Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Beurteilung eines Zeugnisses durch Zeitarbeitsfirma


| 19.09.2007 21:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte(r) Frau / Herr Rechtsanwalt(in),

bitte helfen Sie mir bei der Beurteilung meines Zeugnisses.

Folgende Situation:
Ich war 3 Wochen in der Pharmaindustrie über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Da ich den Anforderungen nicht genügte, wurde ich innerhalb der Probezeit gekündigt. Ich bat den für mich zuständigen Personalberater der Zeitarbeitsfirma mir ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen. Nach 4 Wochen hat man mir folgendes Zeugnis geschickt:

Herr XX war vom .. bis .. bei uns als technischer Angestellter beschäftigt.

"Name der Zeitarbeitsfirma" ist Personaldienstleister und stellt u. a. der Wirtschaft bei personalengpässen Mitarbeiter zur Verfügung. Dies setzt bei unseren Mitarbeitern ein hohes Mass an Flexibilität,Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft voraus. Wir bestätigen gerne, dass Herr XX diesen Anforderungen gewachsen war.

In seinem Einsatzgebiet - eininternationaler Pharmahersteller - hatte Herr XX im Bereich Wassermonitoring folgende Aufgaben:

-Ziehen der Wasserproben an verschiedenen Entnahmestellen
-Analyse der Wasserproben (Keimzahlbestimmung etc.)
-Dokumentation nach GMP-Standart

Die Tätigkeiten wurden vertretungsweise ausgeführt, wobei die Laufzeit der Beschäftigung vorher nicht bekannt war. Da diese bereits nach kurzer Zeit endete, ist eine umfassende, qualifizierte Beurteilung nicht möglich.

Das Verhalten von Herrn XX gegenübe Vorgesetzten und Mitarbeitern war jederzeit einwandfrei.

Herr XX schied nach Ablauf des Einsatzes aus unserem Unternehmen aus. Wir wünschen ihm für den privaten und beruflichen Lebensweg alles Gute.

Ich habe folgende Fragen:

1.
Bitte bewerten Sie dieses Zeugnis.
Wird das Zeugnis dadurch, dass eine qualifizierte Bewertung nicht möglich ist, abgewertet?

2.
Kann mann eine Kündigung aus diesem Zeugnis herauslesen?
Wenn Ja, darf man das rechtlich so formulieren?

3.
Kann ich eine genauere Aufgabenbeschreibung des Punktes "Analyse von Wasserproben (Keimzahlbestimmung etc.)" verlangen?
Ich hatte nämlich auch bei der qualitativen Analyse mitgearbeitet. Ich hatte die Zeitarbeitsfirma extra auf diesen Punkt schriftlich hingewiesen (hatte das Zeugnis 2 Tage zuvor per e-mail zur Ansicht zugeschickt bekommen), ich bekam aber keine Antwort und es wurde nichts daran verändert.

4.
Besteht eventuell woanders noch Verbesserungsbedarf?


Ich danke Ihnen im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.













Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ein Arbeitszeugnis bedarf grundsätzlich der Schriftform. Es ist maschinenschriftlich und üblicherweise auf Geschäftspapier zu erstellen. Es muss also Briefkopf, Name, Rechtsform und Anschrift des Ausstellers beinhalten. Nicht zulässig sind Hervorhebungen durch Fettschrift Unterstreichungen u.a.

Die Person des Arbeitnehmers ist mit Vor- und Nachname, Berufsbezeichnung und evtl. akademischem Grad zu benennen. Zwingende Bestandteile sind zudem das Ausstelldatum und die eigenhändige Unterschrift des Arbeitsgebers oder des von ihm rechtmäßig Beauftragten. Zudem ist die maschinenschriftliche Angabe des Namens notwendig.

In einem einfachen Zeugnis hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer lediglich die Art und Dauer der Beschäftigung zu bescheinigen, nicht jedoch den Grund oder die Art der Beendigung. Der Arbeitnehmer soll einen lückenlosen Nachweis über seine Beschäftigung erhalten. Die Tätigkeit soll so genau umschrieben sein, dass ein Dritter sich ein Bild machen kann, welche Aufgaben dem Arbeitnehmer oblagen, welche Verantwortung, Kompetenzen und besonderen Funktionen er hatte. Anzugeben ist zudem die rechtliche Dauer des Arbeitsverhältnisses unter genauer Angabe der Daten.

