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Betrug mit gefälschter eBay-Trust-Mail


18.03.2005 08:51 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Guten Tag,

ich habe bei eBay eine Uhr im Wert von 2500.-€ versteigert. Während der laufenden Auktion bekam ich die Zusage des in Italien ansässigen Käufers, dass er meinen Preis akzeptiert und gerne über das eBay-Trust-System abrechnen würde. eBay wirbt ja mit der Sicherheit dieses Systems, also sagte ich zu und teilte ihm mit, er möge die Auktion mit einem Gebot beenden.

Ich bekam einen Tag später eine Mail von eBay-Trust mit einem "Herzlichen Glückwunsch, sie haben einen Käufer" und der Aussage, das Geld wäre bereits auf dem Treuhandkonto und ich solle die Ware verschicken und dem Käufer die Tracking-Nummer mitteilen. Kurz danach kam eine Mail vom Käufer, ICH hätte die Auktion zu beenden, immerhin hätte er das Geld bereits überwiesen (zeitlich passte alles mit der Überweisung).

Ich beendete die Auktion, schickte die Uhr weg und wartete auf einen Geldeingang. Der Käufer bestätigte mir den Eingang (tolle Ware) und versicherte mir, er würde eBay-Trust informieren.

Einen Tag später meinte er plötzlich, die Uhr wäre ein Fake (ist sie DEFINITIV nicht) und es gingen ein paar Mails hin und her. Er reagierte nicht auf meine Aufforderung, die Uhr auf meine Kosten zurück zu schicken. Genaugenommen reagiert er seit einigen Tagen gar nicht mehr.

Ich habe mich an eBay gewandt, die mich zunächst mal mit Wischi-Waschi-Kommentaren von einem eBay-Sicherheits-Sachbearbeiter zum anderen geschickt haben. Zumindest sind wir jetzt soweit, dass sie die Email sehen wollen, die ich vom Trust-System bekommen habe. Sie machten mich auf die versteckten Informationen im Header der Email aufmerksam und zu meinem Entsetzen las ich in den Daten dort, dass diese Mail wohl über einen Yahoo-Account gesendet wurde. Die eBay-Trust-Mail ist also eine Fälschung und ich wurde betrogen.

Meine Frage ist jetzt, was ich tun kann um mein Geld (oder die Uhr) zurück zu bekommen - der Käufer ließ sich die Uhr nach Italien schicken. Gib es Möglichkeiten, den Käufer auf Grund der Header-Informationen zu finden? Und was kann/muss eBay tun?

Oder hat der Typ das so professionell aufgezogen, dass es unwahrscheinlich ist, dass er überhaupt noch in Italien ist...

Mit freundlichen Grüßen
*****

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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst einmal sollten Sie umgehend Strafanzeige erstatten, da ganz offensichtlich eine Straftat zu Ihrem Nachteil vorliegt. Die Strafanzeige bringt Ihnen den Vorteil, dass die staatlichen Ermittlungsbehörden versuchen werden, den Täter zu ermitteln.

Gerade diese Ermittlung wird nämlich mit höchster Wahrscheinlichkeit erstens aufwändig, zweitens sind die Chancen marginal. Denn wahrscheinlich sind Sie einem "professionellen" Betrüger auf den Leim gegangen. Mit größter Wahrscheinlichkeit sind die Benutzerdaten des Käufers bei ebay falsch. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Yahoo-Adresse zumindest ebenfalls mit falschen Nutzerdaten angelegt worden ist; noch wahrscheinlicher ist, dass es diese Mail-Adresse gar nicht gibt, denn mit einem ganz kleinen Bisschen know-how ist es ein Kinderspiel, über einen Mailserver emails mit einer nicht existenten Absenderadresse zu versenden.

Einziger Hoffnungsschimmer wird die IP-Adresse des Absenders sein, über die er Zugang zum Internet hatte, und die ganz oben im Header der Mail festgehalten ist. Allerdings benutzen clevere Internetbetrüger z.B. Spoofing-Techniken, bei denen sie vereinfacht ausgedrückt die IP-Adresse eines anderen Servers temporär auf den von Ihnen verwendeten Server umleiten und den richtigen Server damit verstecken.

Viel mehr können Sie kaum tun, außer die minimal kleine Chance zu probieren, die Anschrift des Kerls - sofern Sie diese haben - zu nutzen, um sich mithilfe eines Rechtsanwaltes zwecks Durchsetzung Ihrer Rechte an ihn zu wenden. Vielleicht ist der Mann ja doch dümmer als die Polizei erlaubt und hat echte Daten verwendet.

Ebay muss leider für Sie nichts weiter unternehmen, da diese Firma nur als vermittelnde Plattform zwischengeschaltet ist und sich erkennbar keiner Verfehlung schuldig gemacht hat, so dass weder vertragliche, noch deliktische Ansprüche Ihrerseits gegen ebay bestehen werden. Allerdings können Sie ebay darauf in Anspruch nehmen, Ihnen die hinterlegten Nutzerdaten zu offenbaren. Aber dies lassen Sie sich besser von den staatlichen Ermittlungsbehörden abnehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen und bedaure zugleich, Ihnen keine großen Hoffnungen machen zu können, Uhr und/oder Geld zurückzuerhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2005 | 09:22

Sehr geehrter Herr Lauer,

vielen Dank zunächst für Ihre rasche Antwort.

Ich habe die Uhr über UPS verschickt, wissen Sie, ob vielleicht dort hilfreiche Informationen für diesen Fall hinterlegt sein könnten? Irgend jemand hat die Uhr ja angenommen und dafür unterschrieben. UPS darf doch so ein Paket nicht an jeden aushändigen, der über die Straße läuft...

Ich werde in jedem Fall sofort heute Strafanzeige stellen. Gibt es eine besondere Abteilung für Internetkriminalität? Oder kann ich das bei jeder beliebigen Polizeidienststelle machen?

Noch einmal vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
*****

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.03.2005 | 09:28

Über UPS werden Sie auch nicht mehr erfahren, als die Adresse, an die versendet wurde. Darüber hinaus bestehen dort natürlich Informationen, wann und wo abgeliefert wurde nebst einer Unterschrift des Annehmenden. Aber Sie haben Recht, natürlich ist auch das ein Ansatzpunkt.

Sie können die Strafanzeige bei jeder Polizeidienststelle oder Staatsanwaltschaft erstatten.

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