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Betrugsfall Online Shop - ca. 5000 Euro Schaden


26.11.2012 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo!

ich kenne da jemanden der bei einem Onlineshop ein Betrug in einer Höhe von ca 5000€ begangen hat
er hat irgendwelche Firmennamen erfunden und somit Bestelungen als Firmenkunde aufgegeben
als ansprechpartner immer nur seinen nachnamen hingeschrieben damit die ware auch zu ihm kommt
und es dann aber nie bezahlt
das ganze hat er über mehrere monate gemacht aus geldsorgen
und somit ist ein schaden von ca 5000€ entstanden

mit welche strafe muss er rechnen ??

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Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Sofern Ihr Bekannter mehrere Betrugsfälle begangen hat, indem dieser Waren in der Absicht bestellt hat, diese nicht zu bezahlen, so dürfte hierin ein Betrug im Sinne des § 263 StGB liegen.

Allerdings könnte vorliegend zudem ein besonders schwerer Fall des Betruges gemäß § 263 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 Alt. 1 StGB gegeben sein. Dies würde voraussetzen, dass Ihr Bekannter gewerbsmäßig gehandelt hat. Gewerbsmäßig handelt, wer sich aus wiederholter Tatbegehung eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einigem Umfang verschaffen möchte. Insoweit setzt die Gewerbsmäßigkeit stets Eigennützigkeit des Handelns voraus (Fischer, Strafgesetzbuch, vor § 52, Rdnr. 62).

Aufgrund der Tatsache, dass Ihr Bekannter Waren mehrfach bestellt hat, ohne den Kaufpreis zu entrichten und hierbei ein Schaden in Höhe von ca. 5.000,00 Euro entstanden ist sowie aufgrund der Tatsache, dass Ihr Bekannter aus Geldnot diese Taten begangen hat, so dürfte man hieraus auf ein gewerbsmäßiges Handeln schließen können. Dies folgt aus der Erwägung, dass sich Ihr Bekannter durch sein Handeln eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einigem Umfang verschafft haben dürfte.

Hinsichtlich des Strafmaßes sieht § 263 Abs. 3 S. 1 StGB („gewerbsmäßiger Betrug") einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsstrafe vor. Sollte Ihr Bekannter bislang nicht vorbestraft sein, dürfte die Verhängung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung durchaus in Betracht kommen.

Sollten sich die Taten Ihres Bekannten nicht als gewerbsmäßig darstellen, so könnte dennoch der Grundstraftatbestand des Betruges gemäß § 263 Abs. 1 StGB erfüllt sein, mit der Folge, dass Ihr Bekannter zu einer Geldstrafe bzw. zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden könnte. Ob die Verhängung einer Geldstrafe, insbesondere aufgrund der Höhe des Schadens, als ausreichend erachtet werden könnte, vermag ich – aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung – nicht zu beurteilen.

Jedoch kann ich Ihnen mitteilen, dass für das letztlich zu erwartende Strafmaß Faktoren wie (einschlägige) Vorstrafen, Reue, ein Geständnis oder Schadenswiedergutmachung zugunsten bzw. zulasten Ihres Bekannten Berücksichtigung finden.

Sollte ein Ermittlungsverfahren gegen Ihren Bekannten eingeleitet werden bzw. bereits eingeleitet worden sein, so kann ich Ihrem Bekannten nur dringend empfehlen, einen Verteidiger mit der Wahrnehmung seiner Interessen zu beauftragen. Insoweit könnte nach erfolgter Akteneinsicht eine entsprechende Verteidigungsstrategie entworfen werden.

Ich hoffe, Ihnen insoweit einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Marcel Wahnfried
Rechtsanwalt
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