Im qualifizierten Zeugnis sind zusätzlich Aussagen über die Leistung und die Führung des Arbeitnehmers zu machen. Um ein Gesamtbild des Arbeitnehmers zu machen, muss der Arbeitgeber stets zu beiden Punkten Stellung beziehen.

Ihr Zeugnis ist eine Mischung aus einem einfachen und einem qualifizierten. Der Arbeitgeber bezieht Stellung zu Ihrer Führung während des Arbeitsverhältnisses, äußert sich aber nicht zu Ihrer Leistung. Hier können entsprechende Schlüsse gezogen werden. Wenn der Arbeitgeber sich in der Lage sieht Ihren Umgang mit Vorgesetzten und anderen Mitarbeitern zu bewerten, warum soll er dann nicht in der Lage sein, Ihre Arbeitsleitung zu bewerten. Der Hinweis, dass eine qualifizierte Bewertung Ihrer Arbeitsleistung nicht erfolgen kann, weil das Beschäftigungsverhältnis nur von kurzer Dauer und vertretungsweise war, lässt den Rückschluss auf die Kündigung innerhalb der Probezeit zu. Diese Formulierung darf so nicht abgegeben werden. Entweder hat der Arbeitgeber ein einfaches Zeugnis ohne Beurteilung der Leistung und der Führung abzugeben oder aber er muss beides bewerten.

Wenn die qualitative Analyse von Wasserproben ein Bereich ist, der Ihnen entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten attestieren kann, die noch nicht in dem Arbeitszeugnis aufgetaucht sind, und die das Bild von Ihrer Tätigkeit für den außen stehenden Dr5itten vervollständigen können, können Sie auch verlangen, dass dies im Arbeitszeugnis aufgeführt wird. Schließlich ist ein Nachweis über Ihre fachliche Tätigkeit zu führen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung bieten. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfrageoption.


Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin


www.kanzlei-preu.de

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2007 | 01:00

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Eine Sache bereitet mir noch Kopfschmerzen, daher meine Nachfrage.

Wenn ich alles verstanden habe, ist dieses Zeugnis so nicht rechtmäßig, da eine Beurteilung meiner Leistung fehlt.
Wie verhalte ich mich rechtlich richtig, wenn ich Ergänzungen zu meinem Zeugnis fordern möchte (per e-mail oder Einschreiben, Frist)?
Raten Sie mir zu einem Rechtsstreit?
Wie hoch wären ungefähr die Anwalts- u. Gerichtskosten, werden diese von einer Rechtsschutzversicherung übernommen?

Danke im Voraus!


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.09.2007 | 16:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Ein Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses, das Form und Inhalt nach den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Erteilt ein Arbeitgeber ein Zeugnis, das den Anforderungen nicht entspricht, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Ergänzung bzw. Berichtigung des Zeugnisses. Das Zeugnis muss so gestaltet werden, als würde es sich um die Erstausstellung handeln. Die Berichtigung kann im Wege der Klage geltend gemacht werden.

Sie sollten bevor Sie Klage auf Berichtigung Ihres Zeugnisses erheben, zunächst Ihren ehemaligen Arbeitgeber unter Setzung einer Frist dazu auffordern, Ihnen ein den gesetzlichen Bestimmungen entsprechendes Zeugnis auszustellen. Sollte er sich dann noch weigern, können Sie immer noch vor dem Arbeitsgericht klagen.

Eine Rechtsschutzversicherung, die für Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis einspringt, wird hier die Kostentragung übernehmen. Sollte keine Rechtsschutzversicherung vorhanden sein, gilt es zu beachten, dass bei Verfahren in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht jede Partei unabhängig vom Obsiegen oder Unterliegen die eigenen Anwaltskosten übernehmen muss.


Mit freundlichen Grüßen,


Mareike Preu
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Beantwortung meiner Frage. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59978 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle, ausführliche und ich hoffe auch kompetente Antworten. So richtig weiß man das ja erst später, wenn es zum Streitfall kommt. Jedenfalls weiß ich jetzt viel mehr wie ich weiter vorgehen sollte im Streitfall mit ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort ist klar verständlich, ausführlich und zeugt von fachlicher Kompetenz. Besser geht's nicht. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super sehr schnelle Antwort.preislich günstig. ...
FRAGESTELLER