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Betrunkene Sachbeschädigung und Diebstahl

| 02.11.2020 14:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


16:14

Hallo,

ich war vor ein paar Wochen feiern und hab dort mit dem Alkohol deutlich übertrieben. Die Folge war, dass ich auf dem Heimweg einen Stuhl kaputt getreten habe und mit einem Stuhlbein weiter durch die Gegend lief. Dies fiel Leuten auf und so wurde die Polizei gerufen, die mich dann auch gleich mitgenommen hat. Atemalkoholtest ergab 2,8 Promille und so ging es auf die Wache für eine Blutabnahme, der Wert dieser ist mir nicht bekannt, wird sich aber wohl in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Ebenfalls ist mir der Wert des Stuhls nicht bekannt. Nun wurde gegen mich ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Diebstahl eröffnet. Ich wurde vor 3 Monaten erst wegen betrunkenem Radfahren durch einen Strafbefehl für eine Geldstrafe über 20 Tagessätze verurteilt, bin also vorbestraft. Mir ist nicht bekannt, ob Strafanaträge gestellt wurden, zur Vereinfachung gehe ich allerdings davon aus und nehme daher an, dass die Tat weiterhin verfolgt wird. Nun meine Fragen:

1. Worauf wird sich der Vorwurf des Diebstahls beziehen? Kann meines Erachtens nach ja nur auf das Stuhlbein und nicht den ganzen Stuhl sein, da ich ja nur das Stuhlbein mit mir führte und nicht den ganzen Stuhl, oder? Falls sich der Diebstahlsvorwurf auf den Stuhl bezieht, wie sieht es hier mit der Zueignungsabsicht aus, da ich den Stuhl ja nicht aneignen wollte, sondern zerstörte?
2. Wie wird der Wert des Stuhls ermittelt? Geht mir hier vor allem um eine etwaige Geringfügigkeit, aber hierfür müsste der Wert des zerstörten Stuhls ja bestimmt werden.
3. Da ich bereits (nicht einschlägig) vorbestraft bin, gehe ich nicht von einer Verfahrenseinstellung aus, das einzige, was man mir wohl „zugute" halten könnte, ist die recht hohe Alkoholkonzentration, dennoch macht mir die Vorstrafe große Sorgen, vor allem hinsichtlich einer Freiheitsstrafe. Wie wahrscheinlich ist es, dass ich nicht erneut zu einer Geldstrafe verurteilt werde?
Nachtatverhalten gestaltete sich bisher so, dass ich in dem Eck der Tat sämtliche Kneipen angerufen habe und mich erkundigt habe, ob bei ihnen ein Stuhl kaputt gegangen ist, was allerdings verneint wurde, weswegen ich den Schaden (noch) nicht wieder gutmachen konnte, des Weiteren stehe ich nun im Kontakt mit den anonymen Alkoholikern, da mir diese zwei Kontakte mit der Polizei in dieser sehr kurzen Zeit einfach gezeigt haben, dass ich ein Problem habe. Ich bin also durchaus bereit, an mir zu arbeiten und sehe mein Hauptproblem nicht in krimineller Energie, sondern im Kontrollverlust durch den Alkohol, wogegen ich nun gezielt vorgehe. Auch habe ich mich bei dem zuständigen Sachbearbeiter der Polizei entschuldigt.
Eine etwaige Haftstrafe wäre für mich das Schlimmste, aber ich habe immer wieder gelesen, dass diese durchaus in Betracht kommt, wenn vorherige, mildere Verurteilungen nicht dazu führten, dass keine weiteren Straftaten passierten und ich wurde ja erst kürzlich verurteilt und bin nun dennoch erneut auffällig geworden. Kann ich noch irgendwas tun, um die Wahrscheinlichkeit einer Haftstrafe zu senken?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

02.11.2020 | 15:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

1.

Ich halte hier ebenfalls die Zueignungsabsicht bezüglich des gesamten Stuhls nicht für gegeben. Eine solche scheint hier lediglich für das Stuhlbein gegeben zu sein, da der Stuhl nach Ihrer Schilderung direkt kaputt getreten wurde.

Wie Sie richtig ausführen steht dies der Zueignungsabsicht entgegen.

Die Sachbeschädigung ist unstrittig.


2.

Der Wert des Stuhls würde vermutlich durch die Staatsanwaltschaft geschätzt werden, bzw. diese würde versuchen gebrauchte Vergleichsangebote auf dem freien Markt heranzuziehen.

Nur wenn keinerlei Anhaltspunkte für den Wert bestehen käme ggf ein Sachverständigengutachten in Betracht, dies dürfte jedoch im vorliegenden Fall mit Blick auf die Kosten-Nutzen-Relation, nicht verhältnismäßig sein.


3.

Dies ist natürlich mit Blick auf die richterliche Unabhängigkeit ein wenig spekulativ, nach meiner Einschätzung ist hier jedoch eine weitere Geldstrafe zu erwarten.

Diese dürfte in der Anzahl der Tagessätze über der vorherigen Verurteilung liegen, eine Anzahl von 90 Tagessätzen jedoch nicht überschreiten.

Mit Ihrer versuchten Wiedergutmachung und dem Kontakt zu den anonymen Alkoholikern haben Sie bereits die richtigen Schritte unternommen, um den Ausgang der Verfahrens im Rahmen der Möglichkeiten positiv zu beeinflussen.

Erfahrungsgemäß wäre es hierbei jedoch gut und wichtig, wenn Sie spätestens in einer Hauptverhandlung etwas Greifbares über Ihre Bemühungen in der Hand haben.

Dies könnten ggf Schreiben der anonymen Alkoholiker sein, idealer Weise mit einem absehbaren oder bereits erfolgten Maßnahmen.

Weiter kämen schriftliche Anfragen (bzw. deren Kopien) an die besagten Kneipen oder aber zumindest eine schriftliche Dokumentation Ihrer Bemühungen (Liste oä) in Betracht.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie in dieser Sache Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 02.11.2020 | 15:59

Sehr geehrter Herr Geike,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort, die mir sehr half! Vor allem Ihre Tipps bzgl. der Nachweise werde ich beherzigen. Die AA halten zwar wegen der aktuellen Lage keine persönlichen Treffen ab, allerdings besitze ich Nachweise über geführten E-Mail-Verkehr, diese werde ich dann bereit halten. Ebenso werde ich eine Liste der Kneipen anfertigen, bei denen ich angerufen habe.

Abschließend noch zu meiner Beruhigung, eine etwaige Haftstrafe sehen Sie in diesem Fall, trotz der Vorstrafe, nicht für geboten an? Und inwieweit könnten sich die 2,8 Promille strafmildernd auswirken?

Nochmals vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.11.2020 | 16:14

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt.

Eine Haftstrafe, insbesondere ohne Strafaussetzung zur Bewährung, halte ich hier für absolut nicht erwartbar.

Gegen ein solches (unwahrscheinliches) Urteil sollte dann ggf. zwingend Berufung eingelegt werden.

Bei der Blutalkoholkonzentration würde die Vorraussetzungen einer verminderten Schuldfähigkeit nach 21 StGB vorliegen.

Auf die hier zu erwartende Geldstrafe hätte dies jedoch vermutlich keine weiteren Auswirkungen, da der 49 Abs.1 StGB eher Auswirkungen bei höheren (Freiheitsstrafe-) Strafen hätte.

Bei Geldstrafen wäre lediglich der obere Strafrahmen verringert, was hier noch nicht ins Gewicht fallen wird.

Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.11.2020 | 16:16

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