. Dieser Tag ist für mich auch der Punkt, wo ich mir eingestehe ich habe nicht nur ein Alkoholproblem sondern auch, das ich es selbst nicht lösen kann. Daher gehe ich jetzt auf jedenfall einen Entzug machen und war auch schon beim Doktor.

Konkret:
Da ich wegen Alkohol schon ein paar mal Aufgefallen bin, habe ich vor ca. einem halben bis 3/4 Jahr die oben genannte Bewährung bekommen. Jetzt durch die neue Tat habe ich natürlich sehr große Angst das dies Widerrufen wird, ich einfahre und somit mein Leben, mehr oder Weniger in einer andere Richtung gelängt wird.

Vorgeschichte:
Ich habe eine Frau "angeblich" in einer Tankstelle unter Alkohol beleidigt. Dafür bekam ich eine Geldstrafe.
Einige Zeit später fuhr ich mit dem Fahrrad unter Alkohol, wurde von einer Polizei verwahrnt, und ich Depp habe nichts besseres im Kopf als nach einer Zeit x wieder weiterzufahren und natürlich nochmals erwischt zu werden.

Daraufhin kam es zu Verhandlung, und der Richter meine ich habe Farlässig gehandlet und hier reicht keine Geldstrafe mehr (wegen Vorgeschichte) sondern hier muss was härteres her. Also bekamm ich die genannte Bewährung.

Fragen
- Für alles was mir in diesem Fall weiterhilft, danke ich euch schon mal sehr!!
- Ich möchte morgen zu Polizei gehen, und mich für die Beleidigung entschuldigen und eventuell etwas mehr erfahren. Ist das Ratsam?
- Ich habe natürlich große Angst das die Bewährung wiederufen wird. Welche Chanzen habe ich? Habe ich überhaupt noch eine?
- Was kann ich tun?
- Ich bin in ärztliche Behanldung gegangen und habe einen Überweisungsschein und Tabletten vor mir, die mir Helfen die Tage bis zum Kontakt mit der Suchtambulanz nicht Rückfällig zu werden. Persönlich für mich hilft das natürlich, aber hilft mir das auch mit der Bewährung?
- Einen Anwalt aufsuchen dürfte klar sein. Möchte aber noch nicht sofort dahin gehen.



Danke schon mal an eure Mithilfe.

gruß
Martin

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich beginne mit der Beantwortung der letzten Frage.

Ich muss Ihnen dringend raten, sofort einen Anwalt aufzusuchen. In Anbetracht der Vorgeschichte und der Tatsache, dass, wie Sie bereits zutreffend erkannt haben, der Widerruf der Bewährung in Betracht kommen könnte, sollten Sie bereits im jetzigen Stadium unbedingt anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Es ist nicht ratsam zur Polizei zu gehen. Über einen Anwalt sollte zunächst einmal Akteneinsicht beantragt werden. Durch die Akteneinsicht wird Ihnen dann auch der gesamte Vorfall bekannt. Über den Anwalt kann dann dazu Stellung genommen werden und zudem eine Entschuldigung abgeben werden.

Sie können die Entschuldigung zwar schon vorher abgeben, sollten dieses dann aber schriftlich machen. In diesem Zusammenhang können sie, da Sie sich an den Vorfall nicht mehr erinnern, eine Entschuldigung nur eingeschränkt abgeben. Ich rate aber, auch die Entschuldigung über den Anwalt abgeben zu lassen oder zumindest die Formulierung einer Entschuldigung mit diesem zu besprechen..

Die Möglichkeit des Widerrufes der Bewährung besteht grundsätzlich. Allerdings kann erst nach genauer Kenntniss des Vorfalles und der Gesamtumstände eine nähere Einschätzung vorgenommen werden. Für diese Einschätzung ist aber die über einen Anwalt vorzunehmende Akteneinsicht unerlässlich.

Mit der ärztlichen Behandlung sind Sie auf dem richtigen Weg. Sie müssen sich alle Termine, Verordnungen etc. dokumentieren lassen. Dieses Vorgehen spielt sicherlich auch eine mitentscheidende Rolle bei der Frage, ob die Bewährung zu widerrufen ist oder nicht und wird zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen sein. Wichtig wird aber sein, dass für das Gericht erkennbar ist, dass Sie Ihr Problem erkannt haben und eine Änderung in der Zukunft herbeiführen wollen und werden. Daneben wird auch der Tathergang zu berücksichtigen sein, der erst durch eine Akteneinsicht ermittelt werden kann.

An Hand meiner Ausführungen können Sie erkennen, dass das Vorgehen entscheidend sein wird. Insoweit sollten Sie nicht allein vorgehen, sondern sofort einen Anwalt aufsuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 19.02.2009 | 12:01

Danke für ihre Antworten. Die helfen mir sehr.

Dazu habe ich noch folgende Fragen.

1. Da ich die Polizei beleidigt und mich gewehrt habe, möchte ich die Entschuldigung neben dem mänschlichen auch dazu nützen, das eventuell die Beleidigungen nicht angezeigt werden.

2. Weil ich mich gegen eine Festnahme wohl stark gewehrt habe, habe ich starke bedenken, hinsichtlich der Bewährung.

3. Da ich aus meiner Sicht nicht bei Verstand war, ich weiß auch gar nichts mehr, frage ich mich, ob dies berücksichtigt wird. Unter normalen Umständen hätte ich das nie gemacht.

4. Neben dem gang zum Anwalt, können sie mir vieleicht noch den ein oder anderen Ratschlag geben?


Vielen Dank für ihre ersten Aufsührungen nochmals!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2009 | 12:39

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie sollten erst einmal klären, was Sie überhaupt getan haben. Da Sie keinen Anwalt beauftragen wollen, können Sie den Sachverhalt in der Tat nur in einem Gespäch mit der Polizei erfragen. In diesem Gespräch können Sie natürlich auch die Entschuldigung vorbringen, was aber schriftlich festgehalten muss.. Gleichzeitig werden Sie auch zum Vorgang vernommen werden. Sie müssen keine Angaben machen; das sollten Sie dann nach Kenntnis des Sachverhaltes entscheiden.

Der Widerstand bei der Festnahme kann natürlich ebenfalls bei der Frage des Widerrufes erheblich ins Gewicht fallen. Ohne konkrete Kenntnis der Vorgänge ist eine Einschätzung aber abschließend nicht möglich.

Die Tatsache, dass Sie sich nicht mehr erinnern, spricht für eine Schuldunfähigkeit. Aber Sie können auch nach § 323a StGB verurteilt werden, wenn Sie wegen des Alkohlkonsumes schuldunfähig waren.

Wichtig ist, dass Sie deutlich machen und nachweisen können, dass Sie sich in ärztlicher Behandlung befinden und sich Ihrem Problem stellen und dass es inZukunft nicht wieder zu solchen Taten kommt. Darauf müssen Sie, neben den Entschuldigungen, abstellen.

Auch wenn es nicht unbedingt Ihr Anliegen ist, Sie sollten unbedingt einen Anwalt aufsuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 18.10.2009 | 15:47

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 18.10.2009 4,6/5,0
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