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Betrugsverdacht gegen Agentur

29.10.2009 15:35 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Guten Tag,

ich betreibe gewerblich eine Internetseite. Um neue Kunden zu gewinnen, gab ich einer Agentur (vermutlich eine 1-Mann Firma) den Auftrag, für mich zu werben.
Ich bekam ein Angebot mit Rechnung, auf welcher 125 neue Kunden garantiert sind. Das kostete mich 679 Euro.
Innerhalb von 24 Stunden sollten die Werbekampagnen laufen und innerhalb einer Woche die Kundenzahlen erreicht sein.
Jedoch haben sich jetzt nach einem Monat lediglich 10 neue Kunden angemeldet. Auch die Agentur ist nicht mehr zu erreichen, weder auf mehrmalige Telefonanrufe noch auf Emails wird reagiert.

Meine Frage ist jetzt, wie ich weiter vorgehen kann, bzw welche Möglichkeiten ich habe und was mich das kosten wird.

Name, Anschrift und Steuernr. der Firma sind vorhanden.

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Sie haben die Möglichkeit, gegen die Agentur Strafanzeige zu stellen, wenn Sie den Verdacht haben, dass die Agentur mit der Garantie von 125 neuen Kunden Sie nur zum Vertragsschluss überreden wollte, obwohl die Agentur wusste, dass sie diese Garantie nicht erfüllen kann und Ihnen hierdurch ein Schaden entstanden ist.
Dies wäre insbesondere der Fall, wenn Sie die für den Vertrag geforderten 679 € bereits an die Agentur gezahlt hätten.
Die Strafanzeige könnten Sie selbst bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft stellen.

Des Weiteren könnten Sie vom geschlossenen Vertrag zurücktreten, wenn es sich hierbei um einen Werkvertrag gehandelt hat, und Ihr Geld zurückfordern. Entscheidend ist hier, ob Ihnen tatsächlich eine Garantie der Agentur für 125 neue Kunden in einem Monat gegeben wurde und Sie dies nachweisen können. Ansonsten müsste anhand der Vertragslaufzeit überprüft werden, ob schon eine Schlechtleistung der Agentur vorliegt und dieser Gelegenheit zur Nachbesserung gegeben werden muss.

Wenn ein Dienstvertrag vorliegt, dann könnten auch hier die 679 € zumindest teilweise zurückgefordert werden, da der Dienst nur unvollständig erbracht wurde.

Auch hier müsste die Vertragsbeziehung nochmals genau überprüft werden. Bei Vorliegen einer Garantie ist jedoch von einem Werkvertrag auszugehen, da dann ausdrücklich ein Erfolg geschuldet wird.

Problematisch ist hier, dass es nicht sicher ist, ob die Agentur unter der Ihnen bekannten Adresse noch erreichbar ist. Dies müsste zunächst abgeklärt werden, damit zivilrechtlich sinnvoll gegen die Agentur vorgegangen werden kann.
Sollten Sie sich hierbei außergerichtlich anwaltlich vertreten lassen und es Ihnen um die Rückforderung der 679 € gehen, so würde hier eine Gebühr in Höhe von 84,50 € anfallen. Hinzukommen würden Ust. und die Kosten für Auslagen.
Ein weiterer Schadensersatz gegen die Agentur aufgrund der ausgebliebenen Kunden wird wohl schwer zu realisieren sein.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 29.10.2009 | 16:33

Guten Tag,

vielen Dank, für Ihre ausführliche Antwort.
Auf der Rechnung sind die 125 Kunden für den Preis vermerkt. Überwiesen habe ich das Geld sofort nach Erhalt der Rechnung.
Ebenfalls kann ich aus Emails nachweisen, dass mir die Kunden garantiert wurden. Ich habe der Agentur auch schon eine Frist gesetzt, jedoch hat sich auch hier niemand gemeldet.

Ist es jetzt sinnvoller einen Anwalt zu nehmen, oder gleich eine Anzeige zu erstatten? Eine Anzeige wäre ja im Vergleich zu einem Anwalt nicht mit Kosten verbunden.
Was müsste ich der Polizei dann vorlegen (Rechnung, Überweisung, Emails)?

Vielen Dank!


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.10.2009 | 16:57

Sehr geehrter Fragesteller,
Sie müssen hier genau zwischen der strafrechtlichen und der zivilrechtlichen Seite der Angelegenheit unterscheiden.
Nach einer Strafanzeige wird grundsätzlich nur geprüft, ob eine Straftat im Verhalten der Agentur zu sehen ist.
Allein hierdurch erhalten Sie jedoch den gezahlten Betrag nicht zurück und die Agentur wird auch nicht zur Nachbesserung ihrer Leistung verpflichtet.
Diesbezüglich müssten Sie zivilrechtlich vorgehen. Sollte Ihnen dies allein nicht gelingen, sollte dies durch einen Anwalt erfolgen. Wenn Sie die Agentur zuvor - nach Ablauf der Frist und Rücktritt vom Vertrag- mit der Rückzahlung der 679 € in Verzug gesetzt haben, so könnten grundsätzlich auch die Anwaltskosten von der Agentur zurückverlangt werden. Sollte diese aber nicht zahlen bzw. nicht mehr zahlungsfähig sein, müssten Sie die Anwaltskosten tragen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)


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