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Beurlaubung ohne nennung eines Grundes

| 26.02.2009 15:22 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo.

Gestern abend bekamm ich einen Anruf von meinem Chef das ich heute um 11 Uhr bei der Arbeit erscheinen sollte,
Das hab ich dann natürlich auch gemacht.

Mein Chef hat mich dann wieder abgestempelt und gesagt ich sei von jetzt an Beurlaubt. Den grund wollte er mir nicht nennen.
Ich bekomm die Tage Post und werde dann zur Geschäftsstelle eingeladen wo ich den Grund bekomme.

Er meinte er hätte eben einen Anruf von seinen Anwalt bekommen das er das Gespräch heute nicht so führen darf.
Also geh ich davon aus das ich heute gekündigt worden werde.

Ich wüßte nun nicht was die mir unterstellen wollen oder warum die mir das nicht heute einfach sagen.

Kann ich jetzt irgendetwas tun???
Was kommt da nun auf mich zu?

Ich bin leider in keiner Gewerkschaft und habe auch keinen Rechtsschutz.

Mit freundlichem Gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Zunächst ist zu sagen, dass eine Kündigung nur wirksam ist, wenn sie schriftlich erfolgt. Die von Ihnen genannte mündliche „Beurlaubung“ reicht somit nicht aus.

Wichtig ist: unterschreiben Sie nichts, auch wenn Sie unter Druck gesetzt werden sollten. Oftmals wird versucht, die Arbeitnehmer einen Auflösungsvertrag oder einen Klageverzicht unterschreiben zu lassen.

Wenn sie die schriftliche Kündigung erhalten haben, haben Sie drei Wochen Zeit, dagegen vorzugehen. Reichen Sie nicht innerhalb dieser Frist Kündigungsschutzklage ein, ist die Kündigung wirksam, egal ob wirkliche Gründe vorliegen oder nicht.

Enthält die Kündigung keine Angabe von Gründen, sollten Sie Ihren Arbeitgeber (schriftlich per Einschreiben oder unter Zeugen) auffordern, Ihnen diese ebenfalls schriftlich zu nennen. Wenn Ihnen die Gründe dann bekannt sind, müssen Sie überlegen, ob Sie dagegen vorgehen. Unbedingt sinnvoll wäre in diesem Falle, einen Anwalt zur Unterstützung zu beauftragen. Leider ist es im Arbeitsrecht in erster Instanz so, dass auch bei Obsiegen im Prozeß die Kosten des eigenen Anwalts nicht vom Gegner übernommen werden. Sie müßten Ihren Anwalt also selbst bezahlen. Dies kann sich jedoch lohnen, wenn dadurch der Arbeitsplatz erhalten werden oder zumindest eine Entschädigung/Abfindung etc. herausgeholt werden kann.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Rückfrage vom Fragesteller 26.02.2009 | 16:04

Hallo,

aber wieder nennen die mir jetzt keinen Grund?
Wenn ein triftiger Grund einer Kündigung vorliegt hätten die mir das heute doch sagen können? Warum dann erst nächste Woche?

Darf ich eine Kündigung auch nicht unterschreiben?

Was würde mich denn ein Anwalt ca. kosten? Wenn ich Arbeitslos werden sollte hab ich da sicher kein Geld für über.

Mit freundlichem Gruß

T. de Vries

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.02.2009 | 16:37

Sehr geehrter Fragesteller,

die Kündigung selbst bzw. den Erhalt derselben können Sie unterschreiben, jedoch keinerlei vertraglich bindende Erklärungen, z.B. einen Aufhebungsvertrag oder Ihr Einverständnis und Ihren Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage.

Die Nennung des Kündigungsgrundes ist, von Ausnahmen wie der fristlosen außerordentlichen Kündigung abgesehen, auch bei Verlangen nicht verpflichtend. Spätestens im Kündigungsschutzprozeß muss der Arbeitgeber aber die Gründe darlegen. Es kann also sein, dass Ihr Arbeitgeber noch nicht genau weiß, wie er die Kündigung begründen soll und deswegen keine Gründe nennt. Sie sollten sie aber in jedem Fall schriftlich einfordern.

Die anwaltlichen Kosten bei einer Kündigung richten sich nach dem Streitwert; dieser berechnet sich grundsätzlich aus dem dreifachen Monatsgehalt. Bei 1000 € Monatsgehalt beträgt der Streitwert somit 3000 €, was zu maximalen anwaltlichen Gebühren in der ersten Instanz (wenn bis zu einem Urteil vorgegangen wird) von ca. 730,00 € zzgl. MwSt. führt.

Gerade im Falle der Kündigung besteht die Möglichkeit, Prozeßkostenhilfe zu beantragen. Auch für die vorausgehende Beratung und die außergerichtliche Vertretung kann Hilfe vom Staat beantragt werden, sogenannte Beratungshilfe. Einen entsprechenden Beratungshilfeschein erhalten Sie beim örtlichen Amtsgericht oder direkt über Ihren Anwalt.

Wichtig ist zunächst jedoch, ruhig zu bleiben und weiterhin die Arbeit anzubieten, also trotz der „Beurlaubung“ durch Ihren Arbeitgeber und auch nach Erhalt der schriftlichen Kündigung bei der Arbeit zu erscheinen. Da es hier leider wirklich viele Fallstricke gibt, kann ich Ihnen trotz der zunächst hoch erscheinenden Kosten nur raten, sich an einen Anwalt zu wenden und zu versuchen, Beratungshilfe bzw. später Prozeßkostenhilfe zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 26.02.2009 | 16:39

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