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Betrug per PostIdent-Verfahren


01.10.2006 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin wie folgt dazu verleitet worden, eine nicht beabsichtigte Unterschrift zu leisten:

- Ich wurde als Handy-Kunde angerufen (Anrufer-Nummer wurde nicht angezeigt) und von jemandem, der sich als Mitarbeiter eines grossen deutschen Mobilfunkunternehmens ausgab, gefragt, ob ich meinen Handy-Vertrag um 24 Monate verlängern möchte. Alles klang authentisch, und ich stimmte zu. Zudem sagte die Anruferin, daß ich dies per Post bestätigen müsste. Zu meiner Frage, ob dies neu sei weil bisher eine telefonische Zusage genügte, sagte sie "ja das ist neu".

- Nach c.a. 1 Woche erhielt ich die Benachrichtigung für ein PostIdent Schreiben. Ich ging zur Postfiliale und legte dafür meinen Ausweis vor. Das Schreiben enthielt 2 Ausführungen der telefonisch angekündigten "Vertragsverlängerung". Ich unterschrieb - leichtgläubig ohne genaues Durchlesen - die Ausführung für den Absender direkt am Postschalter und diese ging zurück.

Ich erhielt eine Ausführung "für den Kunden", die kein Unterschriftsfeld hat, und sich u.U. stark unterscheidet. Bei genauerem Hinsehen endeckte ich mehrere ungereimtheiten darauf, wie z.B. eine Festnetznummer als "Hotline", bei der keiner den Hörer abnimmt. Eine Nachfrage bei meinem (tatsächlichen) Mobilfunkanbieter ergab, daß dieser nichts damit zu tun hat und auch die PostIdent Antwort nicht erhalten hat.

Meine Vermutung ist, daß das unterschriebene Schreiben sich stark von der "Ausführung für den Kunden" unterschieden hat. Leider liegt mir dieses natürlich nicht vor. Meine Version
hat das Aussehen und den Inhalt einer harmlosen Verlängerung
meines Handy-Vertrags, inklusive Logo des Mobilfunknetzes und dessen korrektem Postfach.

Nachforschungen bzgl. des Absenders des PostIdent-Schreibens
hat die Post bislang abgewiesen, weil nach deren Aussage im Prinzip nur die PostIdent-Kunden (d.h. Absender) hier Unterstützung erhalten.


Meine Frage:

Welche Massnahmen empfehlen Sie?
Eine Anzeige bei der Polizei? Wenn ja, welche Straftat liegt hier vor?
Oder das Einschalten einer Verbraucherschutz-Organisation?

Für welchen betrügerischen Zweck meine Unterschrift verwendet wird/wurde ist derzeit noch nicht klar. Ich befürchte, daß jemand, der so weit geht, daß er sich für eine andere Firma ausgibt, auch nicht vor Unterschriftenfälschung zurückschreckt, d.h. meine Unterschrift wird auf einem _anderen_ Vertrag "auftauchen".

01.10.2006 | 21:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Ihr erster Weg sollte Sie zu einer Verbraucherzentrale vor Ort führen. Dort hat man am ehesten von vergleichbaren Fällen gehört und Sie erfahren, was hinter der Angelegenheit steckt.

2. Dann sollten Sie oder Ihr Rechtsanwalt ein Schreiben aufsetzen und bei der Post unter Schilderung des Sachverhalts um Auskunft des Absenders bitten. Ebenso sollte ein Schreiben an den Telefonanbieter geschickt werden und um Aufklärung gebeten werden. Gegebenenfalls stammt der Brief doch von dem Unternehmen und es klärt sich alles auf.

3. Sie können bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass nach dem derzeitigen Sachverhalt das Verfahren eingestellt wird. Jedoch können Sie mit der Anzeige für den Fall, dass tatsächlich später ein gefälschter Vertrag auftaucht, belegen bzw haben ein Indiz, dass der Vertrag nicht willentlich von Ihnen abgeschlossen wurde.

4. In Betracht kommt Betrug zu Ihren Lasten oder zu Lasten eines Dritten.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München

Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

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