Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.757
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Betrug oder untreue Geschäftsbesorgung?

15.09.2018 09:55 |
Preis: 49,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


16:11
Im August 2015 wurde mir ein Investment an einem Online Portal angeboten, welches gerade erstellt wurde und kurz vor der Fertigstellung sein sollte. Das Angebot kam von einem der drei Gesellschafter, die je ein Drittel hielten. Dieser Gesellschafter ist nicht nur Gesellschafter, sondern auch einer der beiden Geschäftsführer der GmbH. Gegen die Zahlung einer Summe X sollte ich mit einem Drittel an den Gewinnen dieses einen Gesellschafters beteiligt sein.
Ein Pre-Launch sollte in 2015 erfolgen und der ordentliche Geschäftsbetrieb in 2016 aufgenommen werden.
Im Januar 2016 wurde ebenfalls schriftlich bestätigt, dass die ersten Umsätze in 2016 fließen werden und der Geschäftsbetrieb aufgenommen wird.
Auf dieser Basis kam es Ende Januar 2016 zu einem Abschluß einer stillen Beteiligung.
Leider ging das Portal bis heute nicht online. Der Start verzögerte sich immer wieder und auf meine Nachfragen, bekam ich die unterschiedlichsten Ausreden. Anfang Juli 2018 meldete sich die Person und teilte mit, dass es nicht mehr klappen würde mit dem Projekt und er seine Anteile verkaufen wollen und zwar um jeden Preis. Angeblich sind die Anteile nichts mehr wert und daher auch mein Investment verloren. Ich kündigte daraufhin meine Vereinbarung, da ich mich rein subjektiv betrogen fühle.
a. Die Angaben über das Projekt scheinen offensichtlich falsch gewesen zu sein. Ein wesentlicher Faktor bei meiner Entscheidung für ein Investment war die schriftliche Zusicherung, dass der Geschäftsbetrieb in 2016 aufgenommen wird und in 2016 die ersten Umsätze fließen.
b. Angeblich wurden die investierten Gelder im Wesentlichen für Programmierleistungen ausgegeben. Programmierleistungen werden aber ähnlich wie beim Hausbau ausgegeben, d. h. eine Zahlung erfolgt erst dann, wenn die Programmierleistung erbracht und durch den Auftraggeber abgenommen wurde. Insofern muss ich mich fragen, warum die Geschäftsführer Rechnung bezahlen, wenn es keine fertige Programmierleistung gibt.
c. Trotz Nachfrage und vertraglich beim Investment vereinbart habe ich bis heute nicht einen Jahresabschluss oder Beleg gesehen, d. h. sämtliche Geldflüsse sind komplett intransparent.

Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen:
1. Könnte die Vorgehensweise des Verkäufers möglicherweise den Straftatbestand des Betruges erfüllen?
2. Wenn die Geschäftsführer Rechnungen für Programmierleistungen bezahlt haben, obwohl die Leistung, nämlich eine fertige Website, nicht erbracht wurden, haben sie sich möglicherweise der untreuen Geschäftsbesorgung schuldig gemacht haben?
15.09.2018 | 10:37

Antwort

von


(7)
Q7, 24
68161 Mannheim
Tel: +4962143685444
Tel: +491602009461
Web: https://strafrechtskanzlei-kolivas.com/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen sowie in Ansehung des Honorars wie folgt beantworten:

Vorab: Bei Geschäftsbeteiligungen und Investments handelt es sich um äußerst komplexe Sachverhalte, sodass eine eingehende Bewertung hier nicht möglich ist.

Aufgrund Ihrer Angaben halte ich sowohl einen Betrug nach § 263 StGB als auch eine Untreue nach § 266 StGB für möglich.

Für einen Betrug kommt es allerdings auf eine Täuschung zum Tatzeitpunkt - Abschluss des Vertrags - an. Sie müssten damals über relevante Tatsachen getäuscht worden sein. Dies müsste eingehend geprüft werden. Sollten d8e Gesellschafter tatsächlich mit einem Start im Jahr 2016 gerechnet haben und die äußeren Umstände ließen diese Annahme zu, liegt kein Betrug vor. Es würde sich dann lediglich um ein normales geschäftliches Risiko handeln. Bei jedem Investment kann es zu Verlusten kommen.

Bei einer Untreue müsste nachgewiesen werden, dass die Geschäftsführer Gelder von der Gesellschaft abgezogen haben. Die Begleichung von ordnungsgemäßen Rechnungen ist aber keine Untreue. Gerade bei größeren Projekten ist zumindest die Zahlung eines Vorschusses normal. Mir ist beispielsweise kein seriöser Programmierer bekannt, der ohne Vorschuss arbeitet.

Sie könnten eine Strafanzeige stellen und die Polizei würde die Ermittlungen aufnehmen. Erfahrungsgemäß rate ich allerdings dazu, einen auf Wirtschaftsstrafrecht spezialisierten Anwalt zu beauftragen, um mut Ihnen gemeinsam den Sachverhalt aufzuklären und dann ggf. Strafanzeige zu stellen und die Gelder zurück zu fordern.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Georgios Kolivas

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2018 | 16:06

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Eine Nachfrage dazu: Wie gesagt bin ich an dem Gewinn des einen Gesellschafters beteiligt. Kann dieser überhaupt seinen Anteil ohne mein Einverständnis verkaufen solange ich als stiller Gesellschafter bei ihm beteiligt bin? Muss er vor einem Verkauf nicht erst einmal meine Beteiligung auflösen? bzw. was passiert bei einem Verkauf mit meinen Ansprüchen? Freundliche Grüsse.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2018 | 16:11

Sehr geehrter Fragesteller,

die kostenlose Nachfragefunktion dient alleindazu Verständnisfragen zu klären. Neue Fragen können im Rahmen der Nachfragefunktion nicht beantwortet werden. Bitte haben Sie Verständnis hierfür.

Ihre neuen Fragen können auch nicht pauschal beantwortet werden. Es kommt allein darauf an, was vertraglich geregelt wurde. Um Ihnen dies zu beantwort ist die Durchsicht des von Ihnen abgeschlossenen Vertrags erforderlich.

Neu

Darf's noch eine Frage mehr sein?

Viele oder regelmäßige Fragen? Mit der Frag-einen-Anwalt.de Flatrate unbegrenzt Fragen stellen.
Sie haben ein Problem, von dem Sie wissen, dass noch mehr Fragen kommen? Sie sind Handwerker, Arzt, Freiberufler oder Gründer? Dann sollten Sie sich das mal näher anschauen.
Details anschauen
ANTWORT VON

(7)

Q7, 24
68161 Mannheim
Tel: +4962143685444
Tel: +491602009461
Web: https://strafrechtskanzlei-kolivas.com/
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Revisionsrecht, Betäubungsmittelrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64106 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt war sehr Kompetent! Er hat mir sehr geholfen. Ich kann ihn nur weiter empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles war für mich in Ordnung. Schnell und in einer verständlichen Ausdrucksart. Super - so soll es sein. Danke ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich beantwortet und es wurde eine neue Möglichkeit aufgezeigt, diesen "Fall" evtl zu lösen. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER