Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Betrunken Verkehrsunfall


12.12.2010 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte damen und Herren

letzte Woche habe ich einen Verkehrsunfall verursacht.Ich habe Versucht einen Lkw zuüberholen er fuhr 50 KM/H
da auf einmal mir Verkehr entgegen kam bin ich wieder ausgewichen aud die rechte spur wo sich noch der Lkw neben mir befand und habe den Lkw gestreift der dann in den Graben gerutscht ist. Mein Pkw hat Totalschaden der Lkw ist schwer beschädigt..

Kein Personenschaden
bei mir wurde bei der Blutentnahme ein Promillewert von 1.2 festgestellt

ich habe noch kein Verstoß mit Alkohl im Strassenverkehr
nur ein paar mal geblitz

seit Anfang Dezember bin ich Arbeitslos

meine Frage ist mit welchen Strafen ich zurrechen habe Geldstrafe?

wie lange Fahrverbot MPU?
12.12.2010 | 14:26

Antwort

von


245 Bewertungen
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: www.zimmlinghaus.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Maßgeblich für den Sachverhalt ist zunächst § 315c StGB:

§ 315c
Gefährdung des Straßenverkehrs

(1) Wer im Straßenverkehr
1. ein Fahrzeug führt, obwohl er
a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder
b) infolge geistiger oder körperlicher Mängel
nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, oder
2. grob verkehrswidrig und rücksichtslos
a) die Vorfahrt nicht beachtet,
b) falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch fährt,
c) an Fußgängerüberwegen falsch fährt,
d) an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt,
e) an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält,
f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rückwärts oder entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dies versucht oder
g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1
1. die Gefahr fahrlässig verursacht oder
2. fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

http://dejure.org/gesetze/StGB/315c.html

Sofern Sie nicht vorbestraft sind, kommt eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung hier nicht realistisch in Betracht, im Falle einer Verurteilung wird Ihnen also eine Geldstrafe drohen. Wie hoch diese genau ausfallen wird, kann hier nicht seriös vorausgesagt werden, denn dies hängt auch unter anderem von den genauen Details des Unfallhergangs, Ihrem anschließenden Verhalten, der genauen Schadenshöhe usw ab. Zudem ist die Festsetzung der Geldstrafe reine Richterentscheidung. Vor dem Hintergrund meiner Praxiserfahrung würde ich in Ihrem Fall- grob geschätzt- von etwa 90 Tagessätzen ausgehen- ich verweise aber nochmals darauf, dass diese Entscheidung vom zuständigen Richter gefällt wird und die Höhe der Tagessätze nur sehr bedingt geschätzt werden kann, ohne den genauen Unfallhergang zu kennen.

Die Höhe eines Tagessatzes wird berechnet, indem Ihre monatlichen Einkünfte durch 30 geteilt werden. Dann haben Sie den Wert eines Tagessatzes. Dieser Wert wird nun mit der Höhe der Tagessätze multipliziert, daraus ergibt sich die Gesamtsumme der zu zahlenden Geldstrafe.

Vermutlich wird man Ihnen auch den Führerschein entziehen. Maßgeblich hierfür ist § 69 StGB:

§ 69
Entziehung der Fahrerlaubnis

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht.

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen
1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c),
2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316),
3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder
4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht,

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen.

http://dejure.org/gesetze/StGB/69.html

Wie lange Sie für den Neuerwerb der Fahrerlaubnis gesperrt werden, kann ebenfalls nur sehr bedingt vorausgesagt werden, eine Sperre von 1-2 Jahren dürfte aber realistisch in Betracht kommen. Wenn Sie nach Ablauf der Sperre den Führerschein neu beantragen möchten, werden Sie an einer MPU nicht vorbeikommen. Maßgeblich hierfür ist § 11 FeV. http://www.verkehrsportal.de/fev/fev_11.php

Aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung, die eine Verurteilung für Sie haben wird, rate ich Ihnen dringend, einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen und diesen mit der Wahrung Ihrer Interessen zu beauftragen. In Ihrem Fall geht es neben der Ihnen zur Last gelegten Straftat ja auch noch um zivilrechtliche Ansprüche des Unfallgegners. Hier kommt soviel zusammen, dass Sie auf die Verteidigung durch einen Rechtsanwalt keinesfalls verzichten sollten.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Informationen hinzugefügt, weggelassen oder unklar dargestellt worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort kann und will durch diese Plattform nicht ersetzt werden. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

245 Bewertungen

Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: www.zimmlinghaus.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Familienrecht, Mietrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht, Urheberrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